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Forst-Betriebsgemeinschaft Kreuztal ist sauer
Der Fördertopf des Landes ist leer

Vom Kindelsberg aus schweift der Blick mittlerweile vielerorts frei über die Region – rechts im Bild ist Ferndorf erkennbar. Zig Hektar Wald fielen dem Borkenkäfer zum Opfer, die Waldbauern „bauten“ auf Landesmittel und sind nun entsetzt angesichts eines offenbar leeren Fördertopfs.
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  • Vom Kindelsberg aus schweift der Blick mittlerweile vielerorts frei über die Region – rechts im Bild ist Ferndorf erkennbar. Zig Hektar Wald fielen dem Borkenkäfer zum Opfer, die Waldbauern „bauten“ auf Landesmittel und sind nun entsetzt angesichts eines offenbar leeren Fördertopfs.
  • Foto: Jan Schäfer
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

nja Kreuztal. Arne Siebel, Vorsitzender der Forst-Betriebsgemeinschaft Kreuztal (FBG), ist verärgert und besorgt zugleich. Beantragte und offenkundig in Aussicht gestellte Gelder des Landes NRW – Stichwort Extremwetterförderung – sollen nun wohl doch nicht fließen. Die Aufträge aber sind bereits erteilt. Mit Blick auf die beiden Forstbetriebs-Bezirke Kindelsberg und Krombach geht es laut Siebel um eine Summe von rund 90.000 Euro.
Fördertopf fast leer„Jetzt, kurz vor dem Jahresende, schreibt das Land, der Topf sei nahezu leer. Für beantragte, aber noch nicht positiv beschiedene Anträge sei nicht mehr mit Zuschüssen zu rechnen. Diese sind aber dringend notwendig, sonst schreiben viele Genossenschaften rote Zahlen.

nja Kreuztal. Arne Siebel, Vorsitzender der Forst-Betriebsgemeinschaft Kreuztal (FBG), ist verärgert und besorgt zugleich. Beantragte und offenkundig in Aussicht gestellte Gelder des Landes NRW – Stichwort Extremwetterförderung – sollen nun wohl doch nicht fließen. Die Aufträge aber sind bereits erteilt. Mit Blick auf die beiden Forstbetriebs-Bezirke Kindelsberg und Krombach geht es laut Siebel um eine Summe von rund 90.000 Euro.

Fördertopf fast leer

„Jetzt, kurz vor dem Jahresende, schreibt das Land, der Topf sei nahezu leer. Für beantragte, aber noch nicht positiv beschiedene Anträge sei nicht mehr mit Zuschüssen zu rechnen. Diese sind aber dringend notwendig, sonst schreiben viele Genossenschaften rote Zahlen.“ Was Siebel dabei besonders fassungslos macht: „Es wurde uns ja ausdrücklich erlaubt, vorzeitig mit den Abholzmaßnahmen zu beginnen – aus bekannt gutem Grund. Das haben wir getan – im Vertrauen auf Unterstützung. Nun ist die Falle zugeschnappt!“ Kein einziger der Anträge der FBG sei nämlich bislang bewilligt.
Die FBG Kreuztal ist ein Zusammenschluss verschiedener Akteure (z. B. Waldgenossenschaften, kommunaler und kirchlicher Wald, Private) mit insgesamt mehr als 1600 Hektar Fläche Wald im Kreuztaler Stadtgebiet. Seinen Unmut teilte Siebel nun auch den CDU-Abgeordneten in Bund und Land, Volkmar Klein und Anke Fuchs-Dreisbach, mit. „Wir haben verschiedene massive Epizentren der Schadholzflächen, und wir alle befürchten, dass die Probleme 2021 weitergehen werden. “

Arbeitserlaubnis gleich Förderzusage

„Mit der Extremwetterförderung wurde uns Waldbauern eine gewisse Kompensation für die nicht kostendeckenden Erlöse bei Schad- und Kalamitätsholz versprochen.“ Rechtzeitig seien über das Regionalforstamt gut abgewogene Anträge gestellt worden. Aufträge seien vergeben worden, damit die betroffenen Flächen schnellstmöglich wieder aufgeforstet werden könnten, noch nicht vom Käfer befallene Bestände verschont blieben. Bislang sei es gute Gepflogenheit gewesen: Die Erlaubnis, mit den Arbeiten vorzeitig beginnen zu dürfen, „kam einer Förderzusage gleich“, so Siebel. Das Land habe also die Zwickmühle, in der sich die Waldbauern befänden, erkannt. Nun aber folgte die Ernüchterung. „In den zuständigen Stellen wusste man wohl schon seit August von der Knappheit der Fördermittel. Dass diese limitiert sind, wurde uns aber erst kürzlich mitgeteilt.“ Da war das Geld bereits ausgegeben.
Dort, wo Flächen nun wegen fehlender Gelder nicht aufgearbeitet werden könnten, „müssen auch Wald- und Wanderwege gesperrt werden. Von den abgestorbenen Flächen gehen erhebliche Gefahren aus: eine Situation, die kaum zu überwachen ist“. Siebel weiter: „Wir wissen, dass die Corona-Pandemie Bund und Land erheblich belastet, wir wissen aber auch, dass unsere Wälder gerade jetzt für die Bürger und für die Ökologie zwingend notwendig in einen gesunden und funktionierenden Zustand versetzt werden müssen.“

Bürokratische Hürden vermeiden

Der Stendenbacher fordert nicht nur weitere Mittel für das Jahr 2021, sondern eine Aufstockung des aktuellen Fördertopfes. „Wenn wir 3 bis 8 Euro an Hilfe pro Festmeter bekommen, machen wir zumindest kein Minusgeschäft. Vielleicht bleiben dann hier und da sogar 3 Euro pro verkauftem Festmeter über. Im Vergleich zu den 95 Euro früher ist das eh ein Witz.“ Die Zuschüsse müssten schnellstmöglich fließen – und dies ohne erneute bürokratische Hürden.

Nachhaltigkeitsprämie reicht nicht

Nun hat der Bund ja kürzlich unter der Überschrift „Nachhaltigkeitsprämie“ weitere 500 Millionen Euro Unterstützung in Aussicht gestellt. Hilft dies nicht über die sich nun abzeichnende Misere hinweg? „Nein“, sagt Arne Siebel und erklärt dies am Beispiel einer kleinen Genossenschaft mit 15 Hektar. „Wenn 80 Prozent davon Fichtenbestand sind und davon 70 Prozent wegen des Borkenkäfers abgeschrieben werden müssen, gibt es rund 1500 Euro vom Bund.“ Ein Tropfen auf den heißen Stein.
Ein schmaler Silberstreif scheint sich derweil am Horizont über Düsseldorf erhaschen zu lassen: „Ich bin zuversichtlich, dass wir auf der Zielgeraden des Jahres den Waldbesitzenden noch zusätzliche Fördermittel zur Verfügung stellen werden“, wird NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) Anfang Dezember auf der Homepage des Landes zitiert.

Vom Kindelsberg aus schweift der Blick mittlerweile vielerorts frei über die Region – rechts im Bild ist Ferndorf erkennbar. Zig Hektar Wald fielen dem Borkenkäfer zum Opfer, die Waldbauern „bauten“ auf Landesmittel und sind nun entsetzt angesichts eines offenbar leeren Fördertopfs.
Arne Siebel ist verärgert und enttäuscht über das Verhalten des Landes.
Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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