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Straßenausbau in Kredenbach
B 508 bekommt Bleifußbremsen

Der erste Bauabschnitt,  zwischen Kredenbach und Dahlbruch, soll 2020 in Angriff genommen werden.
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  • Der erste Bauabschnitt, zwischen Kredenbach und Dahlbruch, soll 2020 in Angriff genommen werden.
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js Kredenbach/Ferndorf. Wie eine Perlenkette reihen sich die laufenden und noch ausstehenden Baumaßnahmen an der B 508 im Ferndorftal aneinander. Erst dann, wenn der gesamte Streckenabschnitt zwischen Kreuztal und Hilchenbach samt durchgängiger, sicherer Radwegverbindung fertiggestellt ist, wird der Landesbetrieb Straßenbau NRW die Bundesstraße wieder ein wenig aus dem Blick nehmen können. Während der Ausbau in Ferndorf und Allenbach derzeit sichtbar voranschreitet, stellte Straßen NRW am Dienstagabend mit einem Dutzend Mitarbeiter in der Kredenbacher Turnhalle vor, wie die Bauabschnitte zwischen Dahlbruch und Ferndorf angepackt werden sollen.

Im Schnitt 17 000 Kraftfahrzeuge nutzen diesen Streckenabschnitt täglich, der Schwerlastverkehr macht 6 Prozent davon aus.

js Kredenbach/Ferndorf. Wie eine Perlenkette reihen sich die laufenden und noch ausstehenden Baumaßnahmen an der B 508 im Ferndorftal aneinander. Erst dann, wenn der gesamte Streckenabschnitt zwischen Kreuztal und Hilchenbach samt durchgängiger, sicherer Radwegverbindung fertiggestellt ist, wird der Landesbetrieb Straßenbau NRW die Bundesstraße wieder ein wenig aus dem Blick nehmen können. Während der Ausbau in Ferndorf und Allenbach derzeit sichtbar voranschreitet, stellte Straßen NRW am Dienstagabend mit einem Dutzend Mitarbeiter in der Kredenbacher Turnhalle vor, wie die Bauabschnitte zwischen Dahlbruch und Ferndorf angepackt werden sollen.

Im Schnitt 17 000 Kraftfahrzeuge nutzen diesen Streckenabschnitt täglich, der Schwerlastverkehr macht 6 Prozent davon aus. Durchschnittlich 120 Radfahrer treten hier täglich in die Pedale. „Das ist viel für unsere Region“, erklärte Projektleiter Johannes Müller. „Und das, obwohl dort noch kein Radweg vorhanden ist.“ Zudem liege ein erheblicher Sanierungsbedarf vor. Der Landesbetrieb will die B 508 nicht nur nach allen Regeln der Kunst neu ausbauen – 70 Zentimeter tief. Zudem werden sämtliche Versorgungsleitungen im Untergrund erneuert. Neue Gasleitungen werden im Zuge der Arbeiten verlegt.

Der Wasserverband Siegen-Wittgenstein plant, eine zusätzliche Trinkwasser-Hauptversorgungsleitung von der Breitenbachtalsperre bis Kredenbach/Ferndorf zu verlegen. Die Kreuztaler Wasserkrise vor einem Jahr war den Versorgern eine unliebsame Lehre; sie möchten nun ein redundantes System aufbauen. Die Rohre mit 80 Zentimetern Durchmesser sollen in bzw. unter der B 508 verlegt werden. Doch auch an der Oberfläche sollen Veränderungen zu sehen sein und insbesondere die Sicherheit erhöhen: mit getrennten Geh- und Radwegen, Mittelinseln und einem weiteren Kreisverkehr.

