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"Ungewolltes verhindern"
Brauerei-Brache weckt Interesse

Seit 2014 wird an der Eichener Straße nicht mehr gebraut. Es mehren sich nun offensichtlich Anfragen von potenziellen Investoren für dieses Areal. Um unerwünschte Nutzungen zu verhindern, soll nun ein Bebauungsplan aufgestellt werden.
  • Seit 2014 wird an der Eichener Straße nicht mehr gebraut. Es mehren sich nun offensichtlich Anfragen von potenziellen Investoren für dieses Areal. Um unerwünschte Nutzungen zu verhindern, soll nun ein Bebauungsplan aufgestellt werden.
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nja Eichen.  Noch zeugen die Gebäude und Schriftzüge von einem bedeutenden Kapitel Eichener Geschichte – auch wenn das Areal an der Eichener Straße schon länger als Brache bezeichnet werden muss. Zur Erinnerung: 2003 übernahm die Krombacher Brauerei das kleine Nachbarunternehmen, die 1888 gegründete Eichener Brauerei. An der Eichener Straße wurden aber zunächst weiterhin Pils, Gold und Rhenania-Altbier gebraut; die Abfüllung erfolgte in Krombacher Anlagen. 2014 dann wurde die Produktion nach Steinfurt verlagert; begründet wurde dies mit den veralteten Brauanlagen. Drei Jahre später dann, im Dezember 2017, wurde die letzte Charge „Eichener“ gebraut. Still ist es also geworden, auf dem ehemaligen Betriebsgelände. Das muss natürlich nicht so bleiben.

nja Eichen.  Noch zeugen die Gebäude und Schriftzüge von einem bedeutenden Kapitel Eichener Geschichte – auch wenn das Areal an der Eichener Straße schon länger als Brache bezeichnet werden muss. Zur Erinnerung: 2003 übernahm die Krombacher Brauerei das kleine Nachbarunternehmen, die 1888 gegründete Eichener Brauerei. An der Eichener Straße wurden aber zunächst weiterhin Pils, Gold und Rhenania-Altbier gebraut; die Abfüllung erfolgte in Krombacher Anlagen. 2014 dann wurde die Produktion nach Steinfurt verlagert; begründet wurde dies mit den veralteten Brauanlagen. Drei Jahre später dann, im Dezember 2017, wurde die letzte Charge „Eichener“ gebraut. Still ist es also geworden, auf dem ehemaligen Betriebsgelände. Das muss natürlich nicht so bleiben. Und so rückte das Areal am Donnerstag in den Blickpunkt des Kreuztaler Rates.

"Akuter Regelungsbedarf hinsichtlich Einzelhandels"

Dieser nahm die Erläuterungen der Verwaltung insbesondere bezüglich eines „akuten Regelungsbedarfs im Hinblick auf Einzelhandel“ zur Kenntnis und befürwortete verbindliche Regelungen vor allem zur Steuerung des Einzelhandels. Zudem beschloss er einstimmig die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 105 „Eichener Straße/Wendenhof/Bahn“, Stadtteil Eichen, für den Bereich in Flur 7 der Gemarkung Eichen, der im Südwesten von besagter Eichener Straße, im Nordwesten vom Wendenhof sowie den Wohngrundstücken am jeweiligen Ende der Straßen Brauhausweg und Mühlenanger sowie im Nordosten vom Gewässer Hammergraben und der Bahnlinie Siegen-Hagen begrenzt wird.

Fundierte Anfragen liegen vor

Das Betriebsgelände der ehemaligen Brauerei werde künftig voraussichtlich nicht mehr für Brauereizwecke oder vergleichbare Zwecke genutzt werden und mittelfristig wohl für andere Nutzungen zur Verfügung stehen, hatte die Verwaltung zur Sitzung kundgetan. Fundierte Anfragen lägen schon vor. In Anbetracht der Lage und Größe des Geländes sei zudem damit zu rechnen, „dass künftig vermehrt Anfragen von Projektierern und Investoren eingehen“. Grundsätzlich erscheine eine wohn- oder mischgebietstypische Nutzung sinnvoll, aber es wäre auch eine – gegebenenfalls eingeschränkte – Gewerbenutzung vorstellbar, Stichwort Bürogebäude. „Bei allen Überlegungen geht man von einer Beseitigung zumindest des Großteils der bestehenden baulichen Anlagen aus.“

Zentrum  und Nebenzentren schützen

Im August habe es eine Anfrage hinsichtlich einer Einzelhandelsnutzung im Lebensmittel-/Nahversorgungssegment gegeben. Dies könne aus Rücksicht auf „den schon sehr starken Lebensmittelbesatz im gesamten Kreuztaler Stadtgebiet“ und mit Rücksicht auf die Funktionsfähigkeit der Innenstadt und der Nebenzentren „Krombach/Eichen“ sowie „Buschhütten“ dort nicht gewünscht sein. „Aber auch sonstiger zentrenrelevanter Einzelhandel wäre an dieser Stelle nicht gewünscht, damit die Erhaltung und Entwicklung der zentralen Versorgungsbereiche im Stadtgebiet nicht gefährdet sind.“

Verkehrssituation nicht ohne

Dies gelte auch für großflächigen Einzelhandel mit nicht zentrenrelevanten Sortimenten, zumal die Verkehrssituation im Bereich der Eichener Straße Konfliktpotenzial aufweise, lautet die Einschätzung mit Blick auch auf den Bahnübergang, die Einmündung in die Hagener Straße bzw. deren Querung und den Wendenhof. Es solle überprüft werden, inwieweit Einzelhandel in dem Bereich generell ausgeschlossen werden müsse. Auch der Handel mit Kfz werde „aus verschiedenen Gründen äußerst kritisch gesehen“.
Das Brauerei-Gelände sei noch nicht verbindlich überplant, Einzelhandel könnte also derzeit nicht verhindert werden, auch ein Handel mit Kfz ließe sich kaum steuern. Und: Spätestens im Falle der Erweiterung eines bis dahin kleinflächigen Handels könnte mittel- bis langfristig unter Umständen auch solcher Handel entstehen, der nach heutiger Rechtslage als großflächig anzusehen sei. „Rechtssicher verhindern lassen sich unerwünschte Nutzungen grundsätzlich nur durch eine Bauleitplanung“, so die Verwaltung. Auch sonstige gewerbliche Nutzungen sollen in den Blick rücken und „bedarfsgerecht geregelt werden“.

Politik mit im Boot

Die Politik sah dies ebenso. Frank-Wieland Frisch (FDP) hatte sich schlau gemacht, dass es noch nichts „fest Angedachtes“ gebe: Es handele sich somit um einen vorsorglichen Beschluss, um so Ungewolltes zu verhindern. Mit Eröffnung des Verfahrens trete eine Veränderungssperre ein; richtig sei auch, Teile der Nachbarschaft zur ehemaligen Brauerei mit in das Verfahren einzubeziehen. Dieter Gebauer (Grüne) schlug in die gleiche Kerbe. Eine Überplanung des Areals sei dringend nötig; es müsse Gewerbeansiedlung verhindert werden, die das Einzelhandelskonzept störe. Auch Reinhard Lange (UWG) freute sich über ein „vernünftiges Instrument“, damit künftige Bauvorhaben „in die richtige Richtung“ gingen. Grundsätzlich sei er ebenfalls einverstanden, sagte Arne Siebel (CDU), der sich aber wunderte, warum das Thema nicht im Fachausschuss beraten worden sei. Es tangiere zudem „fast schon die Persönlichkeiterechte" des Eigentümers. Das Verfahren solle ob der städtebaulichen und ortsbildprägenden Bedeutung des Areals zu gegebener Zeit im Fachausschuss weiter gewissenhaft beraten werden. Bürgermeister Walter Kiß erklärte, die Beschlussfassung im Rat gründe auf einer „Eilbedürftigkeit“, deren Gründe er nur nichtöffentlich benennen könne.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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