Eltern und Erzieherinnen zogen an einem Strang

Rund 200 Eltern, Erzieherinnen, Erzieher sowie Kinder fanden sich gestern vor dem Kreuztaler Rathaus ein. Ihre Forderung: bessere Rahmenbedingungen für die Arbeit in den Kindertageseinrichtungen.  Foto: nja
  • Rund 200 Eltern, Erzieherinnen, Erzieher sowie Kinder fanden sich gestern vor dem Kreuztaler Rathaus ein. Ihre Forderung: bessere Rahmenbedingungen für die Arbeit in den Kindertageseinrichtungen. Foto: nja
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nja Kreuztal. „Wir unterstützen die nach unserer Meinung berechtigten Forderungen der Erzieher/innen nach einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen, damit unsere Kinder in Zukunft besser betreut und gefördert werden. Die Rahmenbedingungen müssen den Anforderungen gerecht werden.“ Dies ist ein Kernsatz aus einem Schreiben, das Eltern Kreuztaler Kindergartenkinder gestern an Bürgermeister Rudolf Biermann überreichten. Kreuztaler Kitas beteiligen sich seit nunmehr zehn Tagen an den Streiks der Gewerkschaft Verdi; erstmals zogen Eltern, Erzieher und Gewerkschaft am gestrigen Verhandlungstag gemeinsam los, um auf Missstände in den Einrichtungen – insbesondere seit Inkrafttreten des nordrhein-westfälischen Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) – aufmerksam zu machen (die SZ berichtete mehrfach).

Zwei Mütter, Nadja Klein als Elternratsvorsitzende der Langenauer Einrichtung und Barbara Schmidt, Mutter eines Ostheldener Kindergartenkinds, überreichten den Brief an Biermann und kündigten an, eine Unterschriftenliste nachzureichen. „Überall redet man von Bildungsoffensive und frühkindlicher Förderung: Damit die Kitas die so wichtigen Grundsteine für die weitere Zukunft unserer Kinder legen können, brauchen sie die sächlichen, räumlichen und personellen Voraussetzungen“, ist dem Elternschreiben weiterhin zu entnehmen.

Hingewiesen wird u. a. auf die Öffnung der Einrichtungen für Zweijährige und den Ausbau der Übermittagbetreuung, ohne dass hierfür die erforderlichen Voraussetzungen geschaffen worden seien. Die Kommunen müssten dazu beitragen, dass Erziehungs- und Sozialdienste eine gesellschaftliche Aufwertung und Anerkennung erführen. „Wir Eltern unterstützen grundsätzlich die Streikziele der Erzieher und möchten die Stadt Kreuztal dazu auffordern, alles in ihrer Macht Stehende dafür zu tun, dass dieser Streik schnell beendet werden kann. Sollte er noch länger andauern, stehen viele Kreuztaler Familien vor unlösbaren existenziellen Problemen.“

Biermann nannte die Anliegen der Erzieherinnen berechtigt, die Stadt Kreuztal sei aber der „falsche Adressat“ für die Kritik. Der Streik treffe „ins Mark, ins Herz“; ein Warnstreik hätte genügt, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Kreuztal habe u. a. mit Blick auf die Ausstattung der Kindergärten und die Behandlung der Mitarbeiter landesweit eine Vorbildfunktion. „Wir haben getan, was wir tun können“, doch wisse auch er, dass die Rahmenbedingungen für KiBiz vom Land nicht geschaffen worden seien. Auch die Forderungen nach einem Gesundheitsschutz seien verständlich, doch dürfe der „Bogen nicht überspannt“ werden: Wer sich entscheide Stewardess zu werden, könne sich ja auch nicht über den Fluglärm beschweren.

Biermann sagte zu, die Belange von Eltern und Erziehern beim kommunalen Arbeitgeberverband vorzutragen. Es sei aber nicht hinnehmbar, dass Eltern und Kinder weiterhin unter dem Streik litten.Ingrid Schepp, Leiterin des Kindergartens Hessengarten und seit 32 Jahren bei der Stadt beschäftigt, erinnerte daran, dass die Erzieherinnen schon vor der Einführung von KiBiz auf Probleme hingewiesen hätten – „ohne Streik, aber leider auch ohne Erfolg“. Es werde seit nunmehr zehn Tagen gestreikt – „für ein langfristiges Ziel, dass die Bedingungen an 220 Tagen im Jahr besser werden. Ich habe einen Traum, dass wir irgendwann wieder so arbeiten können, dass wir den Bedürfnissen der Kinder gerecht werden können.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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