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TKS plädiert für staatliche Hilfen
Alleingang kein Ausweg aus Gefahrenzone

Alarmstufe Rot: Aus Sicht des Thyssen-Krupp-Betriebsratsvorsitzenden Helmut Renk ist der Staat in der Pflicht, dem angeschlagenen Stahlunternehmen schnell zu helfen. Die politischen Gäste jedoch legten sich auf keine Patentlösung fest.
  • Alarmstufe Rot: Aus Sicht des Thyssen-Krupp-Betriebsratsvorsitzenden Helmut Renk ist der Staat in der Pflicht, dem angeschlagenen Stahlunternehmen schnell zu helfen. Die politischen Gäste jedoch legten sich auf keine Patentlösung fest.
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

js Eichen.  Die Zukunft der angeschlagenen Stahlsparte im Thyssen-Krupp-Konzern mit Zentrale in Essen und Standorten im Siegerland lässt die Belegschaft mit Sorgen in die Weihnachtszeit gehen. Ein massiver Stellenabbau, ein umstrittenes Kaufangebot – diese Aussichten auf mit vielen Unbekannten lassen dem Betriebsrat keine Ruhe. Das wurde am Donnerstagnachmittag nochmals deutlich, als Helmut Renk, Vorsitzender des Betriebsrats am Standort Kreuztal, CDU-Politiker verschiedener Ebenen begrüßte.
Mit Volkmar Klein (Bundestag) und Anke...

js Eichen.  Die Zukunft der angeschlagenen Stahlsparte im Thyssen-Krupp-Konzern mit Zentrale in Essen und Standorten im Siegerland lässt die Belegschaft mit Sorgen in die Weihnachtszeit gehen. Ein massiver Stellenabbau, ein umstrittenes Kaufangebot – diese Aussichten auf mit vielen Unbekannten lassen dem Betriebsrat keine Ruhe. Das wurde am Donnerstagnachmittag nochmals deutlich, als Helmut Renk, Vorsitzender des Betriebsrats am Standort Kreuztal, CDU-Politiker verschiedener Ebenen begrüßte.
Mit Volkmar Klein (Bundestag) und Anke Fuchs-Dreisbach (Landtag) und Arne Siebel (Rat) diskutierte der Belegschaftsvertreter über die Probleme des Unternehmens und das Vorhaben, die Stahlproduktion zu transformieren – Ziel ist es, in Deutschland künftig auf grüne Technologien zu setzen und Stahl klimaneutral mithilfe von Wasserstoff zu produzieren.

"Stahl ist systemrelevant“

Das, so Renk, werde nicht aus eigener Kraft gelingen – schon allein angesichts des Stahlangebots zu Dumpingpreisen aus Ländern wie China. Der Staat müsse in die Bresche springen, sich zumindest für eine gewisse Zeit in das Unternehmen einsteigen. „Stahl ist systemrelevant“, betont der Betriebsratsvorsitzende. Es sei daher wichtig, dass das Know-how im Land bleibe. Dafür müsse der Staat alles tun, Verantwortung übernehmen.
Von dem Kaufangebot des englischen Wettbewerbers Liberty Steel – das inzwischen bereits Einblicke in die Bücher von TKS nehmen darf – hält Helmut Renk nichts. „Das Familienunternehmen hat nicht aufgezeigt, wie ihm die Transformation gelingen könnte.“ Kaufen sei das eine, TKS in die Zukunft zu führen etwas anderes. „Jeder von uns kennt Leute, die hier beschäftigt sind“, umriss Volkmar Klein seine Verbundenheit mit den hiesigen Standorten.

„Man spürt die Ängste und die Betroffenheit“

„Man spürt die Ängste und die Betroffenheit.“ Er sei überzeugt, dass „der Stahl“ weit über die Firma und die Belegschaft hinaus wichtig sei. Die Frage sei nun, wie es möglich werde, die Stahlindustrie zu stärken. Ein Patentrezept hatten weder er noch seine Parteifreundin aus dem Landtag mitgebracht.
Ob ein staatlicher Eingriff zur Rettung des Unternehmens und in den Transformationsprozess hin zum „grünen Stahl“ die richtige Lösung sei, könne er nicht beantworten. „Das kann man nicht einfach ins Blaue diskutieren.“ Um zu prüfen, ob TKS Geld bekommen sollte, um Corona-bedingte Schäden auszugleichen, müsse zunächst klar sein, ob die Schieflage nicht schon in der Zeit vor der Pandemie begründet sei.
Die Siegerländer Standorte in Ferndorf und Eichen haben die Krise vergleichsweise moderat zu spüren bekommen. Das hat einen Grund: Sie produzieren nicht in erster Linie für die Autoindustrie wie ihre Kollegen aus dem Ruhrgebiet. Hier spielen auch weitere Absatzmärkte, etwa die Produzenten von Haushaltswaren, eine Rolle. „Wir sind breiter aufgestellt“, erklärt Helmut Renk. Dennoch brauche TKS eine Lösung für den Standort in Nordrhein-Westfalen. „Wir sind im Verbund zu sehen. Renk plädiert für eine „deutsche Stahlunion“ – den Zusammenschluss mit nationalen Mitbewerbern.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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