Ein Zimmermann soll die Balken biegen

TuS Ferndorf startet in die neue Saison:

Mannschaftsvorstellung bei Hauptsponsor / Coup mit »Kuschel-Handballer« Liesegang glückt

geo Krombach. Im passenden Ambiente des Hauptsponsors, der Krombacher Brauerei, startete Handball-Oberligist TuS Ferndorf gestern Abend zünftig in die neue Saison. Zur offiziellen Mannschaftsvorstellung in Krombach präsentierten sich Spieler und Offizielle gut gelaunt, was auch seinen Grund darin haben könnte, dass Abteilungsleiter Harald Münker nach dem »Foto-Shooting« endlich die Katze aus dem Sack ließ.

»Wir haben die Spielberechtigung für Wiegand Liesegang beantragt und rechnen damit, dass diese in Kürze erteilt wird. Mit Wiegand Liesegang sind noch Details zu klären, aber wir sind sicher, dass er noch in der Vorbereitung im Trikot des TuS Ferndorf auflaufen kann«, gab Münker vor großem Medienaufgebot bekannt und dachte dabei bestimmt an die Saison-Generalprobe am 11. September (19.30 Uhr) gegen Handball-Bundesligist HSG Wetzlar in der Sporthalle Stählerwiese in Kreuztal.

Mit der spannenden Personalie Liesegang (die SZ berichtete) runden die Ferndorfer ihren Zwölfer-Kader ab, doch Münker ließ durchblicken, dass man weiter nach einem Rückraumspieler Ausschau halte. Dabei könne es sich aber nicht um einen Profi handeln, sondern eher um einen Handballer mit klarer beruflicher Absicherung.

Dennoch stand zunächst das Wagnis Liesegang im Vordergrund. Der ehemalige Ferndorfer Handballer spielte in der Bundesliga neun Jahre für VfL Fredenbeck, Bayer Dormagen und vor allem den TV Großwallstadt. Danach aber fasste der Jung-Unternehmer keinen Handball mehr an. Mit 37 Jahren sei Liesegang aber keineswegs zu alt für Oberliga-Handball, das hätten in den letzten Tagen auch die Olympischen Spiele gezeigt, meinte Münker. Und der TuS-Handball-Boss brach gleich noch eine Lanze für den, den sie mit Spannung erwarten: »Er hat kein Gramm Übergewicht und macht einen top-fitten Eindruck!«

Bei soviel Vorschusslorbeer musste Trainer Libor Hrabal dann doch ein wenig relativieren: »Er ist ein erfahrener Mann, der uns helfen kann. Jetzt muss er erst wieder ein bisschen mit dem Handball kuscheln, und dann sehen wir weiter. Aber ich wünschte mir natürlich, dass Wiegand ein bisschen mehr trainieren könnte.« Kann er aufgrund beruflicher Belastung aber nicht, so dass es wohl vorerst bei einmal Training die Woche bleibt.

Voll eingebunden in das Training sind dagegen die drei anderen »Neuen«, die beiden Heimkehrer Rainer Bub (Tor) und Istvan Bajna sowie Andrè Genz aus Stralsund. Beim Bundesligisten HV Stralsund kam der 1,99 m große Linkshänder zu acht Bundesliga-Einsätzen, »verhungerte« aber sonst meist im Oberliga-Team der Nordostdeutschen. Der gelernte Zimmermann fand nun in Müsen eine passende Anstellung und soll daher jetzt in Angriff und Abwehr gleichermaßen die »Balken biegen«. Zumindest ist Genz nicht auf den Mund gefallen, denn befragt zu seinen ersten Eindrucken, gab er schelmisch zu Protokoll: »Ich bin vom Flachland ins Bergland gekommen. Manchmal bekomme ich sogar ein Pfeifen im Ohr – das muss dann wohl die Höhenluft sein!«

Rund um das Handball-Team steigen die Erwartungen bereits an, der Dauerkartenverkauf lief so gut wie lange nicht mehr, schon über 300 Dauer-Billets sind verkauft. Heute Abend beginnt die Mannschaft mit einem mehrtägigen Turnier bei der TG Voerde die ganz heiße Phase der Saisonvorbereitung auf das erste Heimspiel am 18. September gegen HSE Hamm. Spielertrainer Libor Hrabal sieht in der HSG Schalksmühle, der HSG Nordhemmern/Mindenerwald und dem VfL Mennighüffen die großen Konkurrenten im Titelkampf. Die eigenen Ambitionen wollte man hingegen gestern nicht so hoch hängen und sprach von »oben mitspielen« als Saisonziel. Erst ganz zum Schluss rutschte Harald Münker beim Thema Zweitspielrecht für junge Bundesliga-Handballer dann doch noch Bemerkenswertes heraus: »Wir haben mittlerweile so gute Kontakte zur HSG Wetzlar, dass Libor und ich uns nichts sehnlicher wünschen als den Regionalliga-Aufstieg, weil wir erst dann aufgrund der Statuten mit Wetzlar kooperieren könnten.« Na also, geht doch...

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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