Erste Kunststraße Südwestfalens

Teilstück der »Alten Landstraße« wird unter Schutz gestellt / Zeugnis des Chausseebaus

sz Krombach. Ein Teilstück der »Alten Landstraße« von Krombach nach Altenkleusheim soll als Denkmal geschützt werden. Dafür sprach sich der Wirtschaftsförderungs- und Kulturausschuss aus. Die Unterschutzstellung steht im direkten Zusammenhang mit dem Bau einer neuen Straßenbrücke über die »Alte Landstraße« im Verlauf des Anschlussstücks von der HTS zur B54 auf der Krombacher Höhe in der Gemarkung Altenkleusheim, teilte die Stadtverwaltung mit. Der Abschnitt wurde bereits vorläufig unter Schutz gestellt.

Der Bau des Anschlussstückes tangiere die »Alte Landstraße« nicht auf Kreuztaler Gebiet und führe daher nicht zu einer Verzögerung bzw. Behinderung der geplanten Baumaßnahmen, heißt es weiter. Während eines Ortstermins sei über die beabsichtigte Unterschutzstellung und das im weiteren Straßenverlauf befindliche Bodendenkmal »Alte Landwehr« gesprochen worden. »Die geplanten Baumaßnahmen wurden mit den Vertretern der Denkmalbehörden abgestimmt. Beide Denkmäler werden bei dem geplanten Bau der neuen Straße entsprechend berücksichtigt.« Archäologische Untersuchungen hätten bereits stattgefunden.

Bei dem Teilstück der »Alten Landstraße« handelt es sich um einen Abschnitt einer der ersten Kunststraßen, die von Frankfurt über Siegen, Olpe, Meinerzhagen, Breckerfeld und Hagen (»Hagen-Frankfurter Chaussee«) und weiter nach Holland führte und als einfache Wegeverbindung bereits seit dem Mittelalter bestand, heißt es.

Für das südliche Westfalen handelte es sich um das Wegestück vom Alten oder Kölnischen Heck bei Krombach über Siegen bis zur Kalteiche südlich von Wilnsdorf, das von Nassau-Oranien zwischen 1773 und 1783 gebaut wurde, sowie die relativ kurze Chaussee im nördlich angrenzenden Herzogtum Westfalen von Altenkleusheim über Olpe nach Drolshagen, die 1782 begonnen und zum Ende des 18. Jahrhunderts fertiggestellt wurde. »Die Landstraße wurde zum Teil auf bereits seit dem Mittelalter bestehenden Verbindungen von Siegen über Krombach nach Olpe errichtet. In dem in Rede stehenden Teilstück zwischen Krombach und Altenkleusheim führt sie durch den ,Krombacher Schlag’, wo Spuren mehrerer parallel verlaufender Hohlwege erkennbar sind. Die Straßendecke ist in Teilbereichen noch gewölbt. An zahlreichen Stellen ist die alte Pflasterung, die aus kleinen Steinen unterschiedlicher Größe besteht, erhalten.«

Das Teilstück sei bedeutend für Kreuztal, »da es zur ersten Kunststraße im südlichen Westfalen gehört und damit ein anschauliches Zeugnis für den Chausseebau im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts darstellt«. Darüber hinaus »zählt dieser Fernhandelsweg insgesamt zu den ersten neuzeitlichen Kunststraßen Westdeutschlands«. Die Wegeverbindung dokumentiere ferner die wirtschaftlichen Verflechtungen und überregionalen Handelsbeziehungen, die bis ins Mittelalter zurückreichen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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