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Gefährlich: brennender Ruß im Schornstein
Feuer statt Rauch

Hans-Dieter Schaal aus dem Kreuztaler Ortsteil Eichen ist Schornsteinfeger und Feuerwehrmann zugleich: Er weiß, was man beim Kaminheizen alles falsch machen kann.
  • Hans-Dieter Schaal aus dem Kreuztaler Ortsteil Eichen ist Schornsteinfeger und Feuerwehrmann zugleich: Er weiß, was man beim Kaminheizen alles falsch machen kann.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

sp Eichen. Hans-Dieter Schaal kommt viel rum und trifft jeden Tag ganz unterschiedliche Menschen. Als Schornsteinfeger hat er viele Geschichten rund um seinen Beruf zu erzählen. Er erinnert sich an seine Anfangszeit als Geselle, als er bei einem älteren Mann an der Haustür klingelte und dieser ihn mit den Worten begrüßte: „Bitte schimpfen Sie nicht.“ Etwas überfordert mit der Aussage ging Hans-Dieter Schaal mit seinem Kunden auf den Dachboden, dort hing ein Gartenschlauch im Schornstein fest.
Der Mann hatte seinen Weihnachtsbaum im Ofen verbrannt, und der entstandene Ruß hatte sich im Schornstein entzündet. Den Brand hatte der Mann selbst mit Wasser löschen wollen. Der Ruß quoll auf und wurde fest. „Er hatte Glück, dass nichts Schlimmeres passiert ist“, sagt Schaal.

sp Eichen. Hans-Dieter Schaal kommt viel rum und trifft jeden Tag ganz unterschiedliche Menschen. Als Schornsteinfeger hat er viele Geschichten rund um seinen Beruf zu erzählen. Er erinnert sich an seine Anfangszeit als Geselle, als er bei einem älteren Mann an der Haustür klingelte und dieser ihn mit den Worten begrüßte: „Bitte schimpfen Sie nicht.“ Etwas überfordert mit der Aussage ging Hans-Dieter Schaal mit seinem Kunden auf den Dachboden, dort hing ein Gartenschlauch im Schornstein fest.
Der Mann hatte seinen Weihnachtsbaum im Ofen verbrannt, und der entstandene Ruß hatte sich im Schornstein entzündet. Den Brand hatte der Mann selbst mit Wasser löschen wollen. Der Ruß quoll auf und wurde fest. „Er hatte Glück, dass nichts Schlimmeres passiert ist“, sagt Schaal. Denn Brände im Schornstein sollten niemals mit Wasser gelöscht werden. Bei den hohen Temperaturen von ca. 300 Grad können aus einem Liter Wasser rund 1700 Liter Wasserdampf werden. Druck entsteht, der entweichen muss – und sogar den Kamin sprengen kann.

Regelmäßige Kontrolle ist Pflicht

Um den Wasserschlauch wieder aus dem Schornstein zu befreien und diesen zu reinigen, benötigte Schaal etwa vier Stunden. Damit es erst gar nicht so weit kommt, ist eine regelmäßige Kontrolle durch den Schornsteinfeger Pflicht. Er entfernt den Ruß. „Der entsteht durch unvollkommene Verbrennung“, erklärt der Eichener, beispielsweise, wenn zu wenig Sauerstoff zugeführt wird, nicht geeignetes Material wie lackierte Bretter verbrannt werden oder nasses Holz in den Kaminofen kommt. „Wir nehmen Wasser zum Löschen, nicht zum Heizen“, sagt der Schornsteinfeger, der auch in der Feuerwehr tätig ist. „Wenn ich immer falsch heize, dann werde ich den Ruß nicht mehr los.“ Legt sich die Substanz aus Kohlenstoff im Schornstein ab, kann sie sich entzünden. Es entsteht ein Rußbrand, der oft als Kamin- oder auch Schornsteinbrand bezeichnet wird.

Nicht rund um die Uhr heizen

Die Rußbrände entstünden nicht selten im Verbindungsstück zwischen Ofen und Schornstein, weil das Rohr häufig nicht sauber gemacht werde, erklärt Schaal: „Dafür ist der Eigentümer verantwortlich.“ Neben der regelmäßigen Kontrolle durch den Schornsteinfeger empfiehlt Schaal, den Kamin nicht rund um die Uhr zu heizen, kleinere Holzscheite und vor allem trockenes Brennmaterial zu verwenden. Außerdem müsse immer ausreichend Sauerstoff zugeführt werden.
„Als Schornsteinfeger bin ich für den vorsorgenden Brandschutz zuständig“, sagt Schaal. Aber: Der Besuch des Schornsteinfegers ist keine absolute Absicherung dafür, dass es zu keinem Rußbrand kommt. „Wir kommen maximal viermal zum Fegen im Jahr. Wenn jemand falsch heizt, kann sich nach drei Wochen so viel Ruß sammeln, dass dieser sich entzünden kann.“ Ein Hinweis darauf, dass er sich abgelagert hat: Der Rauch zieht nicht mehr richtig ab. Hat sich viel sogenannter Glanzruß abgesetzt, dann schlägt Schaal diesen mit einer Metallkette ab. Was aus Sicherheitsgründen heute nur noch selten gemacht wird, ist das Freibrennen. „Das Ausschlagen ist einfach und sicher“, aber es sei nur selten nötig. Im Normalfall reiche es aus, wenn der Schornstein gefegt werde.

Zahl der Kaminbrände zurückgegangen

Der Vorsitzende der Schornsteinfeger-Kreisgruppe Siegen/Olpe/Wittgenstein stellt fest: „Die Zahl der Kaminbrände ist zurückgegangen.“ Auch, weil die Öfen heute anders gebaut sind. So soll beispielsweise mit Schamottesteinen vor dem Ofenrohr verhindert werden, dass Flammen in das Verbindungsstück schlagen. Seit er sich vor acht Jahren selbstständig gemacht hat, hat Schaal zwei Rußbrände erlebt. Kommt es zu einem, dann wird nicht nur die Feuerwehr, sondern auch ein Schornsteinfeger hinzugerufen.

Niemals selbst Wasser in Kamin schütten

In diesem Jahr musste die Feuerwehr im Kreis Siegen-Wittgenstein zu 22 Rußbränden ausrücken. „Im schlimmsten Fall kann ein ganzes Haus abbrennen“, sagt Karl-Heinz Richter, Pressesprecher der Feuerwehr in Siegen. Um das zu verhindern, sollten die Blauröcke immer gerufen werden. Sie lassen den Schornstein meistens kontrolliert ausbrennen. Weitere Möglichkeiten sind das Löschen mit Schaum oder das Kehren während des Brandes. Der Brandamtsrat empfiehlt: „Gerade jetzt in der Winterzeit sollte man daran denken, den Kamin regelmäßig kehren zu lassen, und vor allem sollte man niemals selbst Wasser hineinschütten.“
Übrigens: Dass der Ruß im Schornstein brennt, „merken die Leute oft gar nicht selbst, sondern die Nachbarn, wenn Funken oder Flammen aus dem Kamin schlagen“, sagt Richter.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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