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Dieter Otten bestreitet den 47. „Szenenwechsel“ im Kulturbahnhof Kreuztal
Reden über Kunst

Der 47. Szenenwechsel im Kreuztaler Kulturbahnhof wird am Donnerstag, 19 Uhr, eröffnet.
gmz Kreuztal. Schon im Vorbeigehen, vielleicht in der Hast, den Zug doch noch zu erreichen, halten diese Arbeiten im „Szenenwechsel“-Schaufenster des Kreuztaler Kulturbahnhofs den Blick fest oder zumindest auf. Sie machen neugierig, im besten Sinne, verführen dazu, nochmal hinzuschauen. Denn dieses Pink mit dem Smartphone-Foto schreit einen geradezu an, zu offensichtlich ist der knallige Ton. Dahinter muss mehr stecken, so offensichtlich kann doch ernsthaft niemand sein … Oder wie ist das mit dem großen Lot, das kerzengerade über dem Buch mit den leeren Seiten hängt. Ist die Wahrheit denn so „straight“, so unmissverständlich eindeutig und simpel?

Der 47. Szenenwechsel im Kreuztaler Kulturbahnhof wird am Donnerstag, 19 Uhr, eröffnet.
gmz Kreuztal. Schon im Vorbeigehen, vielleicht in der Hast, den Zug doch noch zu erreichen, halten diese Arbeiten im „Szenenwechsel“-Schaufenster des Kreuztaler Kulturbahnhofs den Blick fest oder zumindest auf. Sie machen neugierig, im besten Sinne, verführen dazu, nochmal hinzuschauen. Denn dieses Pink mit dem Smartphone-Foto schreit einen geradezu an, zu offensichtlich ist der knallige Ton. Dahinter muss mehr stecken, so offensichtlich kann doch ernsthaft niemand sein … Oder wie ist das mit dem großen Lot, das kerzengerade über dem Buch mit den leeren Seiten hängt. Ist die Wahrheit denn so „straight“, so unmissverständlich eindeutig und simpel? Oder ist das Lot ein Pendel, und das Herausfinden „der Wahrheit“ wird dem schwankenden Pendel anheimgestellt? Da die Seiten unbeschrieben sind, verfasst sich jeder seine Wahrheit – ist es das?

Dieter Otten bringt es "auf den Punkt"

Dieter Otten vom Kunstkabinett Hespert, der den 47. „Szenenwechsel“ des Kulturbahnhofs bestreitet, wie Holger Glasmachers von Kreuztal Kultur bei der Pressevorstellung erläutert, hat die letztgenannte Arbeit zum Lutherjahr 2017 gemacht. Ihm gehe es darum, wie Dieter Otten bei der gleichen Gelegenheit ausführt, daran zu erinnern, dass Luthers reformatorische Wirkung so groß gewesen sei, weil er nicht dem Buchstaben im strikten Sinne vertraut habe, sondern dem Geist in oder hinter dem Wort, den er freisetzte, … Um Verantwortung geht es auch in der Arbeit, die uns unser Medienkonsum-Verhalten spiegelt. Ein Mensch sitzt auf einem Sofa vor dem blau flimmernden Schirm, der sicher manchmal etwas von einem „blauen Band“ der Sehnsucht hat, aber dann auch wieder von der Austauschbarkeit des Lebens mittels passiven Konsums, und schaut in diese Leere. Um den Bildschirm herum tauchen schemenhaft Gesichter auf, die den Menschen auf dem Sofa anschauen. Viele Fragen stellen sich dabei ein: Wo findet Leben statt? Ist das Individuum nicht viel mehr als ein Betrachter? Was ist digitales Leben, was ist reales? Wo findet mein Leben statt, im Konsum oder im Realen?

Bilder stellen Fragen an den Betrachter

„Was sehen Sie?“, scheinen diese digitalen Fotografien, die zumeist mit malerischen Mitteln am Rechner zu „fotografischer Malerei“ zusammengefügt werden, den Betrachter zu fragen. Die Frage, wie Realität abgebildet  wird, wird  so zum Thema der Form. Die großen Formate sind ideal in diesem Schaufenster, wie Prof. Dr. Christian W. Thomsen sagte, der die Ausstellung kuratiert hat und in sie einführen wird. Die auf den ersten Blick plakativen Farben und reduzierten Darstellungen haben zunächst eine Werbe-Anmutung. Bis man beginnt, sich von der scheinbar einfachen Bildaussage zu Fragen anregen zu lassen und Assoziationsketten zu verfolgen.
Assoziationsketten, die von dem eingangs erwähnten Bild vom Smartphone mit dem Foto vom Waldspaziergang auf magentafarbenem Hintergrund zur Frage kommen, ob wir die Natur in der Hand haben, oder ob wir ihr Schicksal in unserer Hand halten, oder wie wir uns Natur und auch Heimat aneignen und mit ihr umgehen. Diese Assoziationsketten sind es (wenn wir uns auf sie einlassen), die uns auch in der Hast innehalten lassen und die Frage nach dem „quo vadis“ stellen …
Dieter Otten: „Auf den Punkt“.
Kulturbahnhof Kreuztal,
Bahnhofstraße 11, Kreuztal.
Bis 27. März,
zu den Öffnungszeiten des Bahnhofs.
Eröffnung: Donnerstag, 16. Januar, 19 Uhr.

Autor:

Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin) aus Siegen

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