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Paukenschlag in Kredenbach
„Aus“ für Krombach-Armaturen

Seit Donnerstagmorgen (23. Januar) herrscht traurige Gewissheit: Das ehemalige Familienunternehmen Krombach-Armaturen hat keine Zukunft, bis zum kommenden Jahr soll der Standort weitestgehend abgewickelt werden.
  • Seit Donnerstagmorgen (23. Januar) herrscht traurige Gewissheit: Das ehemalige Familienunternehmen Krombach-Armaturen hat keine Zukunft, bis zum kommenden Jahr soll der Standort weitestgehend abgewickelt werden.
  • Foto: Jan Schäfer
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cs Kredenbach. Harte und schmerzhafte Einschnitte hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben – diese Nachricht dürfte am Donnerstagmorgen bei den Beschäftigten von Krombach-Armaturen aber dennoch wie eine Bombe eingeschlagen sein. Das ehemalige Familienunternehmen steht vor dem endgültigen „Aus“. Die rund 150 verbliebenen Angestellten seien darüber informiert worden, dass der Betrieb mit Sitz an der Marburger Straße in Kredenbach bis zum kommenden Jahr auf nur noch 20 Prozent der aktuellen Belegschaft zurückgefahren werden solle, bestätigte Andree Jorgella am Donnerstagnachmittag entsprechende Informationen der Siegener Zeitung.
Für die Mitarbeiter ein "Riesen-Schock"„Mit 30 Leuten wird der Standort nicht zu halten sein“, stellte der Geschäftsführer der IG Metall Siegen fest.

cs Kredenbach. Harte und schmerzhafte Einschnitte hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben – diese Nachricht dürfte am Donnerstagmorgen bei den Beschäftigten von Krombach-Armaturen aber dennoch wie eine Bombe eingeschlagen sein. Das ehemalige Familienunternehmen steht vor dem endgültigen „Aus“. Die rund 150 verbliebenen Angestellten seien darüber informiert worden, dass der Betrieb mit Sitz an der Marburger Straße in Kredenbach bis zum kommenden Jahr auf nur noch 20 Prozent der aktuellen Belegschaft zurückgefahren werden solle, bestätigte Andree Jorgella am Donnerstagnachmittag entsprechende Informationen der Siegener Zeitung.

Für die Mitarbeiter ein "Riesen-Schock"

„Mit 30 Leuten wird der Standort nicht zu halten sein“, stellte der Geschäftsführer der IG Metall Siegen fest. Für die Mitarbeiter sei dies ein „Riesen-Schock“ gewesen, auch die erfahrenen Gewerkschafter wurden kalt erwischt. Jorgella: „Wir hatten mit weiteren Maßnahmen gerechnet – in dieser Dramatik aber sicher nicht.“ Lediglich weitere Einschnitte habe man durchaus kommen sehen.
Im Mai 2018 schaffte es Krombach-Armaturen letztmals in die Schlagzeilen, da stand beim 2008 von der amerikanischen Crane-Gruppe übernommenen Unternehmen der nächste Stellenabbau an. Waren es im Jahr 2012 noch 330 Beschäftigte, verloren seinerzeit weitere 70 der schon auf 200 Mitarbeiter zusammengeschrumpften Belegschaft ihren Job.
Die Friedrich Krombach GmbH sei „gezwungen, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen“ – als „Reaktion auf die Verschlechterung in der Kraftwerksindustrie“, hieß es damals auf eine SZ-Anfrage. „Reduzierung der Fertigungskapazität“ und damit verbunden „entsprechende Personalanpassungen“ fielen als weitere unschöne Schlagworte. Und: Diese Entscheidungen seien „notwendig, um die Zukunft des Standorts Kreuztal zu sichern“.

IG Metall erhebt Vorwürfe gegen die Crane-Gruppe

Jetzt herrscht traurige Gewissheit, dass es diese Zukunft für den Standort nicht geben wird. Andree Jorgella gestand der Crane-Gruppe zwar durchaus zu, dass man sich in einem äußerst schwierigen Segment bewege, schließlich schwächelt die Kraftwerksindustrie, für die der Betrieb Schwenkarmaturen, Drossel- und Absperrklappen sowie Rückschlagarmaturen herstellt, seit Jahren in erheblichem Maße. Am Vorgehen der Crane-Gruppe ließ der Gewerkschaftschef dennoch kein gutes Haar. Seit der Übernahme sei die Tendenz zur Produktion von Produkten „von der Stange“ sowie zum Verlust von wertvollem Know-how zu erkennen gewesen. Dass sich die Schließung des Standortes im Kreuztaler Ortsteil noch abwenden lässt, glaubt Jorgella nicht.

"Wir brauchen nun nicht mehr lieb zu sein"

Aus früheren Abwicklungen sei zu vernehmen gewesen, dass die Crane-Gruppe nicht von derlei Planungen abrücke und, um es an dieser Stelle vorsichtig zu formulieren, zudem wenig Gesprächsbereitschaft mit den Gewerkschaften an den Tag lege.
„Wir brauchen nun nicht mehr lieb zu sein“, stellte Jorgella vielmehr fest und unterstrich, dass es nun darum gehe, den Beschäftigten mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Die Ursprünge des Unternehmens wurzeln im Jahr 1948 in Hilchenbach, wo man sich zunächst der Fertigung von Maschinenteilen für die Textilindustrie verschrieben hatte. Seit 1957 ist die Firma in Kredenbach heimisch.

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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