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Landesbetrieb liegt erstes Gutachten vor
Durchkreuzt der Biber die Südumgehung?

Seitdem der Biber in der Nähe der Südumgehung gesehen wurde, schauten die Experten genauer hin. Es wurde schließlich ein Gutachten in Auftrag gegeben, um zu klären, wo der Biber sich genau aufhält.
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  • Seitdem der Biber in der Nähe der Südumgehung gesehen wurde, schauten die Experten genauer hin. Es wurde schließlich ein Gutachten in Auftrag gegeben, um zu klären, wo der Biber sich genau aufhält.
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nja Ferndorf. Die Region horchte auf, als Hans-Dieter Krause im Frühjahr vergangenen Jahres davon erzählte, entlang des Ferndorfbachs, im Bereich Ferndorf/Kredenbach, eindeutige Biberspuren entdeckt zu haben. Dann schwamm der Nager einem Ferndorfer gar vor die Filmkamera. Das tut er übrigens immer noch.  Die Experten schauen seither genauer hin – tummelt sich das Tier doch auch in jenem Bereich am Rande von Kreuztal, wo einmal die Südumgehung Richtung Buschhütten verlaufen und zudem der Ausbau der Marburger Straße samt Kreisel an der Einmündung zur Kredenbacher Straße erfolgen soll. Das Gutachten, das der Landesbetrieb Straßenbau NRW in Auftrag gegeben hat, hat zunächst vor allem Letzteres im Blick.

nja Ferndorf. Die Region horchte auf, als Hans-Dieter Krause im Frühjahr vergangenen Jahres davon erzählte, entlang des Ferndorfbachs, im Bereich Ferndorf/Kredenbach, eindeutige Biberspuren entdeckt zu haben. Dann schwamm der Nager einem Ferndorfer gar vor die Filmkamera. Das tut er übrigens immer noch.  Die Experten schauen seither genauer hin – tummelt sich das Tier doch auch in jenem Bereich am Rande von Kreuztal, wo einmal die Südumgehung Richtung Buschhütten verlaufen und zudem der Ausbau der Marburger Straße samt Kreisel an der Einmündung zur Kredenbacher Straße erfolgen soll. Das Gutachten, das der Landesbetrieb Straßenbau NRW in Auftrag gegeben hat, hat zunächst vor allem Letzteres im Blick.„Da aber die B 508 n auch dieses Revier berühren wird, ist durch das Gutachten absehbar, dass für den Bau der Teilortsumgehung eine Umweltbaubegleitung für den Biber stattfinden wird“, sagt Pressesprecherin Julia Ollertz. Details dazu lägen aber noch nicht vor.

Erste Analysen ergaben: Es handelt sich tatsächlich um einen europäischen Biber, der unter Naturschutz steht.  Zu den Beweisen der Biber-Existenz trägt nun auch die Kartierung seiner Burg und des Damms bei. Kurzum: Sein Revier wurde erfasst. Grundsätzlich verhalte sich der Biber so: Er unternimmt Ausflüge nur in die direkte Umgebung, legt er größere Entfernungen zurück, belässt er es bei Stippvisiten – und er meidet als Einzeltier Sozialkontakte.

Spuren deuten auf neue Besiedlung hin

„Es ist nicht bekannt, wie lange sich das Tier bereits im Untersuchungsgebiet aufhält“, heißt es im Fazit der Gutachter. „Die nachgewiesenen Spuren deuten auf eine recht neue Besiedlung hin. Insgesamt war die Anzahl nachgewiesener Biberspuren zunächst recht übersichtlich. Standort und Ausgestaltung von Burg und Damm waren bemerkenswert.“ Warum? Sie lagen in einem stark vom Menschen geprägten Bereich.

Schwerpunktmäßig hält sich der Nager offenbar, das ergaben alle drei Begehungen, überwiegend maximal 450 Meter östlich der Burg entlang des Obergrabens und der Ferndorf auf. „Im Verlauf der zweiten und dritten Begehung wurden jedoch auch mehrfach Spuren entlang der Ferndorf bis zu einer Distanz von etwa 1250 Metern zur Biberburg und östlich der Überführung der Ferndorf im Bereich Marburger Straße/Kredenbacher Straße festgestellt.“ Das Tier scheint somit sein ursprünglich kleines Revier zumindest gelegentlich zu verlassen und seinen Radius und Horizont in und an der Ferndorf zu erweitern.

Biber huscht an Wildkameras vorbei

Das bestätigt auch Hans-Dieter Krause. Immer wieder huscht das Tier in den Fokus seiner Wildkameras. „Darüber hinaus finde ich Spuren zwischen der Otto-Flick-Halle in Kreuztal und dem Kreisel Kredenbacher Straße“, sagt der Vorsitzende der Fischereigenossenschaft Kreuztal.

Hans-Dieter Krause, der Vorsitzende der Fischereigenossenschaft Kreuztal, sagt, er finde Spuren zwischen der Otto-Flick-Halle in Kreuztal (hier im Bild) und dem Kreisel Kredenbacher Straße.
  • Hans-Dieter Krause, der Vorsitzende der Fischereigenossenschaft Kreuztal, sagt, er finde Spuren zwischen der Otto-Flick-Halle in Kreuztal (hier im Bild) und dem Kreisel Kredenbacher Straße.
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Was bedeuten die Analysen nun konkret? Mit Blick auf die „zeitnahen“ Ausbaupläne am Knotenpunkt in Kredenbach seien keine potenziellen Verstöße gegen das Bundesnaturschutzgesetz zu erwarten, „solange die Möglichkeit einer Unterquerung der Überführung Marburger Straße – Kredenbacher Straße für das Tier weiterhin bestehen bleibt“, so die Gutachter.

"Eine Durchgängigkeit der Ferndorf als Wanderkorridor
bleibt zu jeder Zeit bestehen."

Julia Ollertz
Landesbetrieb Straßenbau NRW

„Eine Durchgängigkeit der Ferndorf als Wanderkorridor bleibt zu jeder Zeit bestehen“, teilt Julia Ollertz, Pressesprecherin des Landesbetriebs, dazu ergänzend mit. Dann wird die Formulierung aber doch noch etwas vager: Bei der Südumgehung werde die bestehende Planung die Anforderungen des Artenschutzes bzw. Individuenschutzes für den Biber vermutlich bereits erfüllen: „Das muss aber noch im Detail bestimmt werden. Mit den Naturschutzbehörden sind wir deswegen aktuell im Austausch.“

Was wurde untersucht? Auf ca. 1500 m Flusslänge der Ferndorf und am angrenzenden Obergraben sowie dem Teich im Gewerbegebiet Ferndorftal wurden drei Erfassungen durchgeführt. Pro Termin wurden laut Landesbetrieb Straßenbau NRW die Ufer systematisch auf Spuren wie Ausstiegen, Rutschen, Fraßspuren, Dämme etc. überprüft. Zusätzlich zu den Begehungen wurden Kamerafallen an kritischen Punkten installiert. Zur Gewinnung von Haarproben für DNA-Analysen wurde an zwei Ausstiegen ein Stacheldraht in geringer Höhe lose gespannt.
Seitdem der Biber in der Nähe der Südumgehung gesehen wurde, schauten die Experten genauer hin. Es wurde schließlich ein Gutachten in Auftrag gegeben, um zu klären, wo der Biber sich genau aufhält.
Hans-Dieter Krause, der Vorsitzende der Fischereigenossenschaft Kreuztal, sagt, er finde Spuren zwischen der Otto-Flick-Halle in Kreuztal (hier im Bild) und dem Kreisel Kredenbacher Straße.
Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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