Vincent Peirani und Émile Parisien in Krombacher Erlebniswelt
Seelenverwandte im Konzert

Akkordeonist Vincent Peirani (l.) und Sopransaxofonist Émile Parisien stellen ihr neues Album „Abrazo“ am 8. November in der Krombacher Erlebniswelt vor, präsentiert von der Siegener Zeitung.
  • Akkordeonist Vincent Peirani (l.) und Sopransaxofonist Émile Parisien stellen ihr neues Album „Abrazo“ am 8. November in der Krombacher Erlebniswelt vor, präsentiert von der Siegener Zeitung.
  • Foto: JP Retel
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

sz Kreuztal/Krombach. Tiefe Seelenverwandtschaft im Duo: Akkordeonist Vincent Peirani und Sopransaxofonist Émile Parisien stellen ihr neues Album „Abrazo“ live vor – u. a. am Sonntag, 8. November, 18 Uhr, in der Krombacher Erlebniswelt in Krombach, veranstaltet von Kreuztal-Kultur und präsentiert von der Siegener Zeitung. Vorverkaufsstart ist am Montag, 20. April, auch bei der Konzertkasse der Siegener Zeitung am Obergraben.

Peirani und Parisien lernten sich 2010 kennen

Abrazo. Umarmung. Mal Engtanz, mal Nahkampf. Gibt es ein besseres Bild für das Duo Vincent Peirani und Émile Parisien? „Es ist wie eine Ehe“, sagt Peirani. „Am Anfang ist alles großartig, wunderbar, ein Paradies. Doch dann gibt es auch immer wieder Krisen, das ist ganz normal. Und jetzt gerade haben wir einfach eine Riesen-Lust, zusammen zu spielen.“Es dürfte nur wenige Musiker geben, die einander so gut kennen, wie Peirani und Parisien. Mehr als 1000 Konzerte haben die beiden in den vergangenen rund zehn Jahren zusammen gespielt, über 600 davon im Duo. Kennengelernt haben sie sich 2010 im Quartett des Schlagzeugers Daniel Humair. Auf einer Korea-Tour spielten sie dann, recht spontan, ein erstes nächtliches Clubkonzert im Duo. Laut Peirani eine „ca-ta-strophe! to-tal disastre!“ Doch schon kurz danach, ohne Jetlag und gut vorbereitet, machte es auf einem französischen Festival klick, und eine der wohl außergewöhnlichsten Formationen des europäischen Jazz war geboren.

Erstes Album: "Belle Epoque"

Im Jahr 2014 erschien das erste gemeinsame Duo-Album „Belle Epoque“. Schnell ging es von da an über die wichtigsten Clubs und Festivals in Frankreich und Deutschland auf Tour in die ganze Welt – nach Asien, Lateinamerika, in die USA, in Kanada und ganz Europa. Und in weltbekannte klassische Häuser wie die Philharmonien in Berlin, Hamburg,Essen oder Wien. Auch internationale Preise wie der Echo Jazz, Les Victoires du Jazz, der Preis der deutschen Schallplattenkritik und zahlreiche Kritikerauszeichnungen führender Jazz-Magazine ließen nicht lange auf sich warten.
„Belle Epoque“, das Debüt-Album des Duos, war eine Hommage an den Sopransaxofonisten Sidney Bechet, einen der großen Stars des frühen Jazz der 1920er-Jahre und Meister der Melodie. Fast sechs Jahre haben sich Peirani und Parisien Zeit genommen für den Nachfolger. Und auch „Abrazo“ ist eine Verneigung, allerdings nicht vor einer Person, sondern einer Kunstform: dem Tango, seiner Eleganz, Melancholie und rhythmischen und melodischen Kraft. Und wie schon bei ihrem Duo-Debüt, spielen Peirani und Parisien nicht das Material der Vorlagen, sie spielen vielmehr mit ihm. Stücke aus der Feder von Meistern südamerikanischer Prägung wie Astor Piazzolla, Tomás Gubitsch oder Xavier Cugat bilden dabei nur einen Teil des Repertoires.

"Army Dreamer" von Kate Bush

Parisiens und Peiranis Eigenkompositionen bewegen sich im Geiste des Tango, ebenso wie das Arrangement von „Army Dreamer“ aus der Feder der von Peirani tief verehrten Kate Bush. Eine erstaunliche Brücke zum Vorgängeralbum schlägt der Eröffnungs-Titel „The Crave“ des US-amerikanischen Pianisten und Bandleaders Jelly Roll Morton, eines der einflussreichsten Jazzmusiker des frühen 20. Jahrhunderts. Es scheint, als sei „Abrazo“, nach „Belle Epoque“, der zweite Teil einer Suite, und tatsächlich greifen die beiden Alben, nacheinander gehört, verblüffend ineinander.
Was all diese unterschiedlichen Elemente verbindet, sind die hörbare, tiefe Seelenverwandtschaft von Peirani und Parisien, die daraus resultierende Sensibilität im Zusammenspiel und ihre Ausnahmestellung als zwei der aktuell wichtigsten Innovatoren ihrer Instrumente. Und es scheint, als könnten die Zutaten für dieses traumwandlerische Zusammenspiel wirklich überall herkommen: Ganz gleich ob traditioneller oder moderner Jazz, freie Avantgarde, Klassik, Folklore, Rock, elektronische, neue oder alte Musik – der Hunger auf Neues, die Lust am Abenteuer scheint unersättlich.

Autor:

Redaktion Kultur

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