Parteiloser Verwaltungsexperte
Bürgermeisterwahl: CDU schlägt Dr. Ulrich Müller vor

Philipp Krause (Stadtverband, l.) und Arne Siebel (Fraktion, r.) schenkten Dr. Ulrich Müller einen Apfelbaum – Symbol für die Verwurzelung in der Heimat und Ausdruck der Hoffnung, dass die Kooperation reichlich Früchte trage.
  • Philipp Krause (Stadtverband, l.) und Arne Siebel (Fraktion, r.) schenkten Dr. Ulrich Müller einen Apfelbaum – Symbol für die Verwurzelung in der Heimat und Ausdruck der Hoffnung, dass die Kooperation reichlich Früchte trage.
  • Foto: Anja Bieler-Barth
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nja Kreuztal. Der Gesamtvorstand des CDU-Stadtverbands schlägt seinen rund 140 Mitgliedern vor, den in Siegen geborenen und in Krombach aufgewachsenen Dr. Ulrich Müller für das Amt des Kreuztaler Bürgermeisters kandidieren zu lassen. Im Herbst 2020 stehen bekanntlich die Kommunalwahlen in NRW an. Donnerstagabend stellten Stadtverband und Fraktionsvorstand den 43-Jährigen, der zurzeit Kanzler der TH Bingen ist, der Presse vor. Das Vorstandsvotum, so Stadtverbandsvorsitzender Philipp Krause, sei einstimmig ausgefallen. Dr. Müller ist verheiratet und Vater von zwei Kindern (15 und 13 Jahre alt) – und parteilos. Krause: „Er möchte Bürgermeister für alle Bürger sein.“ Ein Ziel vor Augen: Konsens über Parteigrenzen hinweg. Wohnhaft ist Familie Müller in Wilnsdorf-Obersdorf; er selbst pendelt berufsbedingt seit einigen Jahren. Er sei aber, erzählte er gestern, in seiner Heimat stark verwurzelt.

"Führungsstark und teamfähig"

Das Wort „Aufbruchstimmung“ fiel immer wieder. Krause und CDU-Fraktionsvorsitzender Arne Siebel nannten den promovierten Staatswissenschaftler „einen Glücksfall für die CDU“; er sei führungsstark, teamfähig, verwaltungserfahren – und zu alledem auch noch jung: Er stehe gewissermaßen für einen Generationswechsel.

In Siegen geboren, in Krombach aufgewachsen

Müller besuchte die Grundschule Krombach, wechselte nach einem Jahr an der Realschule Kreuztal zum FJM Siegen, wo er 1995 sein Abitur baute. Er studierte Öffentliches Recht und Verwaltungswissenschaften an der Uni der Bundeswehr in München, promovierte über das Controlling in öffentlichen Verwaltungen (Dr. rer. pol). 16 Jahre war er Soldat auf Zeit; dabei habe er verschiedene Führungsfunktionen durchlaufen. Anschließend war er u. a. Verwaltungsleiter beim Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz, geschäftsführender Vorstand am Leibniz-Institut für Astrophysik in Potsdam und Kanzler der Hochschule Merseburg. In Bingen nun leitet er die Rechts- und Finanzgeschäfte der TH.

"Politisch sehr interessiert"

Auch ohne politische Ämter und Erfahrungen, so Dr. Ulrich Müller, traue er sich aufgrund seiner intensiven Verwaltungserfahrungen den Job des Kreuztaler Bürgermeisters zu. „Ich bin politisch sehr interessiert – und auch daran, was in den Orten meiner Heimat passiert. Ich möchte gerne mitgestalten.“ Das Kreuztaler Unionsteam begeistere ihn mit seiner Aufbruchstimmung. Was möchte er anders machen als z. B. Amtsinhaber Walter Kiß (SPD)? „Sicherlich nicht alles“, sagte Müller. Schuldenabbau sei ihm wichtig. Für die Verwaltungsarbeit kann er sich „mehr Teamarbeit“ vorstellen; das Rathaus möchte er „innovativ, modern und kooperativ“ aufstellen. Es fiel der Begriff der „bürgerfreundlichen Digitalisierungsoffensive“. Verkehrshemmnisse möchte er beheben, mit Blick auf die Hauptkreuzung könnte z. B. noch mal über eine Kreisellösung nachgedacht werden. Klar sei ihm, dass städtische Zuständigkeit ihre Grenzen habe. Weitere Stichworte: ein Forcieren der Umweltzone und der Bau von Radschnellwegen. Eine Überlegung wert sei eine stärkere unternehmerische Auslegung der Stadt, um andere Finanzierungsquellen aufzutun. Hier fiel der Begriff der Rekommunalisierung des Energiesektors.

"Suchen starke Partner"

Müller ist begeisterter Sportler, spielt selbst Tennis in Wilgersdorf, ist auch auf Fußballplätzen und in Handballhallen anzutreffen. Die Stärkung von Ehrenamt und Verein sei ihm sehr wichtig, betonte er. Die Union hofft nun auf ein bekräftigendes Votum der Mitglieder – und möchte Schnittmengen mit anderen Parteien suchen: „Wir suchen starke Partner“, so Siebel. Krause, Siebel und auch Dr. Müller betonten aber auch: „Sollte die AfD in Kreuztal antreten, wird es mit uns keine Kooperation geben.“

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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