„Es war kein verlorenes Jahr“

Ihr macht das freiwillige soziale Jahr bei Invema sichtlich Spaß: Juliane Hörner möchte nun der Branche treu bleiben und Heilerziehungspflegerin werden.  Foto: Invema
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sz Kreuztal. Nach dem Abitur hatte Juliane Hörner erstmal keine Lust, sofort mit einem Studium oder einer Ausbildung zu beginnen. Zudem war sie sich noch nicht sicher, welchen Weg sie überhaupt beruflich einschlagen sollte. „Da ich schon seit Mai 2006 neben der Schule bei Invema als Mitarbeiterin tätig war, ich die Arbeit sehr interessant fand und mein Freund ebenfalls dort beschäftigt war, entschied ich mich für ein freiwilliges soziales Praktikumsjahr.“

Vor Beginn ihres Praktikums konnte sie sich aussuchen, ob sie im Gemeinsamen Unterricht (GU) oder im Familienunterstützenden Dienst (FuD) arbeiten wollte. „Im GU begleitet und unterstützt man Kinder bzw. Jugendliche mit den unterschiedlichsten Behinderungen, die trotz ihrer Beeinträchtigung ganz normale Schulen (Grundschule, Haupt-, Real-, Gesamtschule oder Gymnasium) besuchen. Die Unterstützung fällt dabei ganz unterschiedlich aus – klar, jeder Mensch ist ja auch verschieden!“ Die einen benötigen körperliche Unterstützung wie Rollstuhl schieben, Arbeitsplatz einrichten, beim Sport helfen, die anderen benötigen Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Aufgaben im Unterricht. „Im FuD begleitet man hauptsächlich Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene mit Behinderung im Alltag und bei der Freizeitgestaltung.“ Als Mitarbeiterin hatte Juliane Hörner zuvor im FuD gearbeitet und kannte schon viele Nutzer aus dieser Zeit. „Aus diesem Grund entschied ich mich, auch weiterhin in diesem Bereich tätig zu sein.“

Von Anfang an sei sie begeistert gewesen von der positiven Stimmung und den netten Kollegen. „Zum leichteren Einstieg wurde noch bei Beginn des sozialen Jahres ein Kennenlern- bzw. Einführungswochenende für alle Zivis und FSJ-ler veranstaltet, an dem wir viele theoretische und praktische Informationen über die Arbeit erhielten und zu einem richtigen Team zusammenwuchsen.“

Die Arbeitszeiten im FuD sind sehr flexibel und unterscheiden sich oft von Woche zu Woche. Die Altersspanne der Personen, die Juliane unterstützt, reicht von drei bis 97 Jahren. „Dementsprechend unterschiedlich sind auch meine Aufgaben. Beispielsweise besteht mein Part in einem der Einsätze darin, eine junge Erwachsene in ihrer Freizeitgestaltung zu unterstützen, das heißt, zum Schwimmen, ins Kino, zum Einkaufen oder in die Pizzeria zu begleiten. Ich hole sie einmal in der Woche ab, und dann unternehmen wir das, wozu sie Lust hat.“ Einer anderen, älteren Nutzerin ist Juliane im Haushalt behilflich. Sie geht mit ihr zusammen einkaufen oder spazieren. „Daneben springe ich immer mal wieder als Integrationshelferin in der Schulbetreuung ein, wo ich Schüler mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen unterstütze.“

Das Praktikum bietet der jungen Frau nach eigener Aussage jede Menge Abwechslung. „Mir wird nie langweilig, und ich kann durch die unterschiedlichen Menschen und Tätigkeiten eine Menge Erfahrungen sammeln. Ich muss relativ selbstständig arbeiten, dennoch haben wir Praktikanten und Zivis eine hauptberufliche Ansprechpartnerin, die immer erreichbar ist.“Juliane Hörner ist froh, sich für dieses soziale Jahr entschieden zu haben. „Es war auf keinen Fall ein verlorenes Jahr. Im Gegenteil. Neben den netten Leuten, die ich kennenlernen durfte, hat sich bei mir auch ein starkes Verantwortungsbewusstsein entwickelt und ich bin mir nun über meinen beruflichen Wunsch klar geworden: Ich habe mich für einen Ausbildungsplatz zur Heilerziehungspflegerin beworben.“Wer wie Juliane Hörner noch auf der Suche nach einem beruflichen Weg ist und sich über ein Jahrespraktikum Einblicke in die Arbeit des in Kreuztal ansässigen Vereins Invema verschaffen möchte, kann sich im direkt bei der Geschäftsstelle an der Kreuztaler Roonstraße oder im Internet unter http://www.invema-ev.de informieren.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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