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Einsatz am Gartengrab Jerusalem
Corona durchkreuzt Pläne von Ehepaar Kleinloh

Dawn und Jürgen Kleinloh nutzten die unfreiwillige Verlängerung ihres ehrenamtlichen Einsatzes zu Beginn der Pandemie 2020 u. a. für Instandhaltungsarbeiten am Gartengrab.
  • Dawn und Jürgen Kleinloh nutzten die unfreiwillige Verlängerung ihres ehrenamtlichen Einsatzes zu Beginn der Pandemie 2020 u. a. für Instandhaltungsarbeiten am Gartengrab.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

nja/sz Kreuztal/Jerusalem. Es ist in der Tat das „verflixte siebte Jahr“: Eigentlich würden Dawn und Jürgen Kleinloh die Tage rund um das Osterfest wieder fern der Heimat in Israel verbringen. Zum siebten Mal in Folge. Dort, genauer gesagt in Jerusalem, kümmern sie sich sei Jahren regelmäßig und mit viel Herzblut um die Pflege des Gartengrabs. Vor allem anglikanische und freikirchliche Christen halten es für das Grab Jesu. Die Grabkammer liegt nördlich des Damaskustors, etwas außerhalb der Jerusalemer Altstadt. Die Gedenkstätte gehört einer überkonfessionellen englischen Stiftung, „The Tomb Association“.
Corona durchkreuzt die Reisepläne von Dawn und Jürgen Kleinloh
Doch natürlich durchkreuzt die weltweite Corona-Pandemie die Reisepläne.

nja/sz Kreuztal/Jerusalem. Es ist in der Tat das „verflixte siebte Jahr“: Eigentlich würden Dawn und Jürgen Kleinloh die Tage rund um das Osterfest wieder fern der Heimat in Israel verbringen. Zum siebten Mal in Folge. Dort, genauer gesagt in Jerusalem, kümmern sie sich sei Jahren regelmäßig und mit viel Herzblut um die Pflege des Gartengrabs. Vor allem anglikanische und freikirchliche Christen halten es für das Grab Jesu. Die Grabkammer liegt nördlich des Damaskustors, etwas außerhalb der Jerusalemer Altstadt. Die Gedenkstätte gehört einer überkonfessionellen englischen Stiftung, „The Tomb Association“.

Corona durchkreuzt die Reisepläne von Dawn und Jürgen Kleinloh

Doch natürlich durchkreuzt die weltweite Corona-Pandemie die Reisepläne. Wie schon im Vorjahr – und doch ganz anders: Hingen die Kreuztaler im Frühling 2020, als die Pandemie noch ganz „jung“ war, bis Ende April in Israel fest und konnten vorher nicht heimfliegen, so ist ihnen nun die Einreise verwehrt.

Gartengrab in der Geisterstadt

„Das leere Grab in Jerusalem ist leerer denn je“, so fasst Jürgen Kleinloh die aktuelle Situation in Worte. „Eigentlich wollten wir jetzt berichten, wie Israel und besonders Jerusalem nach dem Ausnahmezustand über Ostern 2020 zur Normalität zurückgekehrt sind. Aber: Pustekuchen! Das Virus erweist sich ja als als äußerst hartnäckig.“

Es war am Samstag, 14. März 2020, als sich für den Nachmittag zwei deutsche Gruppen angemeldet hatten. Obwohl Jürgen Kleinloh eigentlich einen ehrenamts-freien Tag hatte, wollte er es sich nicht nehmen lassen, sie durch den Garten zu führen: „Vom Felsen Golgatha, wo Jesus, der Sohn Gottes, für die Sünden der Welt starb, bis zum leeren Grab, das den gekreuzigten Jesus nicht halten konnte und wo er nach drei Tagen auferstand.“ Es sollten seine letzten Gruppen gewesen sein: „Am Montag mussten alle biblischen und touristischen Stätten, alle Kirchen, Restaurants und Hotels schließen – und natürlich auch unser Garten.“

Ostergottesdienst auch in diesem Jahr wieder nur online

Seitdem hat sich nicht viel geändert. „Der traditionelle Ostergottesdienst wird auch in diesem Jahr wieder nur online stattfinden können, doch die Botschaft ist gleich geblieben: Jesus ist auferstanden!“ Die Spenden der täglich bis zu 2000 Besucher sind nun weggefallen: „Das tut weh, denn das Geld wird dringend für den laufenden Unterhalt gebraucht.“ Andererseits wird die Zeit nun für dringend erforderliche Reparatur- und Umbauarbeiten genutzt.
Zwei ebenfalls engagierte Ehepaare blieben 2020 in Jerusalem zurück. „Einiges konnten auch wir während unseres unfreiwillig verlängerten Aufenthalts vergangenes Jahr erledigen, z. B. die Reinigung der Felsspalten im Bereich des Felsengrabs Jesu oder dringend notwendige Anstricharbeiten“, sagt der Rentner.

„Nachdem Israel anfangs die Pandemie gut im Griff hatte, rollte die zweite Welle heran, denn die orthodoxen und allen voran die ultra-orthodoxen Juden ignorieren die Einschränkungen der Regierung und halten sich nur an die Anweisungen ihrer Rabbiner oder erwarten eine direkte Intervention von ,oben’“, berichtet Jürgen Kleinloh, der natürlich von Kreuztal aus versucht, so nah wie möglich am Geschehen zu bleiben.

In Israel läuft es mit den Corona-Impfungen rund

„Dann sind da noch die Araber, die ebenfalls ihre eigenen Regeln aufstellen. Auf die zweite folgte die dritte Welle, die zu einem sehr harten Lockdown führte.“ Dann legte Israel mit ausreichend Vakzin mit dem Impfen los: „Überall, in Impfzentren, Arztpraxen, Einkaufsmalls, selbst bei Ikea. Zwischenzeitlich sind weit über 5 Millionen Israelis, Juden wie Araber, geimpft, das ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung, und die Infektionszahlen gehen rapide herunter.“
Langsam normalisiere sich das Leben wieder. „Restaurants, Läden und Shopping-Malls, Schwimmbäder und Fitnessstudios öffneten, allerdings eingeschränkt nur für solche, die einen grünen Impfpass vorzeigen können. Indes: „Normal“ für Israel bedeute eigentlich, „dass sich jetzt mehr als eine halbe Million Pilger und Touristen im Land aufhalten müssten. Doch seit Anfang März vergangenen Jahres durften außer Israelis keine Ausländer einreisen. Die Hotels stehen am Abgrund“, die Tourismusbranche leide extrem.

Angesichts der Lockerungen, so mutmaßt der 79-Jährige, „werden an diesem Palmsonntag vielleicht 100 christliche Israelis den Weg vom Ölberg hinunter zur Grabeskirche pilgern, das sind immerhin 100 mehr als letztes Jahr, doch normal wären Zehntausende“. Und zum jüdischen Passahfest dürften sich geimpfte Familien aus unterschiedlichen Haushalten zur traditionellen Sederfeier treffen: „Es ist schon spannend, was so ein winziger Virus alles verändern kann und vielleicht noch verändern wird“, sagt der Christ – und wünscht frohe Ostern.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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