Frau mit Mann und Cello

Rebecca Carrington, ihr Cello Joe und Collin Brown gastierten in der Kreuztaler Stadthalle mit „Me And My Cello“.  Foto: sib
  • Rebecca Carrington, ihr Cello Joe und Collin Brown gastierten in der Kreuztaler Stadthalle mit „Me And My Cello“. Foto: sib
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sib Kreuztal. Am Anfang sieht alles nach einem ganz normalen Klassik-Konzert aus: Gedämpftes Saal-Licht, ein mucksmäuschenstilles Publikum, eine einzelne Frau auf der Bühne, Bach erklingt auf dem Cello. Doch dann ändert sich schlagartig die Szenerie in der Kreuztaler Stadthalle: Aus Bach wird The Police, aus der konzentriert-introvertierten Cellistin eine wilde Notenjägerin, und als solche bekommt Rebecca Carrington Unterstützung von Collin Brown, der ungehemmt mit einem Rap loslegt, entsprechend gekleidet natürlich.

Die Publikumslieblinge von 2008 kehrten zurück nach Kreuztal und präsentierten als Duo Carrington/Brown die Show „Me And My Cello“, die vor allem mit der extremen Wandelbarkeit des Instruments spielt und mit der Erkenntnis, dass man mit einem von Haus aus eher seriösen Instrument auch eine ganze Menge Spaß haben kann. Fast scheint es so, als führe das Instrument ein gewisses Eigenleben, und so ist es auch nicht weiter erstaunlich, dass das über 200 Jahre alte Cello einen Namen hat, nämlich Joe. Dieser gute, alte und treue Begleiter lässt eine Menge Schabernack mit sich treiben, taugt als flammende Flamenco- Gitarre ebenso wie als indische Sitar oder – kaum zu glauben – als Dudelsack.

An der Show fällt nicht nur das hohe fachliche Können der beiden Musiker auf, sondern auch ihre präzise Beobachtungsgabe. Detailversessen karikieren sie die diversen Marotten und Manierismen ihrer europäischen Nachbarn und anderer Nationalitäten. Wenn Rebecca Carrington einen arroganten französischen Kellner mimt, mit pathetischer Gestik und Mimik einen italienischen Tourbegleiter gibt oder auf spanischen Macho setzt, zeugt das von Können und macht richtig Spaß.

Schon seit zwölf Jahren tritt Rebecca Carrington weltweit auf, live wie auch im Rundfunk, und so verschaffte sie sich schnell einen außergewöhnlich guten Ruf in der internationalen Comedy-Szene. Zuvor hat sie klassisches Cello studiert, spielte in solch namhaften Ensembles wie dem London Symphony Orchestra oder dem BBC Symphony Orchestra. 2007 holte sie sich als Partner den Sänger und Schauspieler Collin Griffith-Brown hinzu. Er gastierte in Londons West End und in der Royal Shakespeare Company, war Bass-Sänger in der A-cappella-Formation The Magnets und reiste sogar mit Robbie Williams auf dessen „Close-Encounters“-Tournee 2006 um die Welt.

In Carrington/Brown haben sich zwei gefunden, die über eine Menge musikalisches Talent und komödiantisches Gespür verfügen, und so richtig rund wird die Sache dadurch, dass das Programm „very british“ ist und in dem die Akteure naturgemäß auch vor der einen oder anderen Derbheit nicht zurückschrecken. Das bringt zusätzliche Würze ins Geschehen und verleiht der ohnehin schon ungewöhnlichen Comedy-Konstellation einen ganz besonderen Charme.

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