Eingelullter TuS löste Torlawine aus

Höchster Sieg seit Jahren für Ferndorf:

Neues »Schlusslicht« TV Schwitten wurde mit 40:24 überrollt / Gegner war kein Maßstab

jb Kreuztal. Beim TuS Ferndorf gab es reichlich Balsam für die seit drei Wochen angeknackste Psyche. Der Tabellendritte der Handball-Oberliga Westfalen überrollte den Tabellenletzten TV Schwitten mit 40:24 (18:13). Dennoch gibt es keinen Grund, euphorisch zu werden. Es bleibt vor allem festzuhalten, dass sich die Mannschaft wieder gefestigt hat und auf dem besten Weg ist, zumindest zunächst wieder Platz 2, der vom einen Punkt besseren VfL Mennighüffen eingenommen wird, anzugreifen.

Die Mendener waren kein Gegner, allenfalls ein Sparringspartner. Der Grund saß verletzt in Zivilkleidung hinter einer Werbebande. Denn Gäste-Trainer Hans-Peter Müller musste auf seinen kompletten Rückraum mit Jens Bücking, Sascha Weil und Tobias Nahen verzichten. Dieser gehört sowieso schon zu den ganz schwachen der Oberliga. TV Schwitten hatte somit nur eine Notmannschaft ohne Oberliga-Format. Somit relativiert sich Ferndorfs schöner Kantersieg, an dem allenfalls die letzte Konsequenz in Sachen Chancenverwertung und Verhinderung von Gegentoren kritisiert werden könnte.

Den knapp 700 Zuschauern klang noch die obligatorische Ansage des Hallensprechers in den Ohren, dass man sich ein faires und spannendes Spiel erhoffe. Nach vier Minuten konnte bereits das Kapitel Spannung gestrichen werden. Mit einem Blitzstart führte Ferndorf mit 4:0 und hatte sogar noch einen Siebenmeter verschossen. Dabei wurde den harmlosen Gästen bereits drei Mal der Ball abgejagt, um sofort mit hohem Tempo zu kontern. Sehr stark war in der Anfangsphase Nils Hambloch, der bis zum 6:2 vier Mal mühelos durch die Abwehr marschierte und versenkte. Aber in der Abwehr war er zu forsch. Nach zwölf Minuten (Spielstand 8:4) musste er bereits zum zweiten Mal auf die Strafbank. Als Folge musste Hambloch dann von der Bank aus in seinem Tatendrang gebremst werden.

Bremsen war auch das Motto bei den Gästen. Die nahmen erstens in böser Vorahnung, nicht überrannt zu werden, das Tempo heraus, aber auch um sich die Kräfte einzuteilen. Ferndorf wurde eingelullt und wachte beim 11:9 wieder auf. Michael Feldmann forcierte kurzzeitig das Tempo. Zwei Minuten später hieß es 14:9.

Offenbar nutzte Ferndorfs Trainergespann Amund Toft/Axel Gerhard die Halbzeitpause, um die Spieler wachzurütteln. Die wollten sich jetzt nicht mehr den Schlafwagenhandball aufzwingen lassen und standen wieder aggressiv und hellwach in der Abwehr. Den Gästen gelang nur noch ganz wenig. Jeden Fehler bestraften die Hausherren mit schnellen Kontern. Am Ende wurden allein 20 Treffer aus Tempogegenstößen notiert. Besonders erfreulich trumpfte der schnelle Rechtsaußen Thomas Krawitz mit insgesamt fünf Toren auf. Die Torlawine brachte das 30:17 bereits in der 44. Minute. In den letzten zehn Minuten zauberten die Rot-Weißen auch mit einigen herrlichen Kombinationen. Zudem wurde etwas experimentiert. Der lange verletzt gewesene Neuzugang Tristan Stadel, der im Training überzeugende Leistungen gezeigt hat, erhielt seine Bewährungschance. Seinen kläglich verworfenen Siebenmeter hatte man großzügig übersehen. Aber diese Blamage ließ er nicht auf sich sitzen und nutzte zwei blitzsaubere Kombinationen zu einwandfreien Treffern von Linksaußen – seine ersten für Ferndorf in der Oberliga. Dann war er auch noch Ausgangspunkt für eine tolle Ballstaffette. Wenn er weiterhin so mutig und forsch auftritt, dürften seine Spielanteile bald länger dauern.

TuS Ferndorf: Becker, Wellen; Stadel (2 Tore), Orlov (5), Hambloch (6), Pfaffenbach (1), Feldmann (6), Toft (4/2), Kotschmar (1), Schäfer (4), Stenske (6), Krawitz (5).

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige
Die Vorländer Mediengruppe hat ihr Stellenanzeigen-Portal 57jobs.de komplett überarbeitet.
3 Bilder

Optimiertes Stellenanzeigen-Portal
Mit 57jobs.de einen neuen Job finden

Neues Design und neue Angebote für Unternehmen, aber bewährte Technik: Die Vorländer Mediengruppe hat ihr Stellenanzeigen-Portal 57jobs.de einem Relaunch unterzogen, der sowohl die Suche nach einem neuen Job als auch die Suche nach neuen Fachkräften noch einfacher gestaltet. Auf dem Portal der Siegener Zeitung und des Wochenanzeigers finden sich unter den ständig 10.000 Jobangeboten aus Siegerland, Wittgenstein sowie den Kreisen Olpe und Altenkirchen auch sämtliche Anzeigen aus den...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen