Defizit wird zähneknirschend abgedeckt

Diese Heranwachsenden der „Schübel“-Hortgruppe schmiedeten bei der SZ-Visite Pläne für die gemeinsame Freizeitgestaltung in den Osterferien.  Foto: nja
  • Diese Heranwachsenden der „Schübel“-Hortgruppe schmiedeten bei der SZ-Visite Pläne für die gemeinsame Freizeitgestaltung in den Osterferien. Foto: nja
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nja Kreuztal. Das finanzielle Dilemma der Kindertagesstätte Villa Schübel in Kreuztal seit Inkrafttreten des neuen Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) wird vom Kreis Siegen-Wittgenstein und der Stadt Kreuztal gemildert: Gestern sprach sich der Kreuztaler Sozialausschuss, allerdings wenig begeistert, für eine einmalige Defizitabdeckung in Höhe von rund 14 800 Euro aus. Der Kreis ist mit rund 49 000 Euro mit von der Partie. Sozialdezernentin Elisabeth Jansen-Eschner sprach von einem für Kreuztal guten Verhandlungsergebnis; schließlich habe der Kreis zunächst eine gleichmäßige Teilung des Defizits im Sinn gehabt, dem jetzt vorgesehenen Prozedere nun aber „zähneknirschend“ zugestimmt.

Wie berichtet, werden in der Villa Schübel im aktuellen Kindergartenjahr insgesamt 29 Schulkinder betreut, für die seinerzeit Kindpauschalen mit einem Betreuungsumfang von 45 Wochenstunden beantragt wurden. Im Vertrauen auf entsprechende Bewilligungen und auch wegen des nachgewiesenen Bedarfs waren entsprechende Verträge abgeschlossen worden. Mit KiBiz wurde dann aber nur noch die Pauschale für 35 Wochenstunden bewilligt.

Das Land hatte wie folgt argumentiert: Für Schulkinder sei dies zusätzlich zur Unterrichtszeit in der Schule bedarfsdeckend. Das ergab für die Villa Schübel aber ein Defizit von rund 70 000 Euro im laufenden Kindergartenjahr, das der Trägerverein der Kitas Villa Schübel und Dreslers Park, wie berichtet, durch Umstrukturierungen auf rund 63 800 Euro verringern konnte.

Ab dem kommenden Kindergartenjahr werden nun in der Villa Schübel für Schulkinder maximal noch 35-Stunden-Verträge und die Schulkinderbetreuung nur noch in einer der beiden Gruppen angeboten. Doch das aktuelle Defizit musste zunächst geschultert werden.

Bernd Meichelböck (SPD) stimmte gestern gegen die städtische Kostenbeteiligung. Er hatte Probleme mit der langen Zeit, die die Kinder im Hort bleiben müssten, konnte die Zahlen – 45 Wochenstunden zusätzlich zur Schulzeit – kaum glauben. Schulverwaltungsamtsleiter Dieter Loske nannte jedoch konkrete Beispiele. Kinder blieben teilweise zwischen sechs und elf Stunden täglich im Hort – vor und nach dem Unterricht. Silke Werner vom Kreis Siegen-Wittgenstein bestätigte: Der Stundenbedarf sei nachgewiesen.„Was passiert, wenn wir die Kostenübernahme ablehnen“, fragte Lutz Renner (CDU). „Dann geht der Elternverein baden“, kommentierte Marianne Heinemann (SPD), die dem Ausschuss gestern vorsaß. Bürgermeister Rudolf Biermann meinte mit Blick auf Gespräche zwischen Stadt, Kreis und Elternverein: „Das wäre dann Wortbruch.“Schon im Mai 2008 hatten Stadt und Kreis dem Elternverein ihre Unterstützung zugesagt.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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