Grabstätten sollen Denkmal werden

»Jüdischer Friedhof« Burgholdinghausen wird unter Schutz gestellt / Ältester im Altkreis

js/sz Burgholdinghausen. Gut versteckt hinter dichten Bäumen liegt er, nur wenige Meter von Bundesstraße und Fischweiher entfernt: der »Jüdische Friedhof« von Burgholdinghausen. Jetzt, zwei Jahrhunderte nachdem er von Benjamin Moses als Ruhestätte für seine Ehefrau angelegt wurde, soll er in die Denkmalliste der Stadt Kreuztal eingetragen werden. Das empfiehlt der Kreuztaler Kulturausschuss mit einstimmigem Votum dem Rat der Stadt, der am Donnerstag zusammentritt.

Der Friedhof am Burberg »ist in seiner Gesamtheit bedeutend für die Stadt Kreuztal«, heißt es in der offiziellen Denkmalwertbegründung der Verwaltung. Er sei »ein letztes Zeugnis für das Leben und Wirken jüdischer Mitbürger« in der Kindelsbergkommune und belege ebenso die Auswirkung des Nationalsozialismus auf die Stadt. Es bestünden sowohl »wissenschaftliche« als auch »regionalgeschichtliche« und »volkskundliche« Gründe, die Ruhestätte unter Denkmalschutz zu stellen.

Der »Jüdische Friedhof« wurde im Jahre 1804 in seiner fast quadratischen Form angelegt. Heute befinden sich noch zwei Doppel- und vier Einzelgräber am Hang über der Bundesstraße. Bis zum Jahre 1870 wurden auch die verstorbenen Juden aus den übrigen Gemeinden des Altkreises Siegen in Burgholdinghausen begraben. Die Zahl der dort begrabenen Toten liegt somit weit über der der sichtbaren Grabstätten. Damit ist der Friedhof die älteste der vier im einstigen Kreis Siegen befindlichen jüdischen Ruhestätten.

Im Gegensatz zu allen anderen Judenfriedhöfen in Nordrhein-Westfalen, deren Eigentümer der Landesverband der Jüdischen Kulturgemeinde in Dortmund ist, befindet sich der Burgholdinghäuser in Privatbesitz. Die Unterhaltung und Pflege liegt in den Händen der Stadt Kreuztal.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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