Israelisch-deutsche Jugendbegegnung
Blicke zurück sowie ins Hier und Heute

Am Mittwoch begrüßte Kreuztals Bürgermeister Walter Kiß (2.v.r.) die Gäste aus Israel und deren Gastgeber. Unterstützt wird der Kreisjugendring in diesem Jahr von den ev. Kirchengemeinden Krombach und Kreuztal.
2Bilder
  • Am Mittwoch begrüßte Kreuztals Bürgermeister Walter Kiß (2.v.r.) die Gäste aus Israel und deren Gastgeber. Unterstützt wird der Kreisjugendring in diesem Jahr von den ev. Kirchengemeinden Krombach und Kreuztal.
  • Foto: Anja Bieler-Barth
  • hochgeladen von Anja Bieler-Barth (Redakteurin)

nja Kreuztal/Siegen. Locker und fröhlich war die Stimmung am Mittwochmorgen – das persönliche Kennenlernen war zwar nach zwei Tagen sicherlich noch in vollem Gange, aber dank sozialer Medien stehen die 18 jungen Israelis und ihre deutschen Gastgeber aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein schon seit geraumer Zeit via Handy und Computer in regem Austausch: Seit 1966 organisieren der Kreisjugendring Siegen-Wittgenstein und der Kreis Emek Hefer Jugendtreffen – mal hier, mal dort.
Derzeit verweilen also junge Leute aus dem israelischen Partnerkreis und ihre drei Begleiter in Siegerland und Wittgenstein, um persönliche Kontakte zu knüpfen, das Leben in Deutschland und natürlich auch in der hiesigen Region kennenzulernen. Mit im Boot der Organisatoren und Gastgeber sind diesmal die ev. Kirchengemeinden Krombach und Kreuztal. Und so empfing Kreuztals Bürgermeister Walter Kiß Gäste und Gastgeber Mittwochmorgen in der Weißen Villa, erzählte alles Wissenswerte über die zweitgrößte Stadt des Kreisgebiets und suchte den Austausch mit der Jugend – die er sodann auf ein Eis und ein Getränk in die City einlud, nachdem sie sich ins Gästebuch der Stadt eingetragen hatten.

"Heißer als in Israel"

Ihre erster Eindruck von Deutschland? Heidelberg stand schon auf der Besuchsliste und beeindruckte mit seiner Altstadt. Alte Städte in Israel, so berichteten die Gäste, sähen gänzlich anders aus. „Funny“, also witzig, fand ein Jugendlicher das deutsche Wetter. Bei der Landung in Frankfurt sei es tatsächlich heißer gewesen als in der Heimat. Der Wechsel von Sonne und Regen sei „awesome“, also genial.

In Gastfamilien untergebracht

Untergebracht sind die jungen Leute wieder in Gastfamilien. So lernen sie den Alltag vor Ort ganz ungefiltert und ohne Schwellen kennen. „Im Vorfeld gab es schon eine Whattsapp-Gruppe“, erzählte Barbara Friedrich vom Kreisjugendring. Videos seien so ausgetauscht worden – das Kennenlernen habe also schon früh begonnen.

Breitgefächertes Programm

Das zweiwöchige Programm spannt einen weiten Bogen: von gemeinsamer, fröhlicher Freizeitgestaltung (so wird z. B. Kanu gefahren und gezeltet) über Besichtigungen vor Ort (z. B. der SMS Group in Dahlbruch, des Stahbergmuseums in Müsen, des historischen Haubergs Fellinghausen und des Hermelsbacher Friedhofs in Siegen samt alternativer Stadttour zum Thema „Stolpersteine“) und jenseits der Kreisgrenze bis hin zu Begegnungen, bei denen die Auseinandersetzung mit dem Holocaust im Fokus steht: So besuchen Israelis und Deutsche auch die Gedenkstätte Hadamar – jenen Ort, an dem die Nationalsozialisten Menschen mit Behinderungen und psychischen Krankheiten systematisch ermordeten.

Es gehe immer wieder um Geschichte, um jüdisches Leben in Deutschland vor dem Nationalsozialismus, um die Vernichtung der Juden und ihrer Kultur, schreibt Heiner Giebeler, Geschäftsführer des Kreisjugendrings, im Vorwort zum zweiwöchigen Besuchsprogramm. Stichwort Hadamar: „Im Anschluss an diese Besichtigung wollen wir aber auch zeigen, wie sich unsere Gesellschaft verändert hat“, so Barbara Friedrich. Geplant sind soziale Projekte, „in deren Verlauf Menschen mit Behinderung unseren Jugendlichen etwas beibringen“. Eine schöne Idee! Ins Gespräch kommen, gemeinsame Erfahrungen sammeln und somit mehr als ein Zeichen der Versöhnung setzen: Dazu bietet der Jugendaustausch seit 1966 die Gelegenheit. Zum Ende der Reise geht es dann gemeinsam nach Berlin. Der Gegenbesuch in Israel steht für die nächsten Osterferien an.

Am Mittwoch begrüßte Kreuztals Bürgermeister Walter Kiß (2.v.r.) die Gäste aus Israel und deren Gastgeber. Unterstützt wird der Kreisjugendring in diesem Jahr von den ev. Kirchengemeinden Krombach und Kreuztal.
Die Teilnehmer der israelisch-deutschen Jugendbegegnung trugen sich in das Gästebuch der Stadt Kreuztal ein.
Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.