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44 Prozent der Fahrer fallen aus
Bürgerbus Kreuztal: Stillstand keine Option

Ursula Hilscher ist froh, dass sie und ihre Einkäufe im Bürgerbus nach Fellinghausen kutschiert werden. Den pickepacke vollen Trolley hievte ihr gestern einer der Fahrer, Manfred Krick, ins Gefährt: eine Ausnahme, die die Regel bestätigt.
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  • Ursula Hilscher ist froh, dass sie und ihre Einkäufe im Bürgerbus nach Fellinghausen kutschiert werden. Den pickepacke vollen Trolley hievte ihr gestern einer der Fahrer, Manfred Krick, ins Gefährt: eine Ausnahme, die die Regel bestätigt.
  • Foto: Anja Bieler-Barth
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

nja Kreuztal. Er ist aus dem Kreuztaler Stadtgebiet nicht mehr wegzudenken, der Bürgerbus, jener Neunsitzer, der 1998 als erster im Kreis Siegen-Wittgenstein die Fahrt aufgenommen und seither zigtausend Kilometer zurückgelegt und Passagiere transportiert hat. Im Lockdown stand er zunächst im Depot, ab Mai kamen nach und nach immer weitere Touren hinzu, und seit September absolvieren Gefährt und Fahrer wieder das volle Programm. Ob das dauerhaft so bleibt, in diesen Zeiten, da die Zahl der Corona-Infektionen steigt, bleibt abzuwarten. Vereinsvorsitzender Achim Walder schlägt jedenfalls Alarm: „Die Lage wird ernst!“ Die Unsicherheit, die Sars-Cov 2 mit sich bringt, aber auch Corona-unabhängige Erkrankungen haben die Runde der Ehrenamtlichen schrumpfen lassen.

nja Kreuztal. Er ist aus dem Kreuztaler Stadtgebiet nicht mehr wegzudenken, der Bürgerbus, jener Neunsitzer, der 1998 als erster im Kreis Siegen-Wittgenstein die Fahrt aufgenommen und seither zigtausend Kilometer zurückgelegt und Passagiere transportiert hat. Im Lockdown stand er zunächst im Depot, ab Mai kamen nach und nach immer weitere Touren hinzu, und seit September absolvieren Gefährt und Fahrer wieder das volle Programm. Ob das dauerhaft so bleibt, in diesen Zeiten, da die Zahl der Corona-Infektionen steigt, bleibt abzuwarten. Vereinsvorsitzender Achim Walder schlägt jedenfalls Alarm: „Die Lage wird ernst!“ Die Unsicherheit, die Sars-Cov 2 mit sich bringt, aber auch Corona-unabhängige Erkrankungen haben die Runde der Ehrenamtlichen schrumpfen lassen.

Nur 14 Fahrer stehen für Bürgerbus Kreuztal zur Verfügung

„Neue Fahrerinnen und Fahrer sind jederzeit willkommen, jetzt gerade aber ganz besonders“, sagt Walder: „Derzeit stehen von den 25 Fahrern nur 14 für die Einsatzplanung zur Verfügung.“ Das Gros ist im besten (Früh-)Rentenalter, viele – fast alle – Fahrer sind laut Walder zwischen 60 und 80 Jahre alt, zählen also auch offiziell zur Corona-Risikogruppe. Hier und da, so war zu hören, hat wohl auch die bessere Hälfte zu Hause darum gebeten, das „Ruder“ in diesen pandemischen Zeiten aus der Hand zu geben, sich der Gefahr einer Infektion nicht auszusetzen.
Die beiden „Nesthäkchen“ sind Frauen, Jahrgang 1961 bzw. 1972. „Man muss also kein Rentner sein, um bei uns mitzufahren“, sagen Walder und der 2. Vorsitzende Wolfgang Kirsch. Es gibt Berufstätige im Schichtdienst, die gerne auf dem Fahrerplatz sitzen, aber auch Frauen, die nicht berufstätig sind. „In Bad Laasphe fahren z. B. Lehrer“, weiß Walder.

Neuzugänge für den Bürgerbus Kreuztal unbedingt erwünscht

Dass nun mehr als eine Handvoll Chauffeure zumindest vorübergehend die Segel streichen musste, hat mal noch keine Auswirkungen auf den Fahrplan, da einige der Aktiven angeboten haben, noch aktiver zu werden: Sie übernehmen die vakant gewordenen Touren. „Sie sind nun zwei- oder dreimal pro Woche ehrenamtlich für drei Stunden am Steuer.“ „Das ist erst mal auch kein Problem“, sagt einer von ihnen, Manfred Krick. Und doch freut sich der Verein über Neuzugänge. „Damit niemand doppelt fahren muss, brauchen wir mehr als 20 Leute im Team“, rechnet Walder vor.
Der Bus selbst wurde fit für die Reise durch pandemische Zeiten gemacht: Eine stabile Absperrfolie trennt Fahrer und Passagiere. Ein Sitz wurde demontiert, so dass nur noch sieben Gäste Platz finden: Sie müssen Masken tragen. Es gelten die Regeln des normalen Linienbusverkehrs. Und so gibt es auch keine Liste mit den Kontaktdaten. „Wir dürfen leider auch nicht mehr beim Ein- und Aussteigen helfen, wir müssen die Kontakte ja minimieren“, bedauern die Fahrer. „Seit Corona“ ist das Fahrgastaufkommen um etwa 30 Prozent gesunken.

Interessiere dürfen erst einmal "reinschnuppern"

Nach jeder Tour, also alle 40 Minuten, werden Türgriffe, Haltestangen und Sitze mit Desinfektionsmittel eingesprüht, und der Bus wird ordentlich durchgelüftet. Fahrpreis oder -ticket landen in einer Plastikschale im Bereich der Absperrfolie. „Zunächst hatten wir überlegt, diese mit Desinfektionsmittel zu fluten“, erzählen Walder und Kirsch. Das hatte sich aber in jenem Moment erledigt, als ein handwerklich versierter Mitstreiter die Schale festgebohrt hatte und diese somit das „Wasser“ nicht mehr halten konnte... 
Wer Interesse hat, sich als Fahrer ehrenamtlich einzusetzen, darf gerne erst einmal „hineinschnuppern“, ein paar Runden mitfahren. Die Kosten für die Zulassung (amtsärztliche Untersuchung, polizeiliches Führungszeugnis, Personenbeförderungsschein) werden übernommen. Ansprechpartner ist Achim Walder, Tel. (0 27 32) 1 27 41.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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