Erster Bauabschnitt: Vor Einkaufszentrum

Erster Bauabschnitt wird der Bereich zwischen den Ortsschildern von Kredenbach und Dahlbruch sein. Die Planungen dazu hat Straßen NRW bereits so weit vorangetrieben, dass ein Baustart im Jahr 2020 ansteht. Der Anschlussbereich an das Einkaufszentrum Kredenbach wurde bei dessen Neubau bereits fertig angelegt. Dort, wo heute schon eine Mittelinsel als Querungshilfe dient, soll künftig auch ein Fußgängerüberweg eingerichtet werden. Wo gehobelt wird, fallen Späne – oder größer gesagt: Wo Straßen ausgebaut werden, fallen mitunter Bäume. Eine Reihe von Birken wird gefällt, um Platz zu machen für den Rad- und Gehweg. Ein Erhalt sei nicht möglich gewesen, hieß es.

Zweiter Bauabschnitt: Ortsdurchfahrt

Zweiter Bauabschnitt ist die Kredenbacher Ortsdurchfahrt. Hier liegt nunmehr ein Vorentwurf vor, gebaut werden soll etwa ab 2022/23, wie Johannes Müller erläuterte. Noch sind Grunderwerbsgespräche zu führen, Beteiligungsverfahren stehen ebenfalls aus. Ingenieur Klaus Marenbach erläuterte den rund 70 Gästen, wie, wo und warum sich die Kredenbacher Ortsdurchfahrt ändern soll. Derzeit stelle sie eine ziemlich lange, weit einsehbare Gerade dar. „Das verleitet dazu, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht eingehalten wird.“ Als Bremshilfe für Bleifüße soll unmittelbar vor der Ortseinfahrt aus Richtung Ferndorf ein Fahrbahnteiler mit talseitiger -verschwenkung dienen. Zudem soll die Kreuzung B 508/Martinshardt-/Kredenbacher Straße zu einem Kreisel umgebaut werden. Das „Elefantenklo“ bekommt einen Nachbarn. Das habe den Vorteil, dass die Kredenbacher Ortsdurchfahrt eine definierte Mitte bekomme; zudem seien hier an allen vier Adern Zebrastreifen eingeplant.

Die derzeit als Buskaps angelegten Haltestellen sollen wieder ausgebuchtet werden, wenn der notwendige Grunderwerb möglich ist. Nur im Bereich der Kredenbacher Tankstelle wird aufgrund von Platzmangel ein Buskap bleiben. Platz wird an dieser Stelle lieber für eine Linksabbiegerspur eingeplant; auch für die Zufahrt des Möbelmarktes soll eine solche Linksabbiegerspur gebaut werden. Die Kreuzung B 508/Kellershain/Altlohe wird weiterhin mit Ampeln versehen.

Dritter Bauabschnitt: freie Strecke

Dritter Bauabschnitt ist die freie Strecke zwischen Kredenbach und Ferndorf, genauer gesagt: bis zur künftigen Anschlussstelle für die Kreuztaler Südumgehung. Gebaut werden könnte dort ab 2023, hier ist der Landesbetrieb aber erst im Vorplanungsstadium. Wunsch von Straßen NRW ist es, dass die B 508 n durchs Mattenbachtal bis zum Bau dieses Abschnitts so weit fertig ist, dass die Anbindung in einem Zuge mit gebaut werden kann. Auch die Lücke bis zum Abzweig Zitzenbachstraße soll dann geschlossen werden.

Für alle Abschnitte gilt: Gebaut wird bei halbseitiger Sperrung, die jeweiligen Strecken werden zur Entzerrung noch einmal in kleinere Phasen unterteilt. Lediglich beim Auftragen der Fahrbahndecke werden Vollsperrungen – etwa für ein Wochenende – notwendig sein.

Nach dem Überblick der Projektplaner hatten die Besucher Gelegenheit, ins Detail zu gehen. Straßen NRW hatte die Infoveranstaltung als Messe angelegt. Thematisch sortiert gab es Einblicke in Planungsunterlagen, Rechtliches, Grunderwerbsfragen, Entwässerungsüberlegungen. Für gezielte Fragen stand das Team des Landesbetriebs bereit.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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