Betriebe sprühen vor Begeisterung

Lackierer aus ganz Deutschland informierten sich bei Schepp über die VOC-Vorgaben

Krombach. Es ist fünf vor Zwölf. Der Gesetzgeber verlangt von den Lackierbetrieben in Deutschland, spätestens bis zum 31. Oktober den zuständigen Behörden – bei uns: dem Staatlichen Umweltamt Siegen – mitzuteilen, wie sie die so genannten leicht flüchtigen organischen Bestandteile (Volatile Organic Compounds, kurz VOC) in ihren Lacken reduzieren wollen. Mit ihrer Verordnung nach Bundesimmissionsschutz-Gesetz setzt Berlin den Willen der EU-Kommission und damit europäisches Recht um.

»Lange hat der Markt über die VOC-Regelungen und die immer näher rückenden Fristen zu deren Durchführung gesprochen. Viel wurde diskutiert, wann und wie die Regelungen in Kraft treten werden. Jetzt gibt es keinen Grund mehr für weitere Diskussionen, es ist Zeit zu handeln«, so der Geschäftsführer der Phillipp Schepp GmbH, Rainer Schepp. Sein Appell richtete sich an 70 Unternehmer aus der Lackiererei-Branche, die jetzt anlässlich einer Firmenschulung durch Glasurit – dem führenden Hersteller für Fahrzeuglacke und BASF-Tochterunternehmen – den Krombacher Betrieb besuchten. Nachdem die Frist für alle Alt- und Neuanlagen zur Anmeldung bei Umwelt-, Gewerbeaufsichts- oder Landratsämtern im August vergangenen Jahres abgelaufen ist, heißt es, so Schepp, nun »Butter bei die Fische«!

Und die Betriebe sprühen vor Begeisterung. Entweder weil sie noch im Eiltempo bürokratische Lösungsmittelbilanzen aufstellen und ihre Lackieranlagen technisch auf- und umrüsten müssen. Oder weil sie all dies bereits erledigt haben. Betroffen von der VOC-Richtlinie sind alle Unternehmen, die Lacke in der Fertigung einsetzen: Sei es der Karosseriebauer, der neue Fahrzeuge einfärbt, oder sei es der Dienstleister, der Unfallschäden lackiert oder Werbung aufsprüht. Die Verordnung verpflichtet alle, weniger Lösemittel einzusetzen, denn die flüchtigen organischen Verbindungen in ihnen sind gesundheitsschädlich für den Menschen und belasten die Umwelt.

Die Lösemitteleinsparung ist bei aufwändigen Produktionsverfahren Gramm für Gramm je Einsatzstoff in einer Lösemittelbilanz nachzuweisen, in der Regel aber genügt der so genannte einfache Nachweis in Form einer verbindlichen Erklärung, die die Lackier-Unternehmen Schepp & Co. eben bis Herbst abgegeben haben müssen. Spätestens November 2007 müssen dann alle die strikten VOC-Grenzwerte einhalten, Zielmarke ist damit kurzfristig eine Lösemittelreduzierung von 60 Prozent.

»Das ist für uns kein Problem«, sagt Rainer Schepp. Das 1880 ursprünglich als Malerbetrieb gegründete Familienunternehmen mit heute 22 Mitarbeitern erfüllt bereits mit den im Jahr 2001 errichteten Anlagen die VOC-Vorgaben. Egal ob es um Lkw- oder Pkw-Lackierungen, Karosserieausbesserungen oder aber um Beschriftungen geht. Das Unternehmen ist aufgestellt: »Wir haben in Spritzkabinen, Abluft- und Filteranlagen und in die Entsorgung investiert, so dass wir nicht nur Grenzwerte einhalten, sondern wirtschaftliche Vorteile erzielen«, erklärt Firmenchef Schepp. Dank Technikeinsatz und neuer Lacke mit verbesserten Materialeigenschaften spart Schepp Zeit und Geld. Die Sprüh- und die energieintensiven Trockenzeiten der Spritzvorgänge konnten halbiert, der Lösemitteleinsatz bereits um 40 Prozent gesenkt werden.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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