Ferndorf demontiert und abgestürzt

Folgenreiche erste Niederlage seit einem Jahr

Derby gegen SG Schalksmühle/Halver 33:37 verloren / Gladbeck jetzt Tabellenführer

jb Kreuztal. Die genau ein Jahr anhaltende Serie ohne Niederlage ging für den TuS Ferndorf am Samstag abrupt mit einer völlig verdienten 33:37 (13:16)-Heimniederlage im Südwestfalen-Derby der Handball-Oberliga Westfalen gegen die SG Schalksmühle/Halver zu Ende. Mit vier Toren Unterschied konnte der gestürzte Spitzenreiter sogar noch sehr zufrieden sein. Neuer Tabellenführer ist der jetzt einen Punkt bessere VfL Gladbeck, der das Spitzenspiel in Schalksmühle als Gast des TuS Linscheid/Heedfeld mit 31:27 gewann, nachdem auch er zur Pause zurück gelegen hatte.

Bereits beim Aufwärmen und Einschießen war die Konzentration und Entschlossenheit der Gäste bis in die hinterste Reihe der mit knapp 1000 Zuschauern voll besetzten Tribüne zu spüren. Die in der Tabelle weit zurückgeworfenen Sauerländer wollten offenbar den »wahren« Meister ausspielen. So hatte dann auch deren langjähriger Trainer Matthias Grasedieck seine Mannschaft exzellent eingestellt. Es war die beste Leistung seines Teams seit vielen Jahren. Schwacher Trost für Ferndorf: am Samstag hätten gegen diese hochmotivierte Mannschaft auch andere keine Chance gehabt.

Konnte man bis zur Pause die Dominanz der in der Abwehr hart, aber fair agierenden Gäste noch auf die couragierte Spielleitung der Herren Daubner und Kursawe abwälzen, so entfiel diese Argumentation in der 2. Hälfte komplett. Die Schiris aus Menden waren von Anfang an kleinlich. Sie ließen vor allem kein Meckern zu. Spätestens, als in der 2. Minute Gästspieler Frank Herwig wegen einer kurzen, knappen und überflüssigen Äußerung auf die Strafbank musste, hätte jeder Spieler die Verhältnisse erkennen müssen. Dass die Ferndorfer dennoch insgesamt sechs Strafminuten in Durchgang 1 erhielten, weil sie ihren Mund nicht hielten, war daher völlig überflüssig.

Etwa acht Minuten lang ging es auf dem Feld unübersichtlich zu, weil auf beiden Seiten permanent ein bis drei Spieler weniger standen. Genau diese Phasen nutzten die Gäste mit dem überragenden Eckhart Herzog, der bis zur 45. Minute nahezu fehlerfrei den Ferndorfer Keepern die Bälle um die Ohren knallte. Roger Becker und David Wellen waren lediglich Statisten in diesem Spiel. Eine erste Vorentscheidung fiel in dieser Phase, als die Gäste auf 15:12 wegzogen.

Das endültige »Aus« für Ferndorf kam nach wenigen Minuten der 2. Halbzeit. Jens Münker hatte mit einem herrlichen Heber den baumlangen und bärenstarken Torhüter Volker von Oepen vernascht und probierte es danach noch zwei Mal. Der erste gute Versuch blieb am langen Pfosten hängen, und den zweiten fischte ihm der Keeper weg. Daraus ergaben sich schnelle Konter, und ruckzuck lag Ferndorf mit 15:20 hinten. In den folgenden zehn Minuten folgte die endgültige Demontage des Spitzenreiters. Denn nach 45 Minuten lag er sensationell mit 20:30 hinten. Dieser Stand drückte tatsächlich das Kräfteverhältnis aus. Gegen den wie entfesselt werfenden Eckart Herzog (14/3 Tore) hatte Ferndorf kein Mittel. Erst als alles gelaufen war, und sich ein munteres Toreschießen einstellte, trafen dann auch Ferndorfs »Kraftmeier« Alex Orlov (12) und Libor Hrabal (9).

Spielertrainer Hrabal bekannte ganz ehrlich: »Wir hatten 60 Minuten lang kein Mittel, um Schalksmühle auszuspielen. Wir konnten auch kein Tempospiel machen, weil der Gegner immer schnell zurück lief. In der Abwehr waren wir brav wie Schäfchen. Wir wollten wohl keinem Spieler weh tun. Wir konnten nur reagieren, kamen aber nie zum Agieren.«

TuS Ferndorf: Becker, Wellen; Stadel, Orlov (12 Tore), Thoene (n.e.), Münker (1), Pfaffenbach (2), Feldmann (6/2), Hrabal (9/1), Schierbaum (3), Schäfer (1), Stenske.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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