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Überfüllte gelbe Tonnen in Kreuztal und Hilchenbach
Entsorger macht den Sack bald zu

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nja/js Kreuztal/Hilchenbach. Die Straßenzüge Kreuztals und Hilchenbachs sind seit Beginn dieses Jahres um einen unübersehbaren Farbtupfer bunter: Wie berichtet, erfolgte im Norden des Siegerlands (und auch in Erndtebrück und Bad Berleburg) die Umstellung von blass-gelben Säcken auf knallgelbe Tonnen, in denen der Verpackungsmüll gesammelt wird und die nunmehr alle vier Wochen vom Fachunternehmen Suez geleert werden. Nicht selten stehen aber auch weiterhin Säcke neben den Behältern: Augenscheinlich scheinen Größe und Abfuhrrhythmus nicht überall ausreichend bzw. angemessen zu sein.

Wie ist die Umstellung angelaufen? Danach fragte nicht nur die SZ im Kreuztaler Rathaus nach, sondern auch Arne Siebel (CDU) am Montag im Infrastrukturausschuss.

nja/js Kreuztal/Hilchenbach. Die Straßenzüge Kreuztals und Hilchenbachs sind seit Beginn dieses Jahres um einen unübersehbaren Farbtupfer bunter: Wie berichtet, erfolgte im Norden des Siegerlands (und auch in Erndtebrück und Bad Berleburg) die Umstellung von blass-gelben Säcken auf knallgelbe Tonnen, in denen der Verpackungsmüll gesammelt wird und die nunmehr alle vier Wochen vom Fachunternehmen Suez geleert werden. Nicht selten stehen aber auch weiterhin Säcke neben den Behältern: Augenscheinlich scheinen Größe und Abfuhrrhythmus nicht überall ausreichend bzw. angemessen zu sein.

Wie ist die Umstellung angelaufen? Danach fragte nicht nur die SZ im Kreuztaler Rathaus nach, sondern auch Arne Siebel (CDU) am Montag im Infrastrukturausschuss. Die Auslieferung der Tonnen, so Kämmerer Michael Kass, sei gut verlaufen. Die meisten Haushalte seien mit der 240-Liter-Tonne ausgestattet worden. Nur Kleinsthaushalte hätten eine 120-Liter-Tonne erhalten; für Mehrfamilienhäuser gibt es 1100-Liter-Container. „Wir haben uns am Volumen der Restmülltonne orientiert“, so Kass, der aber auch in Erinnerung rief, dass die Kommune nicht „Herrin des Verfahrens“ sei, da es sich ja um Wertstoffe des Dualen Systems Deutschlands (DSD) handele. Die Firma Suez sei kreisweit im Einsatz und habe für drei Jahre den Zuschlag erhalten: „Die organisieren alles. Wir stehen aber in Kontakt mit der Firma und sprechen regelmäßig miteinander.“ Denn: Die jeweilige Tonnengröße ist nicht in Stein gemeißelt. „Es gibt Bürger, denen reicht die 240er-Tonne nicht aus, und es gibt auch Anfragen nach der kleinen Tonne“, berichtete Kämmerer Kass. „Ein Austausch ist möglich, muss aber beantragt werden.“

Ansprechpartnerin ist nicht die Stadtverwaltung, sondern das Unternehmen selbst. Kass: „Es gibt eine Hotline und eine Mailadresse – beides steht auf dem Abfuhrkalender, der an alle Haushalte verteilt wurde, der aber auch auf der Homepage der Stadt Kreuztal zu finden ist.“ Kreuztal sei natürlich interessiert daran, dass der Austausch ebenso reibungslos verlaufe wie die Erstauslieferung der Tonnen. Wem das 240-Liter-Gefäß nicht reicht, der kann sich eine zweite Tonne vors Haus stellen lassen. Auswirkungen auf die jeweiligen Gebühren hat dies keine – Stichwort: grüner Punkt.

Für Januar war eine sogenannte Karenzzeit eingeräumt worden, das heißt: Auch gelbe Säcke wurden noch vom Unternehmen eingesammelt. Nun zeigt sich aber, dass vielerorts auch in dieser Woche noch Säcke neben den überfüllten Tonnen liegen. Was geschieht damit? Angesichts des noch laufenden Tonnenaustauschs – Stichwort: Volumen – werde die Karenzzeit etwas ausgedehnt, würden die Säcke also derzeit noch mit eingesammelt, verriet Kass. Dies habe man mit dem Abfuhrunternehmen so vereinbart.

In Erndtebrück und Bad Berleburg wird die gelbe Tonne übrigens alle zwei Wochen geleert. Warum ist das im Norden des Siegerlands nicht auch möglich? „Im Verpackungsgesetz hat der Gesetzgeber geregelt, dass der öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger, also in unserem Fall die Stadt Kreuztal, vom DSD nur den Entsorgungsstandard verlangen kann, den er selbst bei der in seiner Verantwortung durchzuführenden Restabfallentsorgung anbietet“, erläuterte Michael Kass. Restmüll werde in Kreuztal vierwöchentlich abgeholt, daher werde auch die gelbe Tonne vierwöchentlich geleert. Anders in Erndtebrück und Bad Berleburg: Dort erfolgt die Restabfallentsorgung alle 14 Tage, die der gelben Behälter ebenfalls.

Auch in Hilchenbach werden die grauen Tonnen nur alle vier Wochen entleert. Die Versuche der Stadtverwaltung, noch in der Ausschreibungsphase einen Zwei-Wochen-Rhythmus für die gelben Behälter durchzuboxen, seien gescheitert, bedauert die zuständige Sachgebietsleiterin Christine Bülow. Ein weiterer Anlauf könne wohl erst im nächsten Turnus, also für die Zeit ab 2023, genommen werden.

Die Stadtverwaltung, die selbst nicht als „echter Vertragspartner“ an der Gelbe-Tonnen-Abholung beteiligt ist, gehe davon aus, dass die Schonfrist mit Ende des Monats Januar tatsächlich abgelaufen sei. Das habe Suez den vier neuen Gelbtonnen-Kommunen bei einer Infoveranstaltung klar gesagt. Entsprechend deutlich hat die Stadt Hilchenbach auf ihrer Website jetzt noch einmal darauf hingewiesen, dass ab Februar nur noch die Tonnen berücksichtigt würden, nicht aber Säcke.

Die Firma Suez gab auf SZ-Anfrage indes Entwarnung: „Aufgrund einer Vielzahl an Änderungswünschen bezüglich des Tonnenvolumens haben wir diesen Zeitraum verlängert und werden die gelben Säcke aus Kulanz noch bis Ende Februar im vorgesehenen Rhythmus abholen.“ Ab März aber erfolge die Abfuhr ausschließlich über die neuen gelben Tonnen. Zu den Leerungsintervallen sagte Unternehmenssprecherin Louisa Mahr: „Wir haben keinen Einfluss auf den Abholrhythmus. Diese Vereinbarung treffen die Kommunen mit den dualen Systemen.“

Bevor Bürger sich bei Suez eine zusätzliche Tonne bestellten, sollten sie noch zwei, drei Monate abwarten, rät Christine Bülow. Erfahrungen anderer Kommunen hätten gezeigt, dass die Behälter doch auskömmlicher seien, als zunächst vermutet.

• Die Hotline der Firma Suez lautet 08 00/1 88 99 66, die E-Mail-Adresse gelbetonne-kreis-siegen-2020.rr.de@suez.com.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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