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50 Jahre Christus-Erlöser-Kirche
Ein Gotteshaus der offenen Türen

Gabriela Wiechert, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, und Dr. Alfons Goris freuen sich mit der Gemeinde, dass die Christus-Erlöser-Kirche am Hammerseifen auch schwierige Zeiten überstanden hat.
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  • Gabriela Wiechert, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, und Dr. Alfons Goris freuen sich mit der Gemeinde, dass die Christus-Erlöser-Kirche am Hammerseifen auch schwierige Zeiten überstanden hat.
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nja Kreuztal. Ihr äußeres Erscheinungsbild darf als nüchtern und funktional bezeichnet werden – die Christus-Erlöser-Kirche am Hammerseifen passt sich optisch gut an die Umgebung an, der sie auch ihre Existenz verdankt: Wäre oberhalb von Kreuztal nicht ab Ende der 1960er-Jahre der neue Siedlungsschwerpunkt entstanden, die Fritz-Erler-Siedlung mit ihren Hoch- und Reihenhäusern, hätte die kath. Kirchengemeinde St. Johannes sicherlich einen anderen Ort für ihre Filialkirche auserkoren.

Buschhütten war damals im Gespräch. Wer das Gotteshaus betritt, hat die äußere Sachlichkeit schnell vergessen: Vor allem, wenn die Sonnenstrahlen ihren Weg durch die bunten Glasscheiben finden, wird ein stimmungsvolles Ambiente erlebbar, das zum Innehalten einlädt. Vor 50 Jahren, am 9.

nja Kreuztal. Ihr äußeres Erscheinungsbild darf als nüchtern und funktional bezeichnet werden – die Christus-Erlöser-Kirche am Hammerseifen passt sich optisch gut an die Umgebung an, der sie auch ihre Existenz verdankt: Wäre oberhalb von Kreuztal nicht ab Ende der 1960er-Jahre der neue Siedlungsschwerpunkt entstanden, die Fritz-Erler-Siedlung mit ihren Hoch- und Reihenhäusern, hätte die kath. Kirchengemeinde St. Johannes sicherlich einen anderen Ort für ihre Filialkirche auserkoren.

Buschhütten war damals im Gespräch. Wer das Gotteshaus betritt, hat die äußere Sachlichkeit schnell vergessen: Vor allem, wenn die Sonnenstrahlen ihren Weg durch die bunten Glasscheiben finden, wird ein stimmungsvolles Ambiente erlebbar, das zum Innehalten einlädt. Vor 50 Jahren, am 9. Oktober 1971, wurde der Grundstein für Kirche samt Pfarrzentrum gelegt. Das feiert die Gemeinde am Sonntag ab 9.30 Uhr mit einem Dankhochamt und ab 11 Uhr mit einem Festakt. Wer teilnehmen möchte, muss sich anmelden (0 27 33/5 11 27).

Dr. Alfons Goris und Gabriela Wiechert, sie ist Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, haben die Entwicklung der „CEK“ und ihrer Gemeinde über viele Jahre begleitet und rufen im SZ-Gespräch einige Meilensteine in Erinnerung. Ausführlich ist die Historie der St.-Johannes-Gemeinde Kreuztal insgesamt in einer Festschrift anlässlich des Jubiläums nachzulesen – eine gelungene Aufarbeitung, die auch schwierige Kapitel nicht ausspart.

Christus-Erlöser-Kirche: Feste mit rund 1000 Gästen

Der Siegener Architekt Franz Richter bescherte den Kreuztaler Katholiken eine Kirche „mit freiem Blick und Kontakt zum Altar, ganz im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils“, ist der Chronik zu entnehmen. Im Februar 1973 wurde die Kirche eingeweiht. Pfarrer war damals Bernhard Starke. Von Anbeginn waren die Gottesdienste gut besucht; dies galt auch für das Gemeindezentrum.

Die Annalen berichten von Festen mit bis zu 1000 Besuchern auf dem Robinson-Spielplatz – „damals schon interreligiös und interkulturell“: Ökumene wird in Kreuztal großgeschrieben. Ein kommunaler Jugendtreff fand anfangs in der CEK statt – und bis zur Eröffnung des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses rund sechs   Jahre später wurden auch regelmäßig ev. Gottesdienste gefeiert.

