"Ein Quantensprung"
Bürgerforum wird teurer - und Ende 2021 fertig

Was lange währt...: Die umfassende Umgestaltung der Kreuztaler Stadthalle in ein modernes, geräumiges und barrierefreies Bürgerforum soll bald tatsächlich anlaufen. Angesichts der Erweiterungsarbeiten im Schulzentrum wurde der Ursprungsentwurf noch einmal weiter ausgearbeitet.
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  • Was lange währt...: Die umfassende Umgestaltung der Kreuztaler Stadthalle in ein modernes, geräumiges und barrierefreies Bürgerforum soll bald tatsächlich anlaufen. Angesichts der Erweiterungsarbeiten im Schulzentrum wurde der Ursprungsentwurf noch einmal weiter ausgearbeitet.
  • Foto: Illustration: Stadt Kreuztal
  • hochgeladen von Anja Bieler-Barth (Redakteurin)

nja  Kreuztal. Anfang des Jahres fand die letzte Veranstaltung in der Kreuztaler Stadthalle statt, die sich bekanntlich in ein deutlich erweitertes, neu konzipiertes und rundum modernisiertes Bürgerforum verwandeln soll. Kulturamt, Schulen und Vereine müssen seither umplanen und ihre Veranstaltungen andernorts durchführen. Getan hat sich in der Stadthalle seit ihrer Schließung bislang herzlich wenig. Wie berichtet, brachte offensichtlich eine weitere europaweite Ausschreibung den ursprünglichen Zeitplan zum Einsturz. Dafür sind die Planungen nun noch einmal gewachsen. Und so stellte Hochbauamtsleiter Frieder Bosch am Dienstag dem Kulturausschuss einen aktualisierten Entwurf vor, der einiges mehr an Service z. B. mit Blick auf die Barrierefreiheit bietet, der aber auch rund 800 000 Euro tiefer ins Kontor schlägt: 4 540 000 Euro stehen nun zu Buche. Als Eröffnungstermin wird Dezember 2021 genannt.

"Auch für die Schulen von Vorteil"

Die Veränderungen der bisherigen Entwürfe, so Bosch, stünden in engem Zusammenhang mit den am Dienstag zur Debatte stehenden Erweiterungsplänen für Gymnasium und Gesamtschule (die SZ berichtete gestern). „Zuschnitt und Funktionalität der Halle werden so noch einmal verbessert – und auch für die Schulen ist dies von Vorteil.“ Was sich seit den Ursprungs–plänen nicht verändert hat, sind der in eine gläserne Hülle eingefasste Wandelgang, der Eingangsbereich mit Bistro und Foyer. Auf gymnasialem Territorium ist nun aber eine feste Garderobe vorgesehen. Dafür wird insbesondere die derzeitige Lehrerbibliothek benötigt. Aufgrund der Nachbarschaft zum Atrium, so Bosch, entstehe so ein heller Bereich. Die Ausmaße: Garderobe: 50 Quadratmeter, Verweilbereich: 40. Die Pädagogen erhalten aber an anderer Stelle räumlichen Ausgleich. Foyer und Bistro mit ihrer Dachverglasung sind künftig fast doppelt so groß wie das derzeitige, beengte Foyer.

Barrierefreiheit ein großes Thema

Von dort aus erstreckt sich der Wandelgang entlang des verglasten Saals zu einer weiteren Lounge mit mobiler Theke; so wird zudem eine neue, auch barrierefreie, rollator- und wickeltischtaugliche Sanitäranlage erschlossen. Die mobilen Rampen, über die derzeit alle drei Ebenen der Stadthalle erreichbar sind, gehören alsbald der Vergangenheit an: Dies wird künftig über eine Verlängerung des Wandelgangs und neue Türen möglich sein. Barrierefreiheit wird mit einem Lift auch hinter der Bühne erreicht. Die künftige Künstlergarderobe entsteht im Bereich des Stuhl- und Medienlagers in der Gesamtschule, die andernorts angeordnet werden. Chöre erhalten hinter dem Vorhang eine große Aufstellfläche, eine Treppe ermöglicht das problemlose Hinauftragen voluminöser Instrumente.

Dauerhafte Bleibe für den Flügel

Auch der Konzertflügel muss demnächst nicht mehr hin und her gerollt werden, was ihm offensichtlich nicht gut tut. Er bekommt einen eigenen Stellplatz hinter der Bühne, erschlossen durch eine Tür, und muss nur noch in eine Richtung verschoben werden (Kosten: 14 000 Euro).

Eigener Zugang für Gesamtschule

Die Gesamtschule erhält einen eigenen Zugang zur Stadthalle. Erneuert wird auch das Atrium – mit einem zweiten Ausgang in den Flur. Die Sanitäranlagen im Untergeschoss werden renoviert. Das Außenareal Richtung Realschule wird aufgeweitet, dafür entfallen vier Parkplätze.

Los geht das Mammutprojekt mit Renovierungen und Instandsetzungen; das Parkett im Foyer wurde bereits herausgenommen und wird eingelagert – für den Fall, dass in der Halle mal Bodenausbesserungen nötig sind. Der Rückschnitt des Außenbewuchses – geschreddert soll dieser als Grundlage für den Weihnachtsmarkt in Dreslers Park dienen – wurde als einer der ersten Schritte genannt. Im ersten Quartal 2020 wird das Atrium neu gestaltet, erfolgt der Umbau der Künstlergarderobe.  Im März/April wird dann das Foyer zurückgebaut, dafür muss auch der Zugang zum Gymnasium gesperrt werden. Im Mai/Juni erfolgt die neue Gründung. Mit Blick auf die Stahlkonstruktionen sind auch höhere Brandschutzauflagen nötig: Eine entsprechende Nebelhochdruckanlage steht mit 90 000 Euro zu Buche. Ende kommenden Jahres soll der geschlossene Rohbau stehen. Dann beginnt der technische Ausbau u. a. mit Be- und Entlüftungsanlage. Im Herbst 2021 soll alles inklusive Innen- und Außenputz erledigt sein, so dass anschließend die Veranstaltungstechnik Einzug halten und im Dezember 2021 Eröffnung gefeiert werden kann.

Mehrkosten: knapp 800.000 Euro

Die Kosten seien nun gegenüber dem Entwurf aus dem Jahr 2017 angestiegen, rechnete Frieder Bosch vor. Allein 200 000 flössen in die verbesserte Barrierefreiheit, 380 000 Euro seien als allgemeine Preissteigerungen draufgesattelt worden. Die rund 800 000 Euro, von denen immer die Rede war, müssten zusätzlich im Etat für 2021 eingebracht werden.

Laut Stadtbaurat Eberhard Vogel wird die Stadt nun – analog z. B. zur JBS – die Förderung auch der Mehrkosten beantragen. Bis zu 75 Prozent Zuschuss könnten dann bewilligt werden, so die Hoffnung. Kulturamtsleiter Holger Glasmachers sprach von einem „Quantensprung“, die sorgfältigen Planungen versprächen „Eleganz und Leichtigkeit“, ein großer Wurf sei gelungen. „Bei allen Kosten – es steht für mich fest: Das Bürgerforum wird ein Volltreffer werden!“

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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