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Schwerlastroute zu Binnenhäfen
Eichener Baustellen-Marathon bis Ende 2021

Noch bis voraussichtlich November 2021 wird die  Ertüchtigung der Hagener Straße samt ihrer Brücken unter dem Stichwort "Schwerlastroute"  dauern.
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  • Noch bis voraussichtlich November 2021 wird die Ertüchtigung der Hagener Straße samt ihrer Brücken unter dem Stichwort "Schwerlastroute" dauern.
  • Foto: Landesbetrieb Straßen
  • hochgeladen von Anja Bieler-Barth (Redakteurin)

nja Eichen. Was im Sommer 2017 mit den Bauarbeiten rund um die Littfebrücke der B 517 (Hagener Straße) in Eichen begann – die Ertüchtigung der Schwerlastroute zu den nordrhein-westfälischen Binnenhäfen Gelsenkirchen und Duisburg (die SZ berichtete ausführlich) – ist noch lange nicht vorbei und wird Anwohner des Kreuztaler Ortsteils Eichen sowie Verkehrsteilnehmer noch lange beschäftigen: Über die Littfebrücke rollt der Verkehr bekanntlich schon wieder, das Bauwerk über den recht unscheinbaren Obergraben – zwischen Fahrrad Hees und Thyssen-Krupp Steel (TKS) gelegen – ist so gut wie fertig.

nja Eichen. Was im Sommer 2017 mit den Bauarbeiten rund um die Littfebrücke der B 517 (Hagener Straße) in Eichen begann – die Ertüchtigung der Schwerlastroute zu den nordrhein-westfälischen Binnenhäfen Gelsenkirchen und Duisburg (die SZ berichtete ausführlich) – ist noch lange nicht vorbei und wird Anwohner des Kreuztaler Ortsteils Eichen sowie Verkehrsteilnehmer noch lange beschäftigen: Über die Littfebrücke rollt der Verkehr bekanntlich schon wieder, das Bauwerk über den recht unscheinbaren Obergraben – zwischen Fahrrad Hees und Thyssen-Krupp Steel (TKS) gelegen – ist so gut wie fertig. Im Oktober soll somit der nächste Bauabschnitt beginnen, der es in sich haben wird: Rückt hierbei doch schweres Gerät insbesondere der Hankerbachbrücke und jener über die Gleise der Deutschen Bahn zu Leibe.

Hohes Verkehrsaufkommen

Der für den Ausbau zuständige Landesbetrieb Straßen NRW, Regionalniederlassung Südwestfalen, informierte interessierte Bürger am Dienstagabend im Eichener Hamer über die nun anstehenden Details der Bauausführung, die sich über rund 950 Meter der Hagener Straße bis hoch zur Straßenmeisterei erstreckt und voraussichtlich bin November 2021 – also noch mehr als zwei Jahre – hinziehen wird. Im Jahr 2017, so hieß es dabei auch, die Ausgangslage erläuternd, seien im Kreis Siegen-Wittgenstein 12 700 Schwerlasttransport-Anträge gestellt worden. 12 500 Pkw, 700 Lkw und 132 Radler seien in Eichen pro Tag unterwegs, so Heinrich Arndt.

Rad- und Gehweg

Zum Straßenausbau, Blickrichtung Kreuztal: Im derzeit laufenden 1. Bauabschnitt entstehen links der sieben Meter breiten Fahrbahn ein Bankett, rechts der „Straße“ ein Sicherheitsstreifen, ein 1,60 Meter breiter Radweg, ein Begrenzungsstreifen, ein 1,45 Meter breiter Gehweg und ein Bankett. Im zweiten Bauabschnitt (von TKS hoch zur Straßenmeisterei) sind auf beiden Seiten der Fahrbahn Gehwege vorgesehen, Richtung Kreuztal auch wieder ein baulich abgegrenzter Radweg. Radler, die Richtung Krombach unterwegs sind, sollen künftig bekanntlich über die Eichener Straße rollen.

Einmündungsbereiche optimieren

Der Einmündungsbereich von Wendenhof/Eichener Straße wird übersichtlicher umgestaltet – u. a. mit Linksabbiegespuren zur Eichener Straße. Auch der Einmündungsbereich zu TKS soll optimiert werden. Neben einer Straßenquerungshilfe (Mittelinsel) für Passanten gibt es künftig eine Linksabbiegespur zum Betriebsgelände. „Angepackt“ wird auch der Einmündungsbereich der Eichener Straße kurz vor der Straßenmeisterei: Hier soll der derzeit gerade Durchlass verschwinden; Passanten erhalten zwei Querungshilfen.

"Es wird laut"

Und dann geht es auch ans „Eingemachte“, die Brücken: Im Zuge der Neugestaltung der Hankerbachbrücke, jener Passantenunterführung vom Parkplatz Eichener Hamer zum TKS-Betriebsgelände, wird der Bachlauf neben dem Fußweg freigelegt. Die Brücke wird zudem breiter als heute. Letzteres gilt auch für die Mammutaufgabe, den Neubau der Bahnbrücke, die auf 32 Meter Länge und 13,7 Meter Breite anwachsen wird. „Hier wird Tag und Nacht gearbeitet“, so Ulrich Seibel. Phasenweise werden die Gleise im kommenden Jahr gesperrt. Es werde ein Lärmgutachten erstellt; liege es vor, werde die Öffentlichkeit über die konkreten Auswirkungen informiert. Eines wisse er aber jetzt schon: „Es wird laut!“ Der Landesbetrieb werde auch ein Baubüro vor Ort einrichten, in dem es regelmäßig Sprechstunden gebe, fügte Winfried Behle hinzu.

Anwohner  leiden unter Lärm und Verkehr

Dann begann die Fragestunde. Eine Anwohnerin der Eichener Straße fragte, ob es für sie und ihre Nachbarn bis November 2021 zwischendurch irgendwann einmal Entlastung gebe. „Nein“, hieß es mit Blick auf die nah getakteten Abläufe und die nicht vorhandene Verkehrssicherheit auf der Hagener Straße bis zum Schluss. „Das ist schrecklich“, so die Anwohnerin. Dafür, so der Landesbetrieb, habe man aber auch in die Ertüchtigung der Eichener Straße investiert. Eine Bürgerin monierte, dass auf der Umleitungsstrecke oft zu schnell gefahren werde – wenn nicht gerade „alle halbe Stunde, wenn die Bahnschranke unten ist“, Stau sei. Für Überprüfungen sei der Landesbetrieb nicht zuständig; es werde aber gemessen, wussten die Straßenplaner, die auch daran erinnerten, dass Fußgängerüberwege markiert worden seien.

Lärmgutachten wird erstellt

„Was tun Sie gegen den Krach?“, wollte eine Eichenerin wissen. Die Baustelle verlaufe nachts akustisch „durch so manches Schlafzimmer“. Ob es eine mobile Lärmschutzwand gebe. Auch hier lautete die Antwort: nein. Es fehle der Platz, und irgendwo gebe es zudem immer ein Loch, durch das der Lärm dringe. „Wir versuchen Lärmintensives zeitlich zusammenzulegen“, so Ulrich Seibel. Für jeden Anlieger werde zudem eine Lärmprognose erarbeitet: „Wir kommen auf Sie zu, wenn wir wissen, welchen Pegel Sie zu ertragen haben.“ Würden die Widerlager gesprengt, werde es richtig laut – dafür aber nur einmal. Dieter Gebauer (Grüne) regte „für mehr Akzeptanz in der Bevölkerung“ an, der Landesbetrieb könne die Anlieger etwa einmal vierteljährlich in den Hamer zum Abendessen und gemütlichen Beisammensein einladen. Auch wollte er wissen, warum es im Bereich TKS nun nur noch eine Mittelinsel als Querungshilfe gebe; zunächst sei doch eine Ampellösung geplant worden – Stichwort Bus- und Bahnanbindung.Vertreter des Landesbetriebs verwiesen auf die Verkehrskommission und eine Fußgängererhebung, die ergeben habe, dass vor allem die Unterführung genutzt werde. Daher sei die Mittelinsel vorgeschrieben. Es würden aber Leerrohre für eine eventuelle Ampelnachrüstung verlegt.

Weitere  Bäume werden  gefällt

Das Gefälle der Bahnbrücke berge im Winter schon einmal Probleme, so eine Eichenerin. Die Situation werde sich nicht verschlechtern, lautete die Antwort. Eine flachere Lösung sei mit Blick auf die Bahnhöhen – auch zum Bedauern von TKS – nicht möglich. Hans-Gotthelf Wendt aus Kredenbach fragte, ob der geplante Radweg in das Konzept passe, das die Stadt Kreuztal derzeit erarbeiten lasse: „Ich befürchte, Ihr Weg wird ein Torso, der nirgendwo ankommt. Schade um die Steuergelder.“ Und: „Wie viele Bäume müssen noch umgehackt werden?“ „Einige“, lautete die Antwort vom Podium. Zum Beispiel alte Fichten an der Böschung hoch zur Bahnbrücke; sie seien nicht mehr zu halten. An anderer Stelle versuche man, Bäume mit viel Aufwand zu erhalten. Es werde aber auch straßenbegleitende Ersatzpflanzungen geben.

Kosten: 12,8 Mill. Euro

Ein Eichener Bürger nutzte die Chance, darauf hinzuweisen, dass Lkw, die zu TKS wollten, sichhäufig in Wohnstraßen verirrten. Dies sei der TKS-Adresse – Hammerstraße – und deren verwirrendem Verlauf geschuldet. Eine Anwohnerin der Eichener Straße sieht Probleme angesichts des regen Umleitungsverkehrs, in den kommenden Wochen das Herbstlaub aufzufegen. Er sei froh, sagte SPD-Ratsmitglied Andreas Müller, dass die Straßenertüchtigung erfolge – wollte aber die Kosten wissen. Insgesamt, so rechnete Ulrich Seibel vor, beliefen sich die Investitionen auf 12,8 Mill. Euro.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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