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Holzhauer GmbH: Chef will weitermachen (mit Video)
Feuer legt Firma in Schutt und Asche

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bjö Buschhütten. „Es fühlt sich wie ein Traum an“, sagt Kenan Aliji immer wieder ungläubig, wenn ihm die Bilder des nächtlichen Flammenmeeres in Erinnerung kommen. „Ich denke, das Ding steht immer noch da.“ Damit meint der 47-Jährige seine Firma an der Kölsbachstraße – der Hallenkomplex der Buschhüttener Firma Holzhauer GmbH existiert nur noch als ein abbruchreifer Trümmerhaufen. Ein massiver Großeinsatz von rund 100 Kräften konnte in der Nacht zu Samstag nicht verhindern, dass ein mächtiger Brand die Firma auf einer Fläche von über 2000 Quadratmetern komplett in Schutt und Asche legte. Die Ursache des Brandes ist noch unklar.

bjö Buschhütten. „Es fühlt sich wie ein Traum an“, sagt Kenan Aliji immer wieder ungläubig, wenn ihm die Bilder des nächtlichen Flammenmeeres in Erinnerung kommen. „Ich denke, das Ding steht immer noch da.“ Damit meint der 47-Jährige seine Firma an der Kölsbachstraße – der Hallenkomplex der Buschhüttener Firma Holzhauer GmbH existiert nur noch als ein abbruchreifer Trümmerhaufen. Ein massiver Großeinsatz von rund 100 Kräften konnte in der Nacht zu Samstag nicht verhindern, dass ein mächtiger Brand die Firma auf einer Fläche von über 2000 Quadratmetern komplett in Schutt und Asche legte. Die Ursache des Brandes ist noch unklar. Menschen wurden bei einem der größten Industriebrände der vergangenen Jahre auf Kreuztaler Stadtgebiet nicht verletzt – zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich keine Mitarbeiter im Gebäude.

Ein einziges Trümmerfeld

Kenan Aliji, der mit seiner Familie in Kreuztal lebt, erhielt in der Brandnacht die Sprachnachricht von einem seiner Mieter aus einem benachbarten Wohnhaus. Zu diesem Zeitpunkt hatte Aliji noch Hoffnung: „Ich dachte, es gebe vielleicht noch was zu retten“, so der Mazedone im Gespräch mit der SZ. Als die Einsatzkräfte der Feuerwehr am Samstag gegen 1.30 Uhr auf dem Seitenweg der Siegener Straße kurz vor dem Ortsausgang in Richtung Dillnhütten eintrafen, kamen ihnen die Flammen auf der gesamten Länge des Hallendachstuhls entgegen. Wenige Minuten später rauschte die Giebelfassade samt Hallentor zu Boden und legte sich als Trümmerfeld über den Vorplatz der Halle. Die daraufhin noch einmal höher schlagenden Flammen legten die Vermutung nahe, dass ein Totalverlust kaum aufzuhalten war – an einen Einsatz im Inneren des Gebäudes war nicht zu denken. Auf weit über 5 Millionen Euro schätzt Kenan Aliji den Schaden, den das Feuer in seinem Betrieb angerichtet hat – zumindest wenn man den Status quo wieder herstellen wolle. Seit 2016 ist er alleiniger Inhaber und damit Chef von über 17 Mitarbeitern, darunter auch seine zwei Söhne, seine Frau und die Schwiegertochter. „Ich habe mein Leben da investiert“, beschreibt er die persönliche Tragweite des Geschehenen.

Gebäude brannte teilweise bis 6 Uhr

Während das Feuer die Hauptproduktionshalle rasch komplett zerstört hatte, fraßen sich die Flammen weiter in einen Nebentrakt mit Büroräumen. Dieser Teil stand noch um 6 Uhr in Vollbrand. Hier schafften es die Helfer, eine nah angrenzende Firma vor den Flammen zu bewahren. Angesichts einer in der Firmenhalle integrierten Trafostation fiel für einen Teil der Buschhüttener Anwohner für rund fünf Stunden der Strom aus. Auch die Betreiber des Gasnetzes mussten tätig werden, um die Versorgung zu sichern. Im Morgengrauen baute die Feuerwehr einen Großteil ihrer Löschmaßnahmen zurück. Der morgendliche Blick der Feuerwehr aus dem Drehleiterkorb ließ die Hoffnungen des Firmenchefs, die ein oder andere Maschine oder ein Werkstück könnte den Brand halbwegs unbeschadet überstanden haben, zerplatzten: Das Dach ist auf kompletter Länge von 63 Metern eingestürzt und hat alles unter sich begraben, was bis dato vielleicht noch nicht verbrannt war.

Auftragsbücher sind voll

Bis Freitagnachmittag war der Betrieb in der Firma noch gelaufen, auch am Samstag wäre es wohl weitergegangen, denn die Auftragsbücher sind voll: In jedem Fall bis März nächsten Jahres hatten Kunden die Dienste des Unternehmens gebucht, erst in der vergangenen Woche habe er einen Auftrag über 250.000 Euro angenommen, berichtet Kenan Aliji. „In der ausgebrannten Halle liegt ein Wert von 350.000 Euro an Aufträgen“, schätzt er. „An die Auftraggeber darf ich gar nicht denken.“ Der gelernte Schweißer hatte die Firma Heinrich Holzhauer seinem damaligen Chef 2003 abgekauft. Das vor allem für den Behälterbau und sonstige Blechverarbeitung bekannte Unternehmen hat viele Siegerländer Firmen unter seinen Kunden.

Kenan Aliji will weitermachen

Kenan Aliji kann sich nur eine technische Ursache als Grund des verheerenden Feuers vorstellen, wohlwissend, dass dies zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulationen sind. Brandstiftung hält er persönlich für ausgeschlossen. Die Polizei teilte auf Anfrage mit, dass das Fachkommissariat im Laufe des Montags die Brandstelle in Augenschein nehmen werde. Die Nachlöscharbeiten des Brandes dauerten mit Unterbrechungen bis Sonntag an. Dabei unterstützte der Bagger eines Buschhüttener Unternehmens beim Abtragen des Wellblechdaches, um weitere Brandnester freizulegen.
Daran, dass er den Betrieb wieder aufbauen möchte, hegte Kenan Aliji im Gespräch mit der SZ am Sonntagmittag keinen Zweifel: Er denkt darüber nach, sich auf die Suche nach einem Zwischenquartier für seine Firma zu machen. Aufgeben kommt für ihn nicht in Frage: „Ich muss ja auch an meine Kinder denken.“

Autor:

Björn Hadem aus Siegen

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