Anerkennung für 125 Jahre Tradition

Bestattungshaus Giesler bat anlässlich seines Jubiläums zum Empfang

Kreuztal. Zu einem Wochenende der Offenen Tür mit Festempfang, Ausstellung, Konzerten und Vorträgen lud das Bestattungshaus Giesler am vergangenen Wochenende anlässlich seiner Gründung vor 125 Jahren ein. In den Räumlichkeiten an der Ernsdorfer Straße in der neuen Trauerhalle empfing Otto Henrik Giesler gut 100 Gäste zum samstäglichen Empfang. Jörg Becker sorgte mit passenden Klängen für die musikalische Umrahmung.

„Einhergehend mit der langen Tradition unseres Unternehmens sehen wir die Verpflichtung, Ihnen die Bandbreite eines zukunftsorientierten Angebotes zu präsentieren. Jede Zeit hat ihre Sitten und Gepflogenheiten, die jedoch immer an den Bedürfnissen der Menschen gemessen werden sollten”, umriss der Geschäftsführer den Hintergrund der Feier. Gleichzeitig wies er auf die Ausstellung „Bestattungskultur im Wandel der Zeit” hin, die durch die Werke der Künstler Gina Preedy (Dortmund), Thomas Kellner (Siegen), Rolf Stein (Hilchenbach), Erasmus A. Baumeister (Köln) und diversen Sargherstellern bestückt wurde.

Bürgermeister Rudolf Biermann bescheinigte dem Unternehmen, dass es ihm gelungen sei, den Wandel der Zeit zu verstehen. Ein angemessener, würdevoller Rahmen werde stets geschaffen, damit die Angehörigen von ihren Verstorbenen Abschied nehmen könnten. Das Trauerwesen in Deutschland befinde sich in einem tiefgreifenden Wandel. Bestattungen ohne Feiern würden immer häufiger, die Trauer selbst sei aus dem öffentlichen Leben fast verschwunden. Die Zerlegung des Todes in Einzelelemente, Krankenhaus, Pflegeheim, Bestattungsunternehmen und Friedhofsbürokratie nannte der Bürgermeister hier, seien Symptome des „Verdrängungsklischees”.

Der Umgang mit den Toten werde eingereiht in ein System, das der Funktionalität größeren Wert beimesse als dem Recht auf Selbstbestimmung. Zu den Verlierern dieser Entwicklung gehörten die Kirchen, deren ureigenen Domäne Tod und Bestattung in früheren Zeiten gewesen seien. Eine Liberalisierung des Bestattungswesens sei zu erwarten.

Dr. Rolf Lichtner, Generalsekretär vom Bundesverband Deutscher Bestatter Düsseldorf, überreichte dem Geschäftsführer eine Urkunde in Anerkennung der in 125 Jahren geleisteten Dienste. Das Institut Giesler sei ein deutliches Zeichen für Tradition und einen funktionierenden Mittelstand. Gerade der Bestattungsunternehmer befinde sich auf einer komplizierten Gradwanderung zwischen Wettbewerb, Anforderungen des Marktes und der Verpflichtung, den Angehörigen gegenüber Zurückhaltung und Pietät zu wahren.

Die zukünftigen Herausforderungen, die ein verändertes Bestattungswesen mit sich bringe, habe das Unternehmen Giesler bereits angenommen. Den Anforderungen an einen Bestattungsunternehmer nach solider Ausbildung, Dienstleistungsbereitschaft und Kundenorientierung sowie dem Vorsorge-Gedanken für eigene Bestattung, die sich auch immer weiter individualisiere, sah der Generalsekretär in Kreuztal Rechnung getragen.

Volker Bäumer, Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde Kreuztal, bescheinigte dem Unternehmen eine gute, vertrauensvolle, verschwiegene und freundschaftliche Zusammenarbeit mit der Kirche und sah hier echte Professionalität im ursprünglichen lateinischen Wortsinne der Berufung (professio) am Werke. Die Festtage wurden ferner bereichert durch Konzerte von Simone Kaskel-Müller und Raphael Müller (Orgel und Querflöte) sowie einer Gospeleinlage unter Leitung von Helmut Jost. Paul Hermann Stöber aus Solingen bot die Möglichkeit, Gesichtsmasken abnehmen zu lassen. Vorträge zu Themen wie „Testament und Erbrecht”, „Bestattungsvorsorge und -arten”, „Menschenwürdig sterben” und „Patiententestamente und -verfügungen” rundeten das Geschehen ab.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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