Feuerverzinkung als Markenartikel

Siegener Verzinkerei gründet Gemeinschaftsunternehmen / Neu: Pulverbeschichtung

Kreuztal. Entwicklung neuer Verfahren und Produkte, Ausbau von Dienstleistungen und Wachstum durch Kooperationen – mit diesen drei Bausteinen will der 1992 gegründete Unternehmensverbund Siegener Verzinkerei Holding GmbH (SVH) auch künftig erfolgreich wirtschaften. Das bekräftigte jetzt der geschäftsführende Gesellschafter Klaus Niederstein. Sein Eingeständnis ist zugleich Strategie: »Wir schaffen das nicht allein«, so der Entscheider über die Firmengruppe, die als einer der bedeutendsten Anbieter im Bereich Korrosionsschutz durch Feuerverzinken gilt. Niedersteins jüngste Etappe bei der Umsetzung dieser Strategie: In diesem Jahr entstand in enger Partnerschaft mit dem Unternehmen Engel aus dem hessischen Pohlheim in Kreuztal eine neue Produktionsstätte für Pulverbeschichtung von verzinktem Stahl und Aluminium.

Dazu wurde, wie Niederstein bei einem Pressegespräch erklärte, das Gemeinschaftsunternehmen ESP Pulverbeschichtung GmbH gegründet. 25,1 Prozent der Anteile an dem gemeinsamen Betrieb halten die Kreuztaler. Die neue Pulverbeschichtungsanlage habe bereits Ende Oktober die Produktion aufgenommen und »ergänzt bestens unsere neue Hochtemperatur-Verzinkungsanlage, die wir in 2002 in Betrieb genommen haben«, sagte Niederstein. Feuerverzinken, Hochtemperatur-Verzinken, Pulverbeschichtung – die Siegener Verzinkerei habe sich damit als »Zentrum der Oberflächenveredlung von Stahl« ausgewiesen.

Das Zentrum soll das Kerngeschäft der Kreuztaler Unternehmung weiter stärken. Seit Gründung der Holding hat sich der Jahresumsatz – samt der Auslandsbeteiligungen – von etwa 42 auf rund 120 Mill. e im Jahr 2002 ausgeweitet. Die Beschäftigtenzahl erhöhte sich in diesem Zeitraum von 500 auf 1200 Mitarbeiter. Zur Siegener Verzinkerei Holding zählen sechs Tochtergesellschaften im Inland und weitere Beteiligungen in Tschechien, Slowakei, Niederlanden und Belgien. Niederstein zur SZ: »Wir sind gut aufgestellt in Europa und überall dort, wo die Kunden sind!« Kunden, das sind Stahlbaufirmen, Stahlhändler, Schlosser, der gesamte Baumarkt, der Maschinen- und Anlagenbau und neuerdings auch verstärkt die Automobilindustrie und deren Zulieferer.

Niederstein und sein Team haben sich das Ziel gesteckt, die Abhängigkeit von der Baubranche – sie hat in Deutschland derzeit einen Anteil von 50 Prozent am Feuerverzinkerungsvolumen – nach und nach zu verringern, »ohne diesen wichtigen Bereich zu vernachlässigen«, wie der Holding-Chef erklärte. Rein also in innovative Felder wie z.B. in den industriellen Anlagenbau oder den Automotive-Sektor. »Gerade die Autoindustrie setzt auf neue Stahlgüten«, stellte der SVH-Chef fest. Neue Märkte, neue Chancen. Denn nicht nur die Kreuztaler müssen sich einem knallharten Wettbewerb stellen. In Deutschland gibt es 165 Betriebe in der Feuerverzinkungsbranche, der Jahresausstoß dürfte bei rund 1,2 Millionen Tonnen Fertigprodukte liegen. Der Bedarf ist rückläufig, »scheint sich aber zu stabilisieren«, so Niederstein. Gleiches gelte für die zu erzielenden Verkaufspreise. Trotz enger werdenden Marktes, erheblich gestiegener Rohstoff- und Energiepreise sowie in der Branche vorhandener Überkapazitäten könne SVH ihren Marktanteil in der Feuerverzinkung behaupten. »Das ist vor allem Ergebnis unserer Marken- und Kommunikationsstrategie«, wie Klaus Niederstein weiter erläuterte. Kommuniziert werde die Unternehmensbotschaft »Think Zink – Werte erhalten – Zukunft gestalten« seit diesem Sommer über ein extra eingerichtetes Internetportal. Die bereits seit Jahren bestehenden SVH-Onlineauftritte – u.a. ein virtueller Marktplatz und ein Serviceportal – seien zu einerechten Kommunikationsplattform für Kunden und Fachleute ausgebaut worden. Die Plattform fußt auf einer Initiative der Holding in Kooperation mit dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte im vergangenen Jahr. SVH engagiert sich im Saarland, um die Hütte als weltweit größte Stahlbaukonstruktion zu erhalten.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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