34:33 riss 900 Fans von den Sitzen

Regionalligareifes Spitzenspiel in der Oberliga

TuS Ferndorf entschied Verfolgerduell gegen VfL Mennighüffen / Viele traumhafte Tore

jb Kreuztal. 900 Fans waren begeistert von einem exzellenten Handballspiel, das als eins der besten in den letzten zehn Jahren in die Annalen des TuS Ferndorf eingehen wird. Und auf dem Spielfeld tobten sich die Spieler mit einem Freudentanz nach dem 34:33 (18:17)-Sieg über den VfL Mennighüffen aus. Von der ersten bis zur allerletzten Sekunde hatte dieses an Spannung und Tempo kaum zu übertreffende und höchst regionalligareife Spitzenspiel der Oberliga Westfalen alle Spieler zu einer Super-Leistung mitgerissen.

Da war es dann schon erstaunlich, dass wenige Minuten später beide Trainer weniger das Positive sahen sondern vielmehr nach Erklärungen suchten, dass die Abwehrreihen und die Torleute so viele Gegentore kassiert hatten. Sie hatten einfach kaum eine Chance, denn die Treffer waren das Ergebnis von hochmodernem Tempo-Handball vieler technisch sehr guter Spielern. Diese ließen den Abwehrspielern kaum noch eine Chance, mit fairen Mitteln gegenzuhalten - falls doch, drohten sofort Zeitstrafen. Dennoch ging es beim leidenschaftlichen Kampf freundschaftlich fair auf beiden Seiten zu. Von den 67 Toren waren gut und gerne 40 absolut sehenswert, viele entstanden durch geniale, blitzschnell vorgetragene Spielzüge.

Und dann war der Mut vor allem bei den Ferndorfer Spielern zu bewundern, wie sie trotz des hohen Stressfaktors zirkusreife Nummern wagten und den Ball mit effetreichen Drehern ins Tor »zauberten«. Sensationell wie abgebrüht Youngster Steven Schäfer in seinem besten Spiel im TuS-Trikot seine Chancen verwertete. Auch Routinier Dirk Pfaffenbach und ein alles gebender Spielertrainer Amund Toft zeigten, wie man mit der Lederkugel aus dem Handgelenk heraus gute Torhüter alt aussehen lassen kann. Dann waren da auch noch Ferndorfs Rückraumspieler Alex Orlov und Nils Hambloch, die bei Ferndorfs blitzartigen Angriffen gar nicht lange fackelten und sofort die Lücke zum Torschuss nutzten. Und wenn Ferndorfs Angriffe tatsächlich länger als schätzungsweise 15 Sekunden dauerten, durchbrach Michael Feldmann irgenwann auf die gewohnt blitzschnelle Weise Mennighüffens Abwehr. Wenn er nicht traf, wurde er siebenmeterreif gefoult. Dann behielt Steven Schäfer die Nerven und verwandelte auch mit hohem Risiko.

Auf der Gegenseite gab es im ersten Durchgang den absolut überragenden Torjäger Jens Thielke, der zum niedersächsischen Nord-Regionalligisten MTV Obernkirchen wechseln wird. Mennighüffen wirbelte mit tollen Spielzügen Ferndorfs Abwehr ein ums andere Mal durcheinander. Dabei gab es zwei Möglichkeiten. Meistens wurde der im linken Rückraum lauernde, unauffällig wirkende Torjäger Jens Thielke zum Torschuss eingesetzt. Der hatte durch seine Sprungkraft den Vorteil, auch seitlich an Ferndorfs attackierendem Verteidiger vorbei durch die Lücke zu schießen. Dabei verlud er in aller Seelenruhe auch noch Ferndorfs Torhüter. David Wellen, der sich beim Aufwärmen verletzt hatte, und Roger Becker waren auf verlorenem Posten. Die andere Gäste-Variante waren Spielzüge über den sehr starken Guido Klöpper und André Schultz auf den exzellenten Kreisläufer Daniel Kümper. Es gab nur die Alternative Tor oder Siebenmeter. Bei der zweiten Option trat Thielke an. Von den 17 VfL-Treffern vor der Pause hatte Thielke 12/4 erzielt. In der 2. Hälfte kümmerte sich Ferndorfs Spielertrainer Amund Toft mit einer kurzen Deckung persönlich um Thielke. Zumindest schaffte er nur noch ein Feldtor. Am Ende waren es 17/8 Treffer für Mennighüffens Top-Torjäger.

Dabei blieb es immer spannend. Schwächephasen von nur zwei Fehlangriffen brachten sofort einen Vorsprung von drei Toren. So sah es nach dem 6:3 für Ferndorf fast schon nach einer klaren Sache aus. Der TuS führte mit 17:13 (27.) erneut hoch, büßte aber seinen Vorsprung zum 18:17-Pausenstand ein und geriet nach dem Wiederanpfiff zum 18:19 erstmals nach dem 0:1 wieder in Rückstand. Dann drehte Ferndorf aber sofort wieder das Spiel, führte von 21:19 bis 29:26. Vier (schwache) Minuten später lagen die Gäste beim 30:29 ein zweites Mal vorne. Danach wurde es richtig dramatisch. Toft brachte sein Team mit einem Alleingang und riskantem Dreher wieder mit 31:30 in Führung. Bis zum 34:33 legte Ferndorf einen Treffer vor. Dann waren noch 30 Sekunden zu spielen, als Roger Becker gegen Rechtsaußen Marc Clausing den entscheidenden Ball abwehrte. In der Hektik der letzten Sekunden brachten die Fendorfer den Sieg nach Hause.

TuS Ferndorf: Becker, Wellen; Orlov (9 Tore), Hambloch (3), Pfaffenbach (2), Feldmann (6), Toft (2), Kotschmar, Schäfer (10/5), Stenske (2), Krawitz (n.e.).

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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