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Tag des deutschen Bieres
Die Geheimnisse des Gerstensafts

Vom Architekt zum Braumeister und Biersommelier: Für Marc Hütwohl hat das eine gar nicht so wenig mit dem anderen zu tun.
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  • Vom Architekt zum Braumeister und Biersommelier: Für Marc Hütwohl hat das eine gar nicht so wenig mit dem anderen zu tun.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

sabe Krombach. Damals, als der kleine Balkon zur improvisierten Brauerei wurde, da war es für Marc Hütwohl zuerst sowas wie ein scherzhafter Jungenstreich. „Das hatte ein bisschen was von Pfadfindertum.“ Er lacht. Dann wurde mehr daraus. Wann der Funke übergesprungen ist, die Geheimnisse des Gerstensaftes ihn in seinen Bann zogen, das weiß er noch ganz genau.

Er erinnert sich an den Kollegen, den Einkocher, wie sie improvisierten, versuchten ihr Gebräu durch T-Shirts zu filtern. Warteten, wärmten und von vorn. Nach vier Wochen hatten sie das erste Selbstgebraute auf der kleinen Brüstung destilliert. „Ich glaube, da war es um mich geschehen.

sabe Krombach. Damals, als der kleine Balkon zur improvisierten Brauerei wurde, da war es für Marc Hütwohl zuerst sowas wie ein scherzhafter Jungenstreich. „Das hatte ein bisschen was von Pfadfindertum.“ Er lacht. Dann wurde mehr daraus. Wann der Funke übergesprungen ist, die Geheimnisse des Gerstensaftes ihn in seinen Bann zogen, das weiß er noch ganz genau.

Er erinnert sich an den Kollegen, den Einkocher, wie sie improvisierten, versuchten ihr Gebräu durch T-Shirts zu filtern. Warteten, wärmten und von vorn. Nach vier Wochen hatten sie das erste Selbstgebraute auf der kleinen Brüstung destilliert. „Ich glaube, da war es um mich geschehen.“ Damals wie heute ist es die Einfachheit der vier Zutaten – Wasser, Hopfen, Malz, Hefe – die im Kontrast zur aufwendigen Braukunst stehen, die Marc Hütwohl so sehr liebt, die ihn erst zum Braumeister und schlussendlich zum Biersommelier hat werden lassen.

Vom Architekten zum Braumeister

Heute ist der 32-Jährige Leiter der Krombacher Manufaktur und stellvertretender Leiter der Erlebniswelt. 2013, mit abgeschlossenem Architekturstudium, kurz nach seinem Balkon-Erlebnis, ging es für Hütwohl also nicht weiter ans Häuserplanen, sondern in die Braustube. Er machte eine Ausbildung zum Brauer und Melzer, es folgte der Meister, gekrönt vom Biersommelier.

„Man würde wahrscheinlich erst einmal vermuten, dass die beiden Berufe, der Brauer und der Architekt, sehr unterschiedlich sind“, sagt er. Hütwohl sieht das anders. Für beides brauche man Leidenschaft, Kreativität. „Bei beiden Berufen schafft man etwas, das zeigbar, das erlebbar ist“, müsse wissen, an welchen Stellschrauben man für das perfekte Ergebnis drehen müsse. Als Braumeister interessiert ihn dabei gerade das Technische, der „absolut faszinierende Brauprozess“. Als Biersommelier darf es zum Pils auch etwas Poetik sein. Es gehe darum Bilder und Emotionen zu kreieren, Gerüche und Geschmäcker mit Geschichten zu verweben.

"Angenehme, leicht nussige Note"

Fragt man Hütwohl nach der DNA des hauseigenen Pils, antwortet er (nicht ohne den vorherigen Verweis auf individuelles Erleben): „Ein frisches Krombacher hat eine sehr angenehme, leicht nussige Note. Ich stelle mir vor, dass ich in den Bergen stehe, vor mir eine Wiese mit Wildblumen und Wildkräutern, hinter mir ein Wald. Je nachdem von wo der Wind kommt, habe ich unterschiedliche Aromen, die auf mich einwirken.“

Harzig, würzig, frisch, ein wenig Waldhonig spiele auch mit hinein. „Wenn ich ein Krombacher trinke, stehe ich immer in der Mitte – und dann kommt es darauf an, von wo der Wind kommt.“

Und wo steht ein Biersommelier während einer Pandemie, die den Genuss in Geselligkeit per Gesetz zum größtmöglichen Feind erklärt hat? „Erstmal auch im Homeoffice“, lacht Hütwohl. Und das führt ihn gelegentlich auch in den heimischen Keller, wo außergewöhnliche wie internationale Bier-Exponate noch auf ihn warten – die sensiblen Geschmacksnerven wollen trainiert werden.

Vom Architekt zum Braumeister und Biersommelier: Für Marc Hütwohl hat das eine gar nicht so wenig mit dem anderen zu tun.
Bier als Leidenschaft: Marc Hütowhl von der Krombacher Brauerei,
Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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