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Andreas Pinkwart besucht AWZ Bau
Der Minister packt mit an

Solide Handwerkskunst: NRW-Minister Andreas Pinkwart verschaffte sich ein Bild davon, wie im AWZ Bau in Fellinghausen die Arbeit am Material und der Fortschritt der Digitalisierung zusammenspielen. Foto: Jan Schäfer
  • Solide Handwerkskunst: NRW-Minister Andreas Pinkwart verschaffte sich ein Bild davon, wie im AWZ Bau in Fellinghausen die Arbeit am Material und der Fortschritt der Digitalisierung zusammenspielen. Foto: Jan Schäfer
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js Fellinghausen. Erst im zweiten Anlauf ließ der Chauffeur der großen grauen Hybrid-Limousine den Fahrgast aus dem Fond aussteigen, zuvor hatte er direkt vor dem Ziel noch einmal Gas gegeben und das Sichtfeld verlassen. Für den Mann in seinem Rücken, Andreas Pinkwart (FDP), galt es noch, ein Telefonat zu beenden. Der NRW-Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie stand am Nachmittag im regen Austausch mit den Düsseldorfer Kollegen. Die Lockerungen der Corona-Beschränkungen und die Bewältigung der Krise beschäftigten auch den Liberalen. Geradezu entspannend dürfte da der geplante Zwischenstopp in Fellinghausen gewesen sein, wo der Gast vom Rhein das AWZ Bau besuchte, das von der Bauinnung und der Zimmererinnung Westfalen-Süd getragen wird.

js Fellinghausen. Erst im zweiten Anlauf ließ der Chauffeur der großen grauen Hybrid-Limousine den Fahrgast aus dem Fond aussteigen, zuvor hatte er direkt vor dem Ziel noch einmal Gas gegeben und das Sichtfeld verlassen. Für den Mann in seinem Rücken, Andreas Pinkwart (FDP), galt es noch, ein Telefonat zu beenden. Der NRW-Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie stand am Nachmittag im regen Austausch mit den Düsseldorfer Kollegen. Die Lockerungen der Corona-Beschränkungen und die Bewältigung der Krise beschäftigten auch den Liberalen. Geradezu entspannend dürfte da der geplante Zwischenstopp in Fellinghausen gewesen sein, wo der Gast vom Rhein das AWZ Bau besuchte, das von der Bauinnung und der Zimmererinnung Westfalen-Süd getragen wird.

Geschäftsführer Horst Grübener nutzte die Gelegenheit, seinen vorschriftsmäßig maskierten Besucher durch die Ausbildungshallen zu führen, in denen seit 1979 der Nachwuchs des Baugewerbes fit gemacht wird für Prüfungen und die Herausforderungen des Arbeitsalltags. Hier sei nicht zuletzt Geld des Landes bestens genutzt worden, lobte Jürgen Haßler, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd. Nach und nach wurde das Ausbildungszentrum ausgebaut und weiterentwickelt, stets orientiert an den Entwicklungen und Bedürfnissen der Baubranche. Jüngste Investitionen flossen in eine neue Lagerhalle und moderne Ausstattung, mit der die Digitalisierung im AWZ weiter vorangetrieben wird. Geplant ist zudem ein neues Verwaltungsgebäude für knapp 1,5 Mill. Euro – Bund und Land schießen 45 bzw. 20 Prozent dazu.

Dass Corona den Aus- und Weiterbildungsbetrieb über sechs Wochen lahmgelegt hat, sei sowohl menschlich als auch wirtschaftlich schmerzhaft gewesen, berichtete Grübener. 34 000 Euro Verlust pro verlorener Woche müssen erst einmal verkraftet werden. Umso freudiger sei am vergangenen Samstag die Botschaft aufgenommen worden, dass der Betrieb zwei Tage später wieder starten durfte. Schnell wurden die hygienischen Voraussetzungen geschaffen, Bretter und Flatterbänder als Abstandhalter waren rasch zur Hand. Jetzt wird wieder gewerkelt in den Schulungshallen. Zwischen- und Abschlussprüfungen können wie geplant stattfinden. Nicht nur den Azubis, auch den Betrieben und den AWZ-Verantwortlichen fiel deshalb ein Stein vom Herzen.

Niemals drohe Handwerksberufen das Schicksal, „wegdigitalisiert“ zu werden, warb Haßler für den Berufsstand der Praktiker. Dennoch spielt die Digitalisierung im modernen Bauhandwerk eine immer größere Rolle. „Building Information Modeling“ lautete ein Stichwort. Gemeint ist dabei eine vernetzte Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden und anderen Bauwerken mithilfe von Software. 3-D-Modelle zur besseren Bauplanung, digital gesteuerte Bagger, hochpräzise Messgeräte – das AWZ Bau rüstet sich für die digitale Zukunft.

Auch in diesem Bereich hat Corona unerwartete Pflöcke eingeschlagen. „Digitalisierung ist nun nicht mehr Kür, sondern eine pure Notwendigkeit“, sagte Horst Grübener, der in den vergangenen Wochen verstärkt auf digitale Kommunikation und Schulungsmethoden setzen musste. „Bei der digitalen Infrastruktur gibt es noch einiges zu tun“, räumte der zuständige Minister ein. Im Nachgang der Krise gelte es, manches zu überdenken, klug und nachhaltig zu investieren – Digitalisierungsprojekte dürften nicht verschoben werden, sie müssten beschleunigt werden.

Das Bauhandwerk der Region ist bislang gut durch die Krise gekommen, bestätigten die Innungsmeister Stephan Hundhausen (Bau) und Matthias Dickel (Zimmerer). Soforthilfen in gebeutelten Handwerksbereichen hätten effektiv gegriffen, ergänzte Jürgen Haßler. Der Staat müsse als Helfer aber „Maß und Mitte bewahren“, mahnte Hundhausen. Er dürfe seine Möglichkeiten nicht überschätzen, die am Ende auch finanziert werden müssten.

Nein, der Staat dürfe nicht alles regeln, stimmte ihm Andreas Pinkwart zu. Eine „Mitverantwortungsbereitschaft“ der Bürger sei notwendig, um durch die Krisenzeit zu kommen. Es gelte, Rahmenbedingungen zu setzen und zu ermutigen. Das von den beiden Innungen getragene AWZ Bau sei ein gutes Beispiel dafür, dass dies funktioniere. Pinkwart brach eine Lanze für das seit Jahrzehnten bewährte deutsche System der dualen Ausbildung. Die sei international anerkannt. Sie mache den Unterschied aus. Nicht umsonst sei das gar nicht mal so bevölkerungsreiche Deutschland stets unter den Exportweltmeistern. „Jeder Euro, der in Berufsausbildung investiert wird, zahlt sich für unser Land aus.“

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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