Diesmal rettete Feldmann Ferndorf

Handball-Oberliga Westfalen

Ausgleich zum 21:21 gegen Hamm sieben Sekunden vor Schluss / Orlov nicht zu ersetzen

jb Kreuztal. Nach dem Schlusspfiff des abermals bis zur letzten Sekunde spannenden 21:21 (10:6) zwischen dem TuS Ferndorf und HSE Hamm wusste zumindest bei den Gastgebern niemand so recht, ob man sich über den Ausgleichstreffer Michael Feldmanns sieben Sekunden vor Schluss freuen oder sich über den verpassten Sieg ärgern sollte. Jedenfalls ließen sich die Gäste von ihren zahlreichen Schlachtenbummlern feiern. Anschließend sprach HSE Hamms Trainer Hennes Gibbels sogar von der besten Saisonleistung seiner Mannschaft. Zumindest, was die Willensleistung in den letzten zwölf Minuten betrifft, muss ihm beigepflichtet werden.

Freilich hatte vor allem der überragende Torhüter Thomas Wolleck die Gäste mit mindstens 15 Glanzparaden im Spiel gehalten. Dessen glänzende Leistung, die die seines durchaus auch guten Ferndorfer Gegenübers David Wellen noch um eine Note übertraf, weckte wiederum die Kritik an der Ferndorfer Chancenauswertung. Die exzellent in der Deckung stehenden Platzherren hätten mit mindestens 15:6 statt 10:6 in die Pause gehen müssen, wenn sie nur ihre allerbesten Chancen versenkt hätten. Nach der 4:1-Führung hieß es zwar zwischenzeitlich 6:6. Aber dann wurde der bei Hamm eingewechselte Markus Benz, als toller Linksaußen seit Jahren in Ferndorf gefürchtet, durch »Gehampel und Gezappel« in der Mittelposition fast zum »7.« Ferndorfer Feldspieler. Dessen Ballverluste bestrafte der TuS nämlich mit Kontern zum 10:6-Vorsprung.

Im Prinzip war bis dahin das zusätzliche Fehlen von Alex Orlov weitestgehend überbrückt worden. Das verletzte Knie des Weißrussen war über Nacht wieder dick geworden. Auch die ärztliche Kunst von Mannschaftsarzt Falk Uhlig hätte ihn in der Kürze der Zeit nicht spielfähig gemacht. Orlov hat offenbar eine schwer wiegendere Knieverletzung, die in dieser Woche genau untersucht werden soll.

Die Ferndorfer behielten bis zur 45. Minute ihren Vorsprung von drei Toren. Selbst in Unterzahlphasen verteidigten sie ihren Vorsprung. Erst nachdem beim Stand von 16:14 Steven Schäfer per Siebenmeter an Wolleck gescheitert war, war ein Ruck bei Hamm zu spüren. Die Gäste nutzten die Schwachstelle in Ferndorfs Deckung auf Rechtsaußen aus. Libor Hrabal hatte zu Beginn der 2. Hälfte seine zweite Zeitstrafe erhalten und setzte sich aus Sicherheitsgründen nur noch im Angriff ein. Auch Tristan Stadel hatte zwei Zeitstrafen. Dann brachte Hamm den kantigen Rechtsaußen Tobias Genau. Der Neuzugang aus Soest traf prompt genau, nämlich 8/1 mal, immer von der gleichen Position mit der immer gleichen Aktion.

Zum 17:17 glichen die Gäste erstmals wieder aus. Als sie begriffen hatten, dass sie in Ferndorf gewinnen konnten, legten sie dann in den letzten sieben Minuten zum 19:18, 20:19 und 21:20 jeweils einen Treffer vor. Freilich profitierten sie auch ein wenig von den Fehlentscheidungen der Schiedsrichter Kelbert/Ribeiro aus Lüdenscheid, denen es mit Mühe und Not gelang, das Geschehen noch im Griff zu behalten. Die in den Schlussminuten durch Stadels 3. Zeitstrafe dezimierten Ferndorfer konnten sich dann bei Michael Feldmann bedanken, dass er sich bei den Ausgleichstreffern zum 20:20 und 21:21 durch die Mitte tankte und Wolleck jeweils keine Chance ließ. Aber auch das 21:21 war noch nicht sicher. Bei noch vier Sekunden Spielzeit und einem Spieler mehr auf dem Feld brachten sich die Gäste nochmals in Wurfposition. Die Kugel zischte aber ganz knapp an Wellens Kasten vorbei.

Als Zwischenbilanz nach fünf Spieltagen bleibt fest zu halten, dass der TuS Ferndorf mit 8:2 Punkten weiter ungeschlagen ist, aber einen Punkt Rückstand auf den VfL Gladbeck hat. Das ist der nächste Auswärtsgegner in drei Wochen - wqieder also ein absolutes Top-Spiel! Der Spitzenreiter scheint momentan auch davon profitieren, dass neben Ferndorf auch die anderen Mitfavoriten SG Schalksmühle/Halver, VfL Mennighüffen allesamt mindestens zwei über längere Zeit verletzte Leistungsträger haben – bei Orlov ist dies nämlich leider auch zu befürchten. Und vom Team aus dem Ruhrpott sind bislang noch keine personellen Schwächungen bekannt.

TuS Ferndorf: Becker, Wellen; Krawitz (nicht eingesetzt), Stadel (1 Tor), Thoene, Münker, Pfaffenbach (3), Feldmann (4), Hrabal (6/1), Schierbaum (3), Schäfer (4/1).

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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