Bombensuche mit der Baggerschaufel

Hinter diesen scheinbar gewöhnlichen Erdarbeiten steckte gestern die gezielte Suche nach einem Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg.  Foto: js
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js Kreuztal. Die scheinbar unspektakuläre Baugrube, die gestern im Laufe des Tages vor dem Umspannwerk am Kreuztaler Heugraben gebaggert wurde, hatte es in sich – oder eben doch nicht. Wie berichtet, musste vor der weiteren Umgestaltung des Areals zwischen Innenstadt und Bahnhof der Kampfmittelräumdienst anrücken, um nach einem Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg zu suchen.

Die Auswertung von Luftbildern der Alliierten, die nach dem Bombenangriffen auf das Ferndorftal gemacht und später den deutschen Behörden zur Verfügung gestellt worden waren, hat ergeben, dass an dieser Stelle ein Blindgänger liegen könnte. „Auf den Fotos waren zehn bis zwölf Bombentrichter erkennbar“, erläuterte gestern Horst Firzlaff, Feuerwerker der Bezirksregierung Arnsberg, im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Darüber hinaus sei im Jahre 1945 auf dem Heugraben-Areal, rund 100 Meter vom Bahnhofsgebäude entfernt, eine Bombe gefallen, die nicht detoniert sei.

Probebohrungen und elektromagnetische Untersuchungen des Erdreichs hatten ergeben, dass vor der nun anstehenden Umgestaltung des Geländes zur Sicherheit nach einem solchen Blindgänger gegraben werden müsste. „Es handelt sich nur um einen latenten Verdacht“, erklärte Horst Firzlaff den wenig Aufsehen erregenden Erdaushub. Nur wenn dieser sich erhärtet hätte, wären umfangreiche Sicherungsmaßnahmen an der 4 Meter tiefen, mit Grundwasser gefüllten Grube erforderlich geworden. Es sei aber auch durchaus möglich, dass der gesuchte Blindgänger bereits vor Jahrzehnten entschärft worden sei, ohne dass dies dokumentiert wurde.

Der gestrige Einsatz hat nach Angaben des Kreuztaler Tiefbauamtsleiters Reinhard Hoffmann jedenfalls keinen Blindgänger zutage gebracht. Dass bei den Messungen Metall detektiert worden war, könnte an dem gestern im Untergrund gefundenen Betonfundament mit Holzeinfassung gelegen haben. Zudem wurden einige Rohre und Drähte gefunden, die den Ausschlag der Messgeräte erklären könnten.

Ob nun noch weiter gebaggert werden muss, ist laut Reinhard Hoffmann noch nicht ganz klar. „Es wird nun noch ein Abstimmungsgespräch geben“, erläuterte er die weitere Vorgehensweise. Die Experten müssten dann entscheiden, ob noch weiter gegraben werden müsse. Falls dies der Fall sein sollte, wird die Aktion deutlich aufwendiger. Dann müsste auch in dem Bereich gegraben werden, durch den jetzt Stromkabel des RWE-Umspannwerkes verlaufen. Diese müssten dann umgeleitet werden, bevor der Kampfmittelräumdienst ein weiteres Mal in die Tiefe gehen könnte.Die Stadtverwaltung hofft nun, dass dies nicht mehr notwendig sein wird, und dass der nächste Bauabschnitt des Heugraben-Umbaus so schnell wie möglich in Angriff genommen werden kann. Wie berichtet, ist für dieses Jahr u. a. der Ausbau von Fuß- und Radwegen geplant – als Lückenschluss zwischen der City und der neuen Brücke zum Bahnhofsgelände.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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