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Coronafall in Littfeld
Drei Grundschulklassen bleiben in Quarantäne

Drei Klassen der Grundschule Littfeld wurden auf Corona getestet. Die Kinder bleiben in Quarantäne.
  • Drei Klassen der Grundschule Littfeld wurden auf Corona getestet. Die Kinder bleiben in Quarantäne.
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  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

js Littfeld. Eine Welle der Empörung schwappte am Dienstagabend aus Littfeld durch soziale Medien und WhatsApp-Gruppen: Einige Eltern hatten offenbar kein Verständnis dafür, dass nach dem Bekanntwerden eines positiven Corona-Testergebnisses bei einer Lehrerin drei Klassen in Quarantäne geschickt wurden. Betroffen sind die Kinder der Klassen 1c, die 2c und 4d, bei ihnen allen wurden am Mittwochmorgen vom mobilen Testteam des Kreisgesundheitsamts Siegen-Wittgenstein Abstriche gemacht.Der Ärger, von dem auch Schulleiter Thomas Bosch noch am Abend Wind bekommen hatte, hatte mit einer Diskussion um den Infektionsstatus besagter Lehrkraft angefangen. Diese sei zunächst positiv auf das Coronavirus getestet worden; am Dienstag habe es aber ein zweites, diesmal negatives Ergebnis gegeben.

js Littfeld. Eine Welle der Empörung schwappte am Dienstagabend aus Littfeld durch soziale Medien und WhatsApp-Gruppen: Einige Eltern hatten offenbar kein Verständnis dafür, dass nach dem Bekanntwerden eines positiven Corona-Testergebnisses bei einer Lehrerin drei Klassen in Quarantäne geschickt wurden. Betroffen sind die Kinder der Klassen 1c, die 2c und 4d, bei ihnen allen wurden am Mittwochmorgen vom mobilen Testteam des Kreisgesundheitsamts Siegen-Wittgenstein Abstriche gemacht.Der Ärger, von dem auch Schulleiter Thomas Bosch noch am Abend Wind bekommen hatte, hatte mit einer Diskussion um den Infektionsstatus besagter Lehrkraft angefangen. Diese sei zunächst positiv auf das Coronavirus getestet worden; am Dienstag habe es aber ein zweites, diesmal negatives Ergebnis gegeben. Dass dennoch alle Kinder zum Reihentest antanzen mussten und zudem unter Quarantäne gestellt wurden, fand offenbar nicht bei allen Eltern Verständnis.

Erprobte Strategie griff

Dabei war die Sache aus Sicht des Gesundheitsamts klar: Als das eindeutig positive Testergebnis bekannt wurde, griff die erprobte Strategie. Es wurde zurückverfolgt, mit wem die Lehrerin am vergangenen Freitag, als erwiesenermaßen infektiös war, engen Kontakt hatte. Davon sind u. a. die drei genannten Klassen betroffen. Die Quarantänezeit der Kinder beträgt wie üblich 14 Tage (das entspricht der Covid-19-Inkubationszeit) von dem Zeitpunkt an gerechnet, an dem sie zuletzt nah dran waren an der Lehrkraft – völlig unabhängig vom Ergebnis des gestrigen Tests. Daher endet die angewiesene Frist für die Littfelder Schüler an unterschiedlichen Tagen – die ersten Kinder können beispielsweise schon am kommenden Mittwoch zurück auf die Schulbank.Dass am Dienstag offenbar ein zweiter Test negativ ausgefallen war, ändert nichts an der Vorgehensweise, wie auch Kreissprecher Torsten Manges im SZ-Gespräch verdeutlichte. Ausschlaggebend sei, dass die Betroffene zum Zeitpunkt des ersten Tests positiv gewesen sei. Testergebnis Nummer zwei sage nur aus, dass sie zum Zeitpunkt des Wiederholungsabstrichs nicht mehr infektiös war. Nichts Ungewöhnliches also.

"Befinden uns in Pandemie-Phase"

Rektor Thomas Bosch ist sich im Klaren über die Schwierigkeiten, die durch die Quarantäne-Anordnung auf Eltern zukommen, etwa die Betreuungsfrage. „Wir müssen uns aber immer wieder vor Augen halten, dass wir uns einfach noch in einer Pandemie-Phase befinden.“ Dass in einer solchen Zeit nicht alles normal ablaufen könne, könne nicht verhindert werden. Als Schulleiter stehe die Gesundheit aller Kinder und Kollegen im Vordergrund. Daher sei die Vorgehensweise des Gesundheitsamts absolut nachvollziehbar für ihn. „Ich hoffe, dass nun keine weiteren positiven Ergebnisse herauskommen.“ Unangebracht findet es Bosch, dass sich einige Eltern offenbar ohne den notwendigen Wissensstand echauffiert hätten.

Auch auf Facebook wurde diskutiert

Auch auf der Facebook-Seite des Kreises wurde der Littfelder Fall diskutiert. Dort kam auch Frage auf, wieso nur die Kinder selbst, nicht aber deren Eltern und Geschwister nun zu Hause bleiben müssten. Die Antwort ist einfach: Zunächst kommen „nur enge Kontaktpersonen in Quarantäne und nicht auch Kontaktpersonen von Kontaktpersonen von Kontaktpersonen“. Ansonsten müsste „durch solch ein Schneeballsystem innerhalb kürzester Zeit der ganze Kreis in Quarantäne“ geschickt werden.
Ziel des Gesundheitsamts sei es, Infektionsketten zu unterbrechen, indem man zunächst möglichst schnell Kontaktpersonen von Infizierten ermittelt, diese isoliere. Nur wenn diese selbst positiv getestet werden, werden deren enge Kontaktpersonen ermittelt und isoliert.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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