Bauhistorisches Kleinod »zweifellos gefährdet«

»Wiewersch Huss« äußerst desolat / Zukunft ungewiss

nja Osthelden. »Wiewersch Huss« am »Alter Weg 3« in Osthelden dürfte eines der ältesten Fachwerkhäuser des Siegerlands sein. Laut Inschrift wurde es 1657 erbaut. Ob es seinen 350. Geburtstag allerdings noch erleben wird, dahinter steht noch ein Fragezeichen. Derzeit, so bestätigte Kreuztals Kulturamtsleiter Michael Townsend auf Anfrage der SZ, wird nämlich geprüft, ob das Gebäude »erhaltensfähig« ist.

Der mittlerweile äußerst marode Fachwerkbau wurde Ende 2001 vorläufig unter Denkmalschutz gestellt. Er sei schon länger in einem schlechten Zustand gewesen. Der vergangene Winter, so Townsend, habe ihm allerdings »den letzten Kick« gegeben. Nun werde zum einen geprüft, »wieviel erhaltenswerte Substanz überhaupt noch übrig« sei. Parallel dazu erfolge eine Wirtschaftlichkeitsprüfung. Dabei werde auch die potenzielle Perspektive des Gebäudes geklärt: »Wir befinden uns mitten im Verfahren. Das Haus ist aber zweifellos gefährdet.« Doch gebe es immer wieder Objekte, für die sich auch ein hoher Sanierungsaufwand lohne. Aus Gründen der Bauordnung sei das Grundstück vom Eigentümer mittlerweile mit einem Zaun abgesichert worden. Der Besitzer sei äußerst kooperativ.

Eine mögliche Eintragung in die Denkmalliste der Stadt war schon seit mehreren Jahren ein Thema. Mehrfach, so Townsend, habe aber der Besitzer gewechselt. Dies sei ein Grund dafür gewesen, dass die Stadt die Unterschutzstellung zwar nicht aus den Augen verloren, aber auch nicht forciert habe. Die Schäden im Fachwerk in derart starker Ausprägung seien erst zutage getreten, als der jetzige Eigentümer die von den Vorbesitzern offenbar nicht sachgemäße Verkleidung entfernt habe.

2001 hatte die FDP-Fraktion nachgefragt, was mit dem Gebäude geschehe, und auch beantragt, die Stadt möge prüfen, ob es in die Denkmalliste eingetragen werden könne. Seitdem hätten mehrere Gespräche und Ortstermine, auch mit Experten des Westfälischen Amts für Denkmalpflege, stattgefunden. Die endgültige Abstimmung stehe noch aus.

»Wiewersch Huss« sei auf jeden Fall für Osthelden und Kreuztal von großer Bedeutung – allein schon aufgrund seines hohen Alters. »Trotz mancher Misserfolge machen wir in Kreuztal eine der erfolgreichsten Denkmalschutzarbeiten der Region«, so Townsend. Die Kommune als Untere Denkmalbehörde versuche aber immer, mit dem Eigentümer eine gemeinsame Lösung zu finden: »Wenn uns das gelingt, ist ein Gebäude in seinem Bestand gesichert.« Bei »schwierigen Objekten« würden so z.B. gegebenenfalls gewisse bauliche Veränderungen zugelassen – so geschehen nicht zuletzt auch bei der Sanierung der Weißen Villa. Ob mit Abstrichen dieser Art »Wiewersch Huss« noch zu retten ist, bleibt abzuwarten.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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