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Verkehrsbehinderungen auf der B508
Baustelle bremst Busse aus

Der Busverkehr im Ferndorftal gerät durch die Baustelle in Allenbach mächtig in Bredouille.
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  • Der Busverkehr im Ferndorftal gerät durch die Baustelle in Allenbach mächtig in Bredouille.
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js Ferndorf/Kredenbach. Eine allmorgendliche Geduldsprobe müssen die Jungen und Mädchen seit gut zwei Wochen absolvieren, wenn sie auf den Schulbus warten, der sie aus Ferndorf in die Grundschule Kredenbach bringt. Seitdem die B-508-Erneuerung in Allenbach eine Verkehrsregulierung per Drei-Phasen-Ampelschaltung im Bereich des Kreisels mit sich bringt, hat es nicht nur den Linienbusverkehr im Ferndorftal abermals in die Knie gezwungen. Insbesondere dieser eine Schulbus, Startpunkt Gartenstraße, kommt stets mit deutlicher Verspätung.

Rund 20 Minuten später als terminiert – just wenn in Kredenbach der Unterricht eingeläutet wird – werden die Kinder eingeladen.

js Ferndorf/Kredenbach. Eine allmorgendliche Geduldsprobe müssen die Jungen und Mädchen seit gut zwei Wochen absolvieren, wenn sie auf den Schulbus warten, der sie aus Ferndorf in die Grundschule Kredenbach bringt. Seitdem die B-508-Erneuerung in Allenbach eine Verkehrsregulierung per Drei-Phasen-Ampelschaltung im Bereich des Kreisels mit sich bringt, hat es nicht nur den Linienbusverkehr im Ferndorftal abermals in die Knie gezwungen. Insbesondere dieser eine Schulbus, Startpunkt Gartenstraße, kommt stets mit deutlicher Verspätung.

Rund 20 Minuten später als terminiert – just wenn in Kredenbach der Unterricht eingeläutet wird – werden die Kinder eingeladen. Bis sie nach weiteren Haltepunkten die knapp 4 Kilometer entfernte Schule erreichen, hat sich die Verspätung weiter ausgedehnt, bis zu 26 Minuten – an regulären Unterricht ist in der ersten Stunde mitunter nicht zu denken. „Das ist eine Katastrophe“, sagt Konrektorin Arissa Gebhardt. Nicht nur gehe viel wertvolle Lernzeit verloren, auch die Unterrichtsplanung werde deutlich erschwert. Zudem schlügen Beschwerden von Eltern in der Schule auf, die zu spät zur Arbeit kämen – weil die Kinder nicht rechtzeitig im Bus säßen.

Der Grund für die stets extrem verschobene Ankunft des Busses in Gartenstraße und folgenden Haltestellen liegt in Allenbach. Der zwischen Ferndorf und Kredenbach eingesetzte Bus wird morgens zuvor für den Hilchenbacher Schulverkehr eingesetzt, musste zeitweise zwei Mal in beide Richtungen durch den Allenbacher Ampelstau fahren, bevor die Kinder der Kindelsbergkommune befördert werden.

Der Zweckverband Westfalen-Süd (ZWS) habe in der Vergangenheit – und werde dies auch weiter tun – „Gespräche mit den Straßenbaulastträgern geführt, um zu erreichen, dass Baustellen so durchgeführt werden, dass der ÖPNV so wenig wie möglich beeinträchtigt“ werde, erklärt Geschäftsführer Günter Padt. „Leider haben wir keine rechtlichen Möglichkeiten, unsere Position gegenüber den Straßenbaulastträgern durchzusetzen.“

Dass VWS-Chef Klaus-Dieter Wern vor knapp zwei Wochen auf die begrenzten Möglichkeiten des Nahverkehrsplans hingeweisen habe, sei „bedingt richtig“ gewesen. „Neben der Festlegung der Verkehrsleistungen (Menge, Linienführung, Verkehrstage etc.) werden im Nahverkehrsplan auch Qualitätsziele verankert“, so Padt. „Danach ist das Ziel für die Pünktlichkeit dahingehend festgelegt, dass 95 Prozent der Ankünfte pünktlich (max. eine Verspätung von bis zu 3,59 Minuten) sein müssen.“ Den VWS stehe es frei, Pufferzeiten auf kritischen Korridoren in die Fahrpläne einzubauen. „Dies bedingt dann natürlich einen erhöhten Mitteleinsatz bei der VWS.“

Konkret betroffen von den derzeitigen Verkehrsproblemen seien neben dem mobilen Individualverkehr die Linien R11 und L163 und mit Wechselwirkungen die Linien R10 und C105. „Da auf die Baustellenabwicklung kein Einfluss genommen werden kann, besteht aus meiner Sicht nur die Möglichkeit, über die Anpassung der Schulzeiten einen stabilen Unterrichtsbeginn zu gewährleisten“, so Padt. Der ZWS werde sich weiterhin dafür einsetzen, dass die Belange des ÖPNV bei der Baustellenabwicklung berücksichtigt würden, damit die Beeinträchtigungen so gering wie möglich gehalten würden. „Gegebenenfalls muss dies auch zu Lasten des mobilen Individualverkehrs erfolgen.“

Gerhard Bettermann, Leiter Betrieb und Technik bei den VWS, räumte im SZ-Gespräch ein, dass es nach wie vor massive Verspätungen im Busverkehr gebe wegen der Allenbacher Baustelle. Durch die Veränderung von Bus-Umläufen hätten die VWS versucht, diese Problematik anzupacken. Der Schulbus Gartenstraße sei inzwischen nicht mehr zweimal, sondern nur noch einmal im Baustellenbereich unterwegs, bevor er nach Ferndorf fahre. Verspätet kam er dennoch, u. a. hätten die zusätzlichen Rodungsarbeiten in Kredenbach ihren Beitrag geleistet. Es sei nicht leicht, mit den baustellenbedingten Verstopfungen im Ferndorftal umzugehen. Von Bauphase zu Bauphase müsse neu gedacht werden. Separate Busse seien eine Möglichkeit, meint Bettermann. Die Frage sei dann nur: Wer komme für die dadurch entstehenden Kosten auf?

Landrat Andreas Müller, den VWS-Chef Wern ebenfalls auf die aktuelle Verkehrsproblematik angesprochen hat, befindet sich derzeit auf einer Dienstreise. „Er wird sich mit dem Thema beschäftigen, wenn er wieder da ist“, teilte eine Sprecherin der Kreisverwaltung auf Anfrage mit.

Der Busverkehr im Ferndorftal gerät durch die Baustelle in Allenbach mächtig in Bredouille.
Haltestelle Gartenstraße Ferndorf, 8.10 Uhr: Der Schulbus rollt just in dem Moment an, in dem er laut Fahrplan die Kinder bereits Kilometer talaufwärts abgeliefert haben sollte.
Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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