Ferndorfs »Jagdhörner« bliesen leise

Aufholjagd begann zaghaft

TuS schlug HSE Hamm mit 31:28 / Spannung nach verspieltem Sechs-Tore-Vorsprung

jb Kreuztal. Wer von den 900 Zuschauern gedacht hätte, dass der TuS Ferndorf mit viel Halali im ersten Spiel des neuen Jahres und zum gleichzeitigen Abschluss der Hinrunde seine Aufholjagd auf den ASV Hamm starten würde, der wurde trotz des verdienten 31:28 (16:13)-Heimsiegs über den nur Mittelmaß darstellenden Aufsteiger HSE Hamm ein wenig enttäuscht. Dem Tabellenzweiten konnte nur positiv angerechnet werden, dass er sich die Kraft für die noch ausstehenden zwölf Spiele in der Handball-Oberliga Westfalen einteilen muss.

Die Jagd auf den drei Punkte vorauseilenden Spitzenreiter ASV Hamm wird lang und sicherlich auch zäh. Am Ende der Saison stehen erst die entscheidenden Spiele gegen die starken Mannschaften an. Letztendlich ist es egal, wie man gegen schwächere Gegner wie den personell arg gehandicapten Aufsteiger HSE Hamm gewinnt - Hauptsache, man gewinnt!. Nur sollten die Ferndorfer ihre eigenen Nerven und die ihrer treuen Fans nicht unnötig strapazieren.

Das geschah nämlich ab der 40. Minute. Der frühe Vorsprung der Gastgeber, der zwischenzeitlich lediglich in einer fünf Minuten langen Schwächephase zum 11:11 ausgeglichen wurde, wuchs in einer Überzahlphase eiskalt per Konter von 19:16 auf 22:16. Da die Partie bis auf einige merkwürdige Schiedsrichterpfiffe wenig aufregend vor sich hinplätscherte, lehnten sich die Zuschauer bereits in der Hoffnung zurück, dass wie so oft auf eigenem Parkett ein Kantersieg folgen würde.

Aber Pustekuchen. Auslöser der folgenden Zick-Zack-Fahrt war Gunther Kotschmars verworfener Siebenmeter, der - ausgleichende Gerechtigkeit - unberechtigt war, da Amund Toft zuvor ohne direkte Fremdeinwirkung zu Fall gekommen war. Hamms Torhüter Thomas Wolleck wurde in den nächsten Minuten immer besser. Zugleich verloren die Ferndorfer bei einigen Angriffen ihre Ballsicherheit. Die Kugel landete nach unpräzisen Abspielen mehrmals im Seitenaus. Bei den Gastgebern war der Faden gerissen, während sich die Gäste heimlich, still und leise innerhalb von acht Minuten bis auf 22:23 heranpirschten. Offenbar vom Blick auf die Anzeigentafel aufgeschreckt, legten die Ferndorfer noch einmal auf 25:22 vor. Aber vier Minuten später hatten die Gäste endgültig und zu ihrer eigenen Verblüffung zum 25:25 ausgeglichen. In dieser Phase war von einer Abstimmung in der Ferndorfer Deckung nicht viel zu sehen. Der Aufsteiger düpierte Ferndorf immer wieder mit dem gleichen Spielzug, so dass die Spieler abwechselnd unbehindert vom Wurfkreis einwerfen konnten. Dem gealterten Olaf Pohlmeier wurden 8/3 Tore gestattet. In dieser Saison hat der ehemalige Ahlener Torjäger noch nicht so oft getroffen. Und Linkshänder Götz Rigol erlebte im Angriff einen Glückstag. Mit sieben Treffern hatte er großen Anteil, dass es bis zum 29:28 spannend weiter ging. Die Partie drohte für Ferndorf noch zu kippen, weil nach Rigols Treffer zum 29:28 Marc Stenske für die restlichen zwei Minuten des Spiels hinaus musste.

Mit dem Wiederanpfiff zeigte Ferndorfs Michael Feldmann seine ganze Klasse. Wie so oft in dieser Partie versuchte er, mit einer Einzelaktion zum Wurfkreis durchzubrechen. Dabei foulte ihn ausgerechnet Götz Rigol so ungeschickt, so dass auch er auf die Strafbank musste. Ferndorfs Spielertrainer Amund Toft, der ansonsten einen blassen Eindruck auf dem Spielfeld hinterließ, übernahm die Verantwortung, behielt die Nerven und verwandelte den Siebenmeter zum 30:28. Schließlich war eine letzte Aktion von Michael Feldmann nur noch Formsache. Er krönte seine starke Leistung mit seinem siebten Treffer.

Nach dem Spiel kommentierte Toft, dass die vierwöchige Spielpause über den Jahreswechsel trotz des durchgehenden Trainings nicht kompensiert worden sei. Er versprach, dass man nächste Woche im Heimspiel gegen Nordhemmern besser spielen werde.

TuS Ferndorf: Becker, Wellen; Orlov (6 Tore), Hambloch (4), Pfaffenbach (3), Feldmann (7), Toft (2/2), Kotschmar (2/1), Schäfer (2), Stenske (5), Krawitz, Stadel (beide nicht eingesetzt).

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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