„Das Leben spüren“

Annette Bänke (r.) stellt in Buschhütten aus. Ihre Freundin Almut Winkler hielt die Laudatio zur Vernissage.  Foto: sib
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sib Buschhütten. Das Bild ist so kraftvoll gestaltet und so plastisch, dass man am liebsten hineinlangen möchte. „Explosion“ hat Annette Bänke diese Arbeit genannt, die in ihrer Formgebung an eine Muschel oder einen Schmuckstein im Querschnitt erinnert. Die Künstlerin aus Buschhütten hat zurzeit ihre erste Einzelausstellung in gleich drei Räumen des ev. Gemeindehauses. Die dort gezeigten 56 keramischen Skulpturen und Bilder hat sie unter dem Titel „Das Leben spüren“ zusammengestellt. Dem eingangs beschriebenen Bild, aber auch allen anderen Objekten wohnt eine kompromisslose Vitalität inne, Farben und Formen bieten in ihrer Kombination stets ein sinnliches Erlebnis für den Betrachter.

Annette Bänkes Freundin Almut Winkler, die die Laudatio hielt, bescheinigte der Kreativen große Vielseitigkeit. Sie habe sich auf keine spezielle Richtung festgelegt, Wachs, Sand, Papier, Spachtelmasse und Acryl dienten ihr gleichermaßen als Arbeitsmaterialien. Mit ihren Arbeiten trage sie nach außen, was sie in ihrem Inneren antreibe. „Die Bilder leuchten und leben durch die Farbwahl“, attestierte Almut Winkler der Künstlerin. Die Ausstellung ist die erste Kunstschau im Gemeindehaus. Sie zeigt einen sehr schönen Querschnitt durch das Wirken der Künstlerin, die ihre Baustahlskulpturen zu Hause lassen musste: Sie schmücken ihren Garten, waren zu schwer für die Exposition. Almut Winkler wünscht sich für die Besucher der Schau, dass sie durch das Gesehene Anknüpfungspunkte zu ihrem eigenen Leben finden. Erläuterungen zu ihren Arbeiten gab auch die Künstlerin.

Die Skulpturen werden aus grob schamottiertem Ton geformt. Der besondere Skulpturen-Ton ermöglicht es, fast alle Plastiken massiv aufzubauen, nur vereinzelt befinden sich hohle darunter oder aber solche, die durchgeschnitten, ausgehöhlt und wieder zusammengesetzt werden. Nach dem Trocknen erfolgt der erste Brand bei 900 Grad, dann werden die Plastiken mit Pigmenten eingefärbt, und es erfolgt ein noch heißerer Brand bei 1250 Grad. Jede Menge Abwechslung findet sich auch bei den Bildern. Annette Bänke malt mit Aquarell, Acryl, Pastell, Kohle-Kreide oder Mischtechnik. Den Namen zur Ausstellung wählte die Künstlerin, weil sie sich schon geraume Zeit mit dem Thema beschäftigt. Gefühle gehören zu jedem Menschen, machen lebendig und gestalten Beziehungen zu anderen. Durch sie spürt man das Leben. Manchmal greift Annette Bänke Sichtbares auf und gestaltet es für sich neu, indem sie ihre Gefühle hineinarbeitet. „Wenn ich eine Arbeit beginne, weiß ich oft nicht, was da entsteht. Ich lasse es werden und erkenne erst später, was mich bewegt“, so Annette Bänke den. Im zweiten Arbeitsschritt wird das Werk künstlerisch durchgestaltet und bearbeitet. Die Ausstellungseröffnung wurde musikalisch umrahmt von Klaus Zarmutek (Saxofon) und Gerhard Schmidt (Klavier).

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