Großen Brüdern Rotorlänge voraus

MSC Littfetal präsentierte beim Turbinenmeeting sehenswerte Modelle

sib Littfeld. Die Rotorblätter rasen, die Luft riecht nach Treibstoff, die Maschine brummt, aber sie hebt nicht ab. Udo Brauner schüttelt den Kopf und legt die Fernsteuerung zur Seite. »Da stimmt irgendwas nicht, sie kommt nicht auf genügend Drehzahl«, erklärt er fachmännisch. Dieser Startversuch des Helikoptermodells ist gescheitert.

Also zieht sich der Mann aus Castrop-Rauxel mit seinem kampfeslustig aussehenden Jet-Ranger erst mal an den Rand des Flughafens zurück, um auf Fehlersuche zu gehen. So wie er waren rund 35 weitere Fans des speziell motorisierten Motorflugs zum 5. Pöting-Turbinenmeeting auf den vereinseigenen Flughafen des Modellsportclubs (MSC) Littfetal gekommen, um über dem etwa 25000 Quadratmeter großen Gelände ihre Helikopter fliegen zu lassen. Veranstalter ist Vereinsmitglied Bernd Pöting, der eine Modellflugschule führt. Größtenteils maßstabsgetreue Nachbauten fanden sich hier. Manche der Modelle sind so aktuell, dass ihre »echten« Brüder noch gar nicht im Einsatz sind. Das gilt beispielsweise für den NH90 von Norbert Wybranietz aus Erfurt. Der Original-Hubschrauber ist von der Bundeswehr und von der Nato bestellt worden, um als Zehn-Tonnen-Transportflieger zu dienen. Wybranietz’ Modell hat sechs PS und wiegt 14 Kilogramm, in der Luft schluckt er in acht Minuten satte zwei Liter Kerosin.

Bei dem NH handelt es sich um die jüngste Errungenschaft des Erfurters. Wie viele in diesem Hobby hat er die Einzelteile des Modells nach und nach angekauft, denn es ist ein ziemlich teures Steckenpferd. Rund 10000 Euro hat Wybranietz für den kompletten Bausatz hingeblättert. Dennoch ist er dem Hobby des Modellfliegens seit gut 40 Jahren treu. Nach der Wende gelang es ihm sogar, sein Hobby zum Beruf zu machen. Er arbeitet heute im Außendienst eines großen Modellherstellers. Es ist ein Job, der ihm immer noch großen Spaß macht, der ihn an Schulen zu Projektwochen und Präsentationen führt.

Neben seinem NH-Prunkstück besitzt er noch zwei weitere Helis und hat in seiner jahrzehntelangen Hobbyerfahrung auch die eine oder andere Bruchlandung zu verzeichnen. »Ursache für so was ist in 90 Prozent aller Fälle menschliches Versagen«, weiß Wybranietz und hat dagegen einen effektiven Trick entwickelt. Bei Veranstaltungen wie dem Helimeeting lässt er einfach den letzten offiziellen Start des Tages weg, weil die Konzentration dann einfach nicht mehr so gewährleistet ist.

Inzwischen hat auch Udo Brauner den technischen Defekt behoben: Ein Treibstoffschlauch hatte sich erhitzt und lieferte nicht mehr genug Kerosin. Das Ding wird ausgetauscht und der Jet Ranger schraubt sich wieder dem makellos blauen Himmel entgegen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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