Aktionstag: »Aids reißt Lücken«

Kirchen und DGB laden für 16. Mai ein / »Ein Abend der Hoffnung« / Ministerin kommt

nja Kreuztal. Es soll ein informativer, aber auch unterhaltsamer Abend für Jung und Alt werden, in dessen Mittelpunkt ein ernstes Thema steht: »Aids reißt Lücken – ein Abend der Hoffnung!«, so lautet das Motto einer Veranstaltung, die am Freitag, 16. Mai, von 18.30 bis 22 Uhr in der Kreuztaler Stadthalle durchgeführt wird. Organisatoren sind die ev. und kath. Kirchengemeinden und der Deutsche Gewerkschaftsbund Siegen-Wittgenstein-Olpe (DGB).

Man wolle, so der hiesige DGB-Vorsitzende Willi Brase, die Immunschwäche wieder stärker ins Bewusstsein rücken, »denn das Problem ist noch lange nicht bewältigt«. Er rief die politischen Forderungen des Aktionsbündnisses gegen Aids in Erinnerung: »Wir wollen nicht akzeptieren, dass das elementare Menschenrecht auf Leben und Gesundheit verweigert wird und zu einer Frage von Armut und Reichtum geworden ist.«

In den armen Ländern z.B. Afrikas fehlten häufig die finanziellen Mittel für eine Behandlung der Infizierten. »Wir fordern die Bundesregierung auf, zusätzliche Mittel für die Prävention und eine menschenwürdige Versorgung der Betroffenen bereitzustellen.« Auch solle Berlin sich für den Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten für Menschen in den ärmeren Ländern einsetzen.

Der Weg des Schuldenerlasses müsse konsequenter gegangen werden. Die Pharmaindustrie müsse die unentbehrlichen Arzneien in ärmeren Ländern zum Produktionskostenpreis abgeben und diese Länder nicht an der Ausübung von Zwangslizenzen und Parallelimporten hindern. Neben diesen politischen Forderungen, so MdB Willi Brase, »wollen wir am 16. Mai aber auch ein positives Zeichen setzen, Solidarität zeigen.«

»Wir haben Verantwortung für das, was auf dieser Welt geschieht«, meinte auch der Ferndorfer Presbyter Friedrich-Wilhelm Koblenzer, zugleich Vorsitzender des Westdeutschen Förderkreises von Oikocredit (Int. Kreditgenossenschaft). Daher sei es notwendig, Netzwerke zu schaffen, die möglichst global arbeiteten. Das Thema Aids sei hierzulande »weitgehend verdrängt worden«.

»Wer in Afrika HIV-infiziert ist, hat keine Aussichten, aufgrund der lückenhaften medizinischen Versorgung und der hohen Medikamentenpreise eine Therapie zu erhalten«, weiß Pfarrer Matthias Elsermann, Beauftragter für Mission und Ökumene im Kirchenkreis Siegen. Von den weltweit 40 Millionen Infizierten lebten 95 Prozent in Entwicklungsländern und 26 Millionen in Afrika südlich der Sahara. Erschreckend seien auch die steigenden Infizierungsraten in den asiatischen Ländern. Es sei zu befürchten, dass »die wahre Katastrophe noch bevor steht«. Man wolle in der Stadthalle aber auch positive Ansätze zeigen; es solle ein ermutigender Abend werden.

Am 16. Mai wird auch Berliner Polit-»Prominenz« in der Stadthalle zugegen sein: Entwicklungshilfe-Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat ihr Kommen zugesagt. Die Organisatoren des Abends versprechen eine ausgewogene Mischung aus Information und Unterhaltung. Bis etwa 20.30 Uhr stehen Gespräche mit afrikanischen Frauen und Thomas Wüst vom Kreis-Gesundheitsamt sowie Vorträge der Ministerin und von Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller (Thema: Möglichkeiten, Solidarität zu zeigen und konkret aktiv zu werden) auf dem Programm, besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

Es liegen Unterschriftenlisten des Aktionsbündnisses gegen Aids aus; einzelne Initiativen (u.a. Eine-Welt-Forum Siegen-Wittgenstein, Aids-Koordination Kreis Siegen-Wittgenstein, Kirchenkreis-Partnerschaft Tansania, Frauengemeinschaft der Vereinten ev. Mission, Weltladen Siegen, ev. Studierendengemeinde Siegen) stellen sich vor, suchen den Dialog. In der zweiten Hälfte des Abends unterhalten zudem die Trommlergruppe Hakuna Matata und »Les Chérubins« – Band und Chor der christlichen afrikanischen Gemeinde in Siegen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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