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Neues vom Kindelsberg
Brauende Turmgeister in Sicht

Zu allen vier Jahreszeiten ein beliebtes (Wander)-Ziel nicht nur für Siegerländer: der 1907 eröffnete Kindelsbergturm samt Raststätte. Das soll auch so bleiben. Der SGV-Bezirk Siegerland und die Krombacher Brauerei handeln gerade einen Erbbauvertrag über 99 Jahre aus.
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  • Zu allen vier Jahreszeiten ein beliebtes (Wander)-Ziel nicht nur für Siegerländer: der 1907 eröffnete Kindelsbergturm samt Raststätte. Das soll auch so bleiben. Der SGV-Bezirk Siegerland und die Krombacher Brauerei handeln gerade einen Erbbauvertrag über 99 Jahre aus.
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nja  Littfeld.  Die Gerüchteküche brodelte in den vergangenen Monaten immer wieder. Soll die Gaststätte des Kindelsbergturms ihr uriges Antlitz verlieren? Das Schreckgespenst eines „Glaspalastes“ geisterte durch das Siegerland – dürfte sich nun aber zur Ruhe setzen. Fakt allerdings ist: Der SGV-Bezirk Siegerland, Eigentümer von Turm und Raststätte, steht offensichtlich kurz vor einer Vertragsunterzeichnung mit der Krombacher Brauerei. Ein Verkauf des weithin sichtbaren und viel besuchten Kleinods kommt nicht in Frage, wohl aber streben beide Seiten einen für 99 Jahre laufenden Erbbauvertrag an. „Mitte des Jahres könnte es so weit sein“, verriet SGV-Bezirksvorsitzender Udo Reik-Riedesel am Freitag im SZ-Gespräch. Die Vertragsbedingungen seien über Anwälte so gut wie ausgehandelt;

nja  Littfeld.  Die Gerüchteküche brodelte in den vergangenen Monaten immer wieder. Soll die Gaststätte des Kindelsbergturms ihr uriges Antlitz verlieren? Das Schreckgespenst eines „Glaspalastes“ geisterte durch das Siegerland – dürfte sich nun aber zur Ruhe setzen. Fakt allerdings ist: Der SGV-Bezirk Siegerland, Eigentümer von Turm und Raststätte, steht offensichtlich kurz vor einer Vertragsunterzeichnung mit der Krombacher Brauerei. Ein Verkauf des weithin sichtbaren und viel besuchten Kleinods kommt nicht in Frage, wohl aber streben beide Seiten einen für 99 Jahre laufenden Erbbauvertrag an. „Mitte des Jahres könnte es so weit sein“, verriet SGV-Bezirksvorsitzender Udo Reik-Riedesel am Freitag im SZ-Gespräch. Die Vertragsbedingungen seien über Anwälte so gut wie ausgehandelt; nun gehe es noch um „Kleinigkeiten, Formulierungen“.

Turm und Raststätte bleiben auf für Wanderer

Die wichtigste Nachricht – sicherlich nicht nur für die rund 2800 Mitglieder des SGV-Bezirks: „Turm und Raststätte werden wie gehabt Anlaufziel für Wanderer und Touristen bleiben. Bauliche Veränderungen des Gebäudes müssen weiterhin mit uns abgesprochen werden“, fügten die beiden stellv. Vorsitzenden Gernot Schreiber und Bernd Dreute hinzu. Ja, es habe von Seiten der Brauerei Ideen gegeben, die Fassade der Ratststätte nach Kreuztal hin gläsern zu öffnen. Die Umsetzung scheitere aber alleine schon an der Statik. Seit Mitte 2018 laufen die Gespräche. Die Brauerei, sie werbe seit 1908 mit dem Turm, habe dem SGV-Bezirk damals ihr Kaufinteresse mitgeteilt. Sie ist schon heute Pächterin der Raststätte; die Verträge aber haben deutlich kürzere Laufzeiten. „Wir haben einen Verkauf rechtlich prüfen lassen und erfahren, dass dies sowohl vereinsrechtlich als auch finanziell nicht möglich ist“, so Reik-Riedesel. Der SGV-Bezirk sei schließlich ein gemeinnütziger Verein, die Geldanlage nach einem Verkauf hätte sich daher schwierig gestaltet. Daher solle nun also dauerhaft an die Brauerei erbbaurechtlich verpachtet werden – eine Lösung, „mit der die Brauerei gut leben kann“. Wie viel Geld fließen wird, darüber wird (noch) geschwiegen. Der Vorstand habe von den Mitgliedern seit einem Jahr grünes Licht für entsprechende Verhandlungen; in der Jahreshauptversammlung Anfang April „werden wir den neuen Sachstand kundtun“.

SGV investierte  viel Geld  und Kraft

Warum aber trennt sich der SGV, der den Turm 1907 in Betrieb nahm und die Raststätte im Laufe der Jahrzehnte sukzessive erweiterte und modernisierte, von seinem Leuchtturmobjekt? „Wir haben sehr viel Geld in die Immobilie gesteckt“, ruft das Vorstandstrio in Erinnerung. Allein in den vergangenen zehn Jahren sei es sicherlich eine Viertelmillion Euro gewesen. Möglich werde dies über Spenden und Kreditaufnahme.

Nach Vertragsabschluss "mehr als  schuldenfrei"

Zurzeit schultere man noch rund 36 000 Euro Schulden. Die Brauerei habe die Gastronomie ja unterverpachtet und zahle monatlich an den Bezirk – auf diese Weise werde getilgt. Das künftige Vertragswerk sehe aber auch eine Teilentschädigung für vergangene Investitionen vor, war zu erfahren. Nach Unterzeichnung sei der SGV-Bezirk „mehr als schuldenfrei“. Die Brauerei sei künftig auch für „Instandhaltung, Pflege und alle Kosten, die anfallen“ verantwortlich. Der SGV sei ein „Wanderverein und keine Immobiliengesellschaft“, freuen sich die SGVer offensichtlich auf unbeschwertere Zeiten.

Spielplatz bleibt erhalten

Abgesehen von den Kosten hatten sich die aktiven „Turmgeister“ auch immer mit enormen Eigenleistungen engagiert. Man werde nicht jünger, so das Trio: „Das wird auf Dauer nicht mehr zu leisten sein.“ Beispielhaft wurde an die zeitintensive und umfassende Dachsanierung erinnert. 
Der SGV geht davon aus, dass die Brauerei das Innenleben der Raststätte modernisieren und dabei natürlich auch eigene, neue Ideen umsetzen wird. Sanitäranlagen und Küche wären sicherlich mal an der Reihe, hieß es sinngemäß. Selbst wenn der neue Erbpächter interne Veranstaltungen, „Events“, dort oben plane, werde aber immer die „Urraststätte“ öffentlich zugänglich bleiben. Und auch der Wanderverein selbst dürfe weiterhin am „Turm“ eigene Veranstaltungen organisieren.  Der Spielplatz bleibt erhalten. Was jetzt erst herauskam: Das Gelände gehöre Stift Keppel, ein langfristiger Pachtvertrag sei in Arbeit: „Der Spielplatz wird in absolut sicherer Form übergeben.“

Waldgenossen und Stift Keppel mit im Boot

Gespräche stehen auch mit den „Anliegern links und rechts“ an. Das seien neben Stift Keppel die Waldgenossenschaften Kreuztal, Ferndorf und Littfeld. „Durch deren Grundstücke verlaufen Wege, Wasser-, Abwasser- und Stromleitungen“, sie alle seien mit im Boot. Die Brauerei müsse jederzeit „an die Leitungen ran können“, die Waldgenossen hätten ebenfalls nachvollziehbare Interessen, z. B. an vorübergehenden Straßensperrungen – wenn gefällt werde. Dies alles regele die Brauerei über Unterverträge. Die Jahreshauptversammlungen der Waldgenossen liefen; die Brauerei warte auf grünes Licht. Sein Frischwasser bezieht der „Turm“ über zwei Stollen „In der Waldesruh“ – liegt er doch höher als der höchste Kreuztaler Hochbehälter. Auch die Straße von Littfeld hoch zum Turm gehöre Waldgenossenschaften; dies solle auch so bleiben. Im Gespräch ist aber offenbar eine Umwidmung zur öffentlichen Straße. Hier  ist die Stadt Kreuztal  gefragt.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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