»Großer Schritt in richtige Richtung«

TuS Ferndorf landet am harten Trainingswochenende zwei Siege und ein Unentschieden

jb Kreuztal. »Das war ein großer Schritt in die richtige Richtung«, kommentierte gestern TuS Ferndorfs Handball-Abteilungsleiter Harald Münker, nachdem die Spieler der Oberliga-Mannschaft ein ganz hartes Trainingswochenende hinter sich gebracht und drei Trainingsspiele gegen höherklassige Mannschaften absolviert hatten.Dabei feierte der selbst ernannte Meisterschaftskandidat der Oberliga Westfalen unmittelbar nach dem 29:29 beim Regionalligisten VfL Eintracht Hagen, gegen den er zeitweise sogar mit sechs Toren Vorsprung geführt hatte, einen 27:20-Erfolg über den niederländischen Erstligisten aus Tilburg. Beide Partien gingen über je 2x25 Minuten. Dazwischen lag nur eine kurze Pause. Eigentlich hätte das für den Rest des Wochenendes genügt, aber gestern stand in Kreuztal zunächst noch eine Trainingseinheit, in der angriffs- und abwehrtaktische Varianten geübt wurden auf dem Programm. Und nach dem gemeinsamen Mittagessen erwartete der TuS den Regionalligisten HSG Schwerte/Westhofen. Der hatte freilich ein ähnlich hartes Trainingscamp hinter sich. Der Ferndorfer waren jedoch die klar bessere Mannschaft und gewannen haushoch mit 32:22 (17:9).

Der persönliche Aufwand aller Ferndorfer Spieler, die jetzt im vierten Anlauf den Wiederaufstieg in die Regionalliga schaffen wollen, ist in der tat beachtlich. Um es kurz zu fassen: nur die Montage sind bis zum ersten Meisterschaftsspiel trainingsfrei, ansonsten schart sich die Mannschaft jeden Abend um Spielertrainer Libor Hrabal. Der vor drei Wochen 36 Jahre alt gewordene Tscheche hat die Spieler offenbar in einen noch besseren körperlichen Zustand versetzt als sein Vorgänger Amund Toft. Die Voraussetzungen für noch schnelleren Tempohandball als in der letzten Saison scheinen gegeben.

Am Freitag lieferten die Spieler den Beweis für ihre Ausdauerfähigkeiten auf der Laufbahn des Stadions Stählerwiese. Es waren zehn Mal 400 Meter auf Tempo zu laufen. Zwischen jeder Stadionrunde gab es drei Minuten zum Verschnaufen. Beste war Michael Feldmann. Die letzte Runde schaffte er in 59 Sekunden. Mancher Leichtathlet würde vor Neid erblassen…

Handballerisch testete die auf wesentlichen Positionen veränderte Mannschaft einige Varianten. Dies gilt insbesondere für die Abwehr. Sie soll mit den körperlich robusten Marc Stenske und Libor Hrabal stabiler werden, während Alex Orlov auf Linksaußen rückt. Als neue Variante wird ein 4:2-System ausprobiert. Dazu spielen zwei besonders Leichtfