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Marie-Luise Marjan und Herbert Knorr lasen aus „Pumpernickelblut“
Weiße Villa in Dreslers Park als "Krimi-Ort"

la Kreuztal. Wer kann schon das Kaleidoskop des eigenen Lebens mit einem Mord in einem Altenheim zu einem Abend mit Schmunzeleffekt kombinieren? Marie-Luise Marjan, den sonntäglichen TV-Zuschauern als Mutter Beimer aus der „Lindenstraße“ ein liebgewordener Gast im heimischen Wohnzimmer, kann das. Vor allem dann, wenn sie einen Autor – Herbert Knorr – an ihrer Seite hat, der den westfälischen Schalk faustdick hinter den Ohren hat.
Fiktiver Ort: ein Altenheim mit Blick auf den FriedhofMarjan, im roten Hosenanzug, und Knorr, ganz leger in Anzug und T-Shirt, lasen am Sonntagabend in der Weißen Villa in Dreslers Park aus dem Kriminalroman „Pumpernickelblut“, präsentiert von der Siegener Zeitung.

la Kreuztal. Wer kann schon das Kaleidoskop des eigenen Lebens mit einem Mord in einem Altenheim zu einem Abend mit Schmunzeleffekt kombinieren? Marie-Luise Marjan, den sonntäglichen TV-Zuschauern als Mutter Beimer aus der „Lindenstraße“ ein liebgewordener Gast im heimischen Wohnzimmer, kann das. Vor allem dann, wenn sie einen Autor – Herbert Knorr – an ihrer Seite hat, der den westfälischen Schalk faustdick hinter den Ohren hat.

Fiktiver Ort: ein Altenheim mit Blick auf den Friedhof

Marjan, im roten Hosenanzug, und Knorr, ganz leger in Anzug und T-Shirt, lasen am Sonntagabend in der Weißen Villa in Dreslers Park aus dem Kriminalroman „Pumpernickelblut“, präsentiert von der Siegener Zeitung. Der Abend wurde mehr als eine „dröge“ Lesung, denn die gebürtige Essenerin und ambitionierte Schauspielerin, die viele Jahre an den renommierten Schauspielhäusern in Bochum, Berlin und Hamburg engagiert war, spielte die Rollen der Seniorinnen, die im „Stift „Haus Fröhlich Abendschein“ ihren Lebensabend verbrachten, mit Blick auf den Friedhof. „Da wusste man wenigstens schon frühzeitig, wo die letzte Reise hinging!“, so Herbert Knorr, der nicht nur Autor und promovierter Literaturwissenschaftler ist, sondern seit 1994 auch Leiter des Westfälischen Literaturbüros in Unna.

Marjan machte Lesung zu einem Schauspiel 

Nun mag sich mancher der Zuschauer gefragt haben, was hat der Mann denn mit Krimis zu tun? Herbert Knorr ist auch einer der Festivalleiter der Krimi-Biennale Mord am Hellweg, des größten internationalen Krimifestivals Europas, auf dem sich die beiden kennenlernten. Eine glückliche Fügung. Mal war Marie-Luise Marjan, selbst 79 Jahre alt, Paula Middendorp, eine über 80-jährige Bauersfrau und Witwe mit Hang zum Prösterchen, mal Margarete Schlachthauer, die Grande Dame der Altersresidenz, die einen Fonds für gefallene Mädchen gegründet hat. Was wiederum mit ihrer Vergangenheit zu tun hat. Denn Margarete, angeblich Schauspielerin, leitete einst in München ein Edel-Bordell. Und da mag man die Ex-Kolleginnen nicht vergessen. Dann war da auch noch Else Erpenbeck, 84 Jahre, Hobbydetektivin und ehemalige Putzfrau, die gleich witterte, dass in dem ehemaligen Rittergut mit anschließendem Waldfriedhof etwas nicht stimmte.

Der "Fall" fügt sich nahtlos ein in die Realität der Erinnerungen

Ein Krimi mit westfälischem Flair und Mundart, das hätte eigentlich schon für einen vergnügten Abend gereicht. Doch die beiden spielten sich ihre Lebens-Erinnerungen wie kleine Pingpong-Bälle zu. Er ist mit Büchern aufgewachsen, und sie in Hattingen zur Schule gegangen und hat bei der Schulaufführung „Hänsel und Gretel“ mit zwölf Jahren erstmals Bühnenluft genossen. Marjan: „Ich habe die Hexe gespielt.“ Und dann hat sie ganz tief im Herzen gespürt: Da ist was drin, das raus will.
Die vitale Schauspielerin, die nach ihrer Geburt von ihrer Mutter in ein Waisenhaus gegeben wurde und mit einem Jahr zu ihren Pflegeeltern nach Hattingen kam, erzählte, wie sie sich gemeinsam mit dem WDR auf die Suche nach ihrer Mutter, nach Kanada ausgewandert, und ihrem Vater machte. Ein Pilot aus Würzburg, mit dessen 39 Verwandten sie sich immer noch einmal im Jahr trifft. Marjan: „Ich bin halb Westfälin, halb Schwäbin. Und ich bin ein Kind der Liebe.“

Letzte Folgen der "Lindenstraße" werden gedreht

Ihr soziales Engagement, wie sie mit Fake-Meldungen umgeht, ein paar Lebenstipps für die Zuschauer und natürlich ihr Lieblings-Thema, die „Lindenstraße“, deren letzte Folgen sie augenblicklich dreht („Sie müssen einfach vom 5. Januar bis 29. März schauen!“), waren verpackt in Krimi-Passagen. Und ganz zum Schluss gestand Marie-Luise Marjan noch eines: „Es macht mir nichts aus, wenn mich jemand mal mit ,Guten Tag Frau Beimer’ begrüßt.“ Schließlich spielt sie diese Paraderolle seit dem 8. Dezember 1985, und da kann es schon mal passieren, dass sich Realität und Fernseh-Fiktion vermischen.

Autor:

Jörg Langendorf aus Wilnsdorf

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