Christus-Erlöser-Kirche: Künstlerische Gestaltung

Am Tag der Einweihung gehörten zum besonderen Schmuck „nur“ die Kirchenfenster mit dem Mosaik, die Kunstmaler Wilfrid Perraudin aus Freiburg entworfen hatte. Die Gläubigen saßen auf alten Kirchenbänken aus Littfeld. Ab 1976 nahm sich die Gemeinde der Neugestaltung des Chorraums an: Künstler Toni Zenz aus Köln trug mit seinen Ideen für Altar, Ambo, Tabernakel, Kreuz und Madonna zum heutigen unverwechselbaren Ambiente bei.

Ende der 1960er-Jahre entstand der neue Kreuztaler Siedlungsschwerpunkt Fritz-Erler-Siedlung. Sie war der Grund, warum die kath. Kirchengemeinde St. Johannes dort oben Kirche samt Pfarrzentrum errichtete.
  • Ende der 1960er-Jahre entstand der neue Kreuztaler Siedlungsschwerpunkt Fritz-Erler-Siedlung. Sie war der Grund, warum die kath. Kirchengemeinde St. Johannes dort oben Kirche samt Pfarrzentrum errichtete.
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Die Kreuzskulptur war dabei nicht ganz unumstritten, damals. Der ausgemergelte Corpus Christi sagte nicht allen Kirchgängern zu. Goris: „Die Lebendigkeit ist nicht von allen Sitzplätzen ersichtlich.“ Ende der 80er-Jahre wurde das Harmonium durch eine Orgel ersetzt.

Christus-Erlöser-Kirche: Bangen um Kirchen-Erhalt

Das neue Jahrtausend war noch jung, da geriet die älter gewordene Kirche in den Fokus des Erzbistums. Die Betonstruktur war renovierungsbedürftig, Korrosionsschäden waren zu sehen, die Gemeinde plante die Sanierung. 2001 dann hieß es aus Paderborn: Die CEK habe keinen festen Platz mehr im Pastoralkonzept des Erzbistums. Die Gemeinde legte Widerspruch ein, auch intern wurde aber kontrovers diskutiert, was sinnvoll ist und was nicht. Eine Interessengemeinschaft bildete sich, Unterschriften wurden gesammelt.

Vier Pfarrer in 50 Jahren

Vier Pfarrer kümmerten sich in dem halben Jahrhundert um die Gemeinde der Christus-Erlöser-Kirche:

  • Bernhard Starke ( 1949 bis 1975),
  • Gerhard Günther (1975 bis 1993),
  • Josef Sczyrba (1993 bis 2016) und
  • Friedhelm Rüsche (seit 2014) als Leiter (Pfarrer) des Pastoralverbunds nördliches Siegerland.

Im November 2002, als ein Gutachten über die Gebäudesubstanz vorlag, fiel dann die Entscheidung des Kirchenvorstands pro Sanierung. 2004 wurde die Fassade mit der „Alu-Welle“ verkleidet, wurden die Gemeinderäume renoviert. Die Innenausstattung erhielt 2020 ein neues Licht- und Tonkonzept realisiert, das der CEK heute den Namen „Lichterkirche“ beschert.

Christus-Erlöser-Kirche: Kleiderstube und Sprachkurse

„Es ist eine offene Begegnungskirche“, betonen Wiechert und Goris und erinnern an Angebote wie die Caritas-Kleiderstube, die 2015 von der Bahnhofstraße an den Hammerseifen gezogen ist, Sprach- und Konversationskurse, das ökumenische Café International in Folge der Flüchtlingskrise 2015. Von Anbeginn trifft sich eine Turngruppe, einmal im Monat sorgt ein Gemeindefrühstück für Geselligkeit. Die Messe wird samstags um 18 Uhr zelebriert. Die Neugestaltung der Licht- und Tonanlage kommt nicht nur, aber auch einer besonderen Form des Gottesdienstes zugute, die unter dem Motto „Go(o)d Vibes“ steht und frischen Wind in das zwar noch nicht betagte, aber doch lebendig „in die Jahre gekommene“ Gotteshaus bringt.

Gabriela Wiechert, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, und Dr. Alfons Goris freuen sich mit der Gemeinde, dass die Christus-Erlöser-Kirche am Hammerseifen auch schwierige Zeiten überstanden hat.
Ende der 1960er-Jahre entstand der neue Kreuztaler Siedlungsschwerpunkt Fritz-Erler-Siedlung. Sie war der Grund, warum die kath. Kirchengemeinde St. Johannes dort oben Kirche samt Pfarrzentrum errichtete.
Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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