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Brandschutzbedarfsplan deckt Mängel auf
Brenzlig: Feuerwehr Kreuztal fehlen 140 Aktive

Das Feuerwehrgerätehaus Kreuztal ist über 40 Jahre alt und wurde jüngst erst um einen Aufzug ergänzt – im Obergeschoss tagte vor Corona auch der Rat. Als Standort für die wichtige Drehleiter aber ist es nicht optimal. Die Bahnschranke kann viel Zeit kosten.
  • Das Feuerwehrgerätehaus Kreuztal ist über 40 Jahre alt und wurde jüngst erst um einen Aufzug ergänzt – im Obergeschoss tagte vor Corona auch der Rat. Als Standort für die wichtige Drehleiter aber ist es nicht optimal. Die Bahnschranke kann viel Zeit kosten.
  • Foto: bjö
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

bjö/nja Kreuztal. Der Kreuztaler Feuerwehr fehlen rund 140 Aktive, um optimal für ihre Aufgaben im Stadtgebiet gerüstet zu sein. Zu diesem Ergebnis kommt der Entwurf des Brandschutzbedarfsplans für die Jahre 2021 bis 2025. Auf 460 Seiten wird die Situation beschrieben und aufgezeigt, was verändert werden muss. Verwaltung und Feuerwehr definieren also, wie sie den Feuerschutz in Kreuztal sicherstellen und verbessern. „Dies ist unsere Handlungsrichtlinie, dies muss umgesetzt werden“, betonte Bürgermeister Walter Kiß im Feuerwehrausschuss. Das Gremium schickte das „Papier“ einstimmig zur Verabschiedung an den Rat.
Ziel: keine hauptamtliche Wache in Kreuztal
Das wichtigste Ziel dürfte sein, erneut von der Pflicht befreit zu werden, hauptamtliche Feuerwehrkräfte einzustellen.

bjö/nja Kreuztal. Der Kreuztaler Feuerwehr fehlen rund 140 Aktive, um optimal für ihre Aufgaben im Stadtgebiet gerüstet zu sein. Zu diesem Ergebnis kommt der Entwurf des Brandschutzbedarfsplans für die Jahre 2021 bis 2025. Auf 460 Seiten wird die Situation beschrieben und aufgezeigt, was verändert werden muss. Verwaltung und Feuerwehr definieren also, wie sie den Feuerschutz in Kreuztal sicherstellen und verbessern. „Dies ist unsere Handlungsrichtlinie, dies muss umgesetzt werden“, betonte Bürgermeister Walter Kiß im Feuerwehrausschuss. Das Gremium schickte das „Papier“ einstimmig zur Verabschiedung an den Rat.

Ziel: keine hauptamtliche Wache in Kreuztal

Das wichtigste Ziel dürfte sein, erneut von der Pflicht befreit zu werden, hauptamtliche Feuerwehrkräfte einzustellen. Die im Schnitt 260 aktiven Frauen und Männer, die im Einsatzfall ausrücken, sind allesamt freiwillige, ehrenamtliche Helfer. Klar ist, dass die Kreuztaler diverse „Hausaufgaben“ erledigen müssen – vor allem, um den Personalbestand zu erhöhen. Mitgliederwerbung, Reaktivierung nicht aktiver Kräfte, die bevorzugte Einstellung von Feuerwehrangehörigen im kommunalen Bereich und finanzielle Anreize gehören ebenfalls zu den Bemühungen wie die Stärkung der Nachwuchsarbeit.

Feuerwehr Kreuztal will die Jugend über soziale Kanäle erreichen

Die Kinder- und Jugendfeuerwehren sind gut laufende Projekte. Der Wechsel Jugendlicher in die aktive Wehr aber lässt noch Wünsche offen. Nun soll der Nachwuchs konzertiert über die sozialen Medien angesprochen werden. „Die Einführung einer hauptamtlichen Wache mit zentralem Standort brächte unter dem Gesichtspunkt der Defizite bei der Erreichbarkeit einzelner Stadtteile keine nennenswerten Vorteile, da wegen der örtlichen Verhältnisse auch durch sie keine vollständige Abdeckung des Stadtgebietes möglich wäre“, lautet ein Kreuztaler Fazit. Dieser Einschätzung zugrunde liegt ein komplexes Zahlenwerk mit geforderten Ausrückzeiten und Personalstärken, die deutlich über den bisherigen Anforderungen liegen. In Littfeld und Osthelden sieht es tagsüber „mau“ aus, weil nicht viele im Ort arbeiten, also tagsüber nicht einsatzbereit sind. Tendenziell sind aber alle Standorte defizitär. Hier und da sollen Sitze aus den großen Fahrzeugen herausgenommen werden, um so rechnerisch Personal „auf dem Papier“ einzusparen.

Brandschutzbedarfsplan deckt erhebliche Mängel in Hilchenbach auf

Atemschutz: Es fehlen 80 Kräfte in der Feuerwehr Kreuztal

Die Tatsache, dass nun eine 200-prozentige Personalreserve gefordert wird, bedeutet: Um das Personal für ein Fahrzeug mit neun Sitzplätzen rund um die Uhr vorhalten zu können, müssen 27 Personen zur Verfügung stehen. Auf die moderne Fahrzeugflotte hochgerechnet, bedeutet dies: Statt der rund 260 Einsatzkräfte müssten 396 für den Alarmfall zur Verfügung stehen. 180 von ihnen sollten taugliche Atemschutzgeräteträger sein – knapp über 100 sind es zurzeit. Auch hier besteht also Handlungsbedarf.

Gerätehäuser in Kreuztal unter der Lupe

Der Plan fordert zudem eine Standortanalyse für alle Feuerwehrgerätehäuser bis 2023. Schon jetzt ist klar, dass das zentrale Feuerwehrgerätehaus an der Leystraße südlich der Bahnlinie vor allem für die Drehleiter nicht der optimale Standort bei den meisten Einsätzen z. B. im nördlichen Stadtgebiet ist: Geschlossene Schranken kosten oft wertvolle Zeit. Binnen acht Minuten muss die Feuerwehr den Brandort erreichen. „Das schafft die Drehleiter nicht immer“, sagt Kiß. Die Suche nach alternativen Standorten läuft. Beengte bauliche Verhältnisse mit fehlender Geschlechter- oder Schwarzweiß-Trennung attestiert der Plan älteren Gebäuden.

Betriebsfeuerwehr bei Lindenschmidt?

Interessant: Bei der Krombacher Firma Lindenschmidt – dort gab es zuletzt mehrere Großeinsätze auch für das ABC-Team – laufen derzeit Überlegungen, eine Betriebsfeuerwehr einzurichten, so Kiß.

Austritt giftiger Gase bei Firma Lindenschmidt

Bei allen Innovationen empfiehlt der Brandschutzbedarfsplan eine Maßnahme, die eher nostalgische Erinnerungen weckt und der Bevölkerung eine „Hilfe zur Selbsthilfe“ sein könnte: Brennt es in den abgelegenen Stadtteilen, soll dort wieder die gute alte Sirene ertönen. Froh ist Kreuztal über sein gut erhaltenes analoges Warnsystem; bislang unversorgte Stadtteile – Burgholdinghausen, Junkernhees, Mittelhees und Oberhees – sollen nachgerüstet werden. Was passiert, wenn z. B. im Katastrophenfall die IT-Verbindung zusammenbricht? Feuerwehrchef Jan Kleine zeigt sich pragmatisch: Für den Lageeinsatz-Überblick setze man dann auf Magnet-Tafeln: „Da sind wir ganz old school.“

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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