Entspannter der Geburt entgegenwippen

Flexibles Sitzmöbel bereichert Kreißsaal im Kredenbacher Krankenhaus

Kredenbach. Zwei mit Luft gefüllte und miteinander verbundene „Sitzbälle”, ausgestattet mit seitlichen Haltegriffen und einer flexiblen Rückenstütze, sind das Novum auf der gynäkologischen Station des ev. Krankenhauses Kredenbach. Was auf den ersten Blick wie ein neues Fitnessgerät oder futuristisches Design-Sitzmöbel aussieht, soll werdenden Müttern dabei helfen, ihr Baby in möglichst entspannter Körperhaltung zur Welt zu bringen. „Partoball” heißt das das klinisch getestete neue Möbel im Kreißsaal, das eine Alternative zum Geburtshocker oder Entbindungsbett darstellt.

„Für sämtliche Gräten entspannend”

Corinne Völkel war eine der ersten Frauen, die auf dem Ball-Duo Platz nahm, um die letzten Stunden und Minuten vor der Ankunft von Töchterchen Sophia möglichst entspannt zu erleben. Sie, so erinnerte sich ihre Hebamme, habe den Partoball „am leidenschaftlichsten genossen”. Die Kreuztalerin war und ist begeistert: „Darauf kann man es Stunden aushalten. Der Ball ist für sämtliche Gräten entspannend.” Der Vorteil gegenüber dem Geburtshocker oder der Liegeposition: Bälle und Rückenlehne sind flexibel, passen sich dem Körper an. „Ich konnte wippen und hatte trotzdem Halt.”

Im Liegen, erinnerte sich die zweifache Mutter, habe sie sich teilweise „ausgeliefert gefühlt – wie der kafkasche Käfer auf dem Rücken”, der nicht mehr auf die Beine kam. Hinzu komme, dass zum Beispiel Bandscheibe und Steißbein durch das „Schweben” auf den Bällen entlastet würden: „Man kann sich richtig fallen lassen.” Der Beckenboden wird gedehnt und entspannt, die Muskulatur massiert.

Auch die Hebammen Dagmar Clemens und Anneke van de Wal sind begeistert von ihrem neuen „Helfer” vor und während der Geburt: Durch die aufrechte Sitzposition werde die Physiologie des Gebärens unterstützt, der Partner finde ebenfalls Platz auf einem der Bälle und könne die Schwangere so bequem stützen und unterstützen. Die Eltern bilden so eine spürbare Einheit.

Dankbar, diesen Eindruck vermittelten zumindest die Schilderungen von Hebammen und Mutter, müssten vor allem die werdenden Väter für die seitlichen Haltegriffe sein, an denen sich die Schwangere „festkrallen” kann, wenn der Schmerzpegel (oder die Wut über denselben) ungeahnte Höhen erreicht und ebensolche Kräfte frei werden lässt. Bislang musste dann häufig die Hand des Partners, als „Knautschzone” sozusagen, herhalten – eine zumeist schmerzhafte Angelegenheit. Dagmar Clemens: „Manche Männer schauen mich irritiert an, wenn ich ihnen nahe lege, den Ehering abzunehmen, bevor die Wehen einsetzen.” nja

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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