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QR-Code statt Impfheft
Digitaler Impfpass ab Donnerstag

Einfach zur Apothekerin Tanja Wildraut (Hauptfoto) um die Ecke gehen, Philipp Sanchez legt den Impfpass vor, und schon wandern die Daten auf das eigene Smartphone.
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ap Kreuztal/Niederdielfen. Allein der Gedanke daran, immer und überall das kleine gelbe Heftchen mitzuführen, nervt viele Geimpfte schon jetzt. Deshalb gibt es ab Donnerstag endlich ein digitales und EU-weit gültiges Zertifikat, das als Nachweis über den Corona-Impfschutz, negative Testergebnisse sowie überstandene Covid-19-Erkrankungen eingesetzt werden kann. Anlaufstellen sollen dafür erst einmal nur die hiesigen Apotheken sein.

Das dürfte

ap Kreuztal/Niederdielfen. Allein der Gedanke daran, immer und überall das kleine gelbe Heftchen mitzuführen, nervt viele Geimpfte schon jetzt. Deshalb gibt es ab Donnerstag endlich ein digitales und EU-weit gültiges Zertifikat, das als Nachweis über den Corona-Impfschutz, negative Testergebnisse sowie überstandene Covid-19-Erkrankungen eingesetzt werden kann. Anlaufstellen sollen dafür erst einmal nur die hiesigen Apotheken sein.

Das dürfte Immunisierte freuen, bei den Pharmazeuten selbst aber auf jede Menge Unverständnis stoßen. Denn ursprünglich war der Start des „CovPass“ für den 14. Juni geplant – und schon im Hinblick auf diesen Starttermin äußerten die Apothekeninhaber gegenüber der SZ ihre Bedenken.

"Ich könnte mir vorstellen,
dass es in den ersten Wochen
Anlaufschwierigkeiten gibt."

Jens Harbaum-Neuhaus
Kreuztaler Apothekeninhaber

„Wir sind da ehrlich gesagt noch völlig uninformiert“, erklären Cornelia Braach und Mechthhild Zimmermann von der Brücken-Apotheke in Niederdielfen. Auch der Kreuztaler Pharmazeut Jens Harbaum-Neuhaus sagt: „Tiefere Kenntnisse haben wir nicht.“ Man sei aber „wild entschlossen“, in allen drei Standorten bei dem Vorhaben mitzuwirken, versichert er. „Ich hoffe, dass das auch wirklich alles so funktioniert.“

Derweil stellt nämlich vor allem das Anmeldeverfahren eine große Hürde dar. „Wir müssen als Betrieb erst freigeschaltet werden“, erklärt der Kreuztaler Apotheker. „Ich könnte mir vorstellen, dass es in den ersten Wochen Anlaufschwierigkeiten gibt.“

Große Unsicherheit wegen Fälschungssicherheit

Große Unsicherheiten gibt es auch im Bezug auf die (fehlende) Fälschungssicherheit. „Wie sollen wir prüfen, dass die Impfpässe wirklich echt sind?“, fragt Zimmermann. „Das ist eine große Verantwortung für uns.“

Der digitale Impfpass ist ein Zertifikat in Form eines fälschungssicheren QR-Codes. Dafür muss eine App auf dem Smartphone heruntergeladen werden.
  • Der digitale Impfpass ist ein Zertifikat in Form eines fälschungssicheren QR-Codes. Dafür muss eine App auf dem Smartphone heruntergeladen werden.
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Ohne die dazugehörigen Patientendaten habe man kaum eine Möglichkeit, Fälschungen aufzudecken, warnt die erfahrene Pharmazeutin. „Ich bin gespannt auf die Handlungsempfehlung, die wir bekommen und hoffe, dass diese gut ausgeklügelt ist“, kommentiert Harbaum-Neuhaus die Debatte um potenzielle Betrügereien.

Digitaler Impfpass in Praxen oder Impfzentren

Um Fehlern beim Übertrag vom Impfheft in die Smartphone-Anwendung entgegenzuwirken und die Apotheken zu entlasten, soll der digitale Pass künftig auch direkt in Praxen oder Impfzentren erstellt werden – wann genau, das ist derzeit aber noch ungewiss, wie Heike Achtermann von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) erklärt.

„Das wird noch ein paar Tage dauern“, so die KVWL-Sprecherin. „Im Moment laufen Testungen und auch die Softwarehäuser sind noch nicht alle so weit.“ Die letzten Absprachen seien hierbei noch nicht getroffen. Erst dann könne das genauere Verfahren konkretisiert werden. „Natürlich gilt aber nach wie vor auch der Papierausweis“, betont Achtermann.

Wie funktioniert der Handy-Impfpass?Der digitale Impfpass ist ein Zertifikat in Form eines fälschungssicheren QR-Codes. Dafür muss eine App auf dem Smartphone heruntergeladen werden. Das kann entweder aktuellste Version der Corona-Warn-App oder die Anwendung „CovPass“ sein. Ausgestellt werden kann das Zertifikat nachträglich bei bereits durch Apotheker. Künftig ist jedoch auch eine Generierung direkt bei der Impfung in der Arztpraxis oder im Impfzentrum geplant. Verpflichtend ist die Nutzung des digitalen Nachweises jedoch nicht. Das gelbe Impfheft behält weiterhin seine Gültigkeit.
Einfach zur Apothekerin Tanja Wildraut (Hauptfoto) um die Ecke gehen, Philipp Sanchez legt den Impfpass vor, und schon wandern die Daten auf das eigene Smartphone.
Der digitale Impfpass ist ein Zertifikat in Form eines fälschungssicheren QR-Codes. Dafür muss eine App auf dem Smartphone heruntergeladen werden.
Autor:

Alexandra Pfeifer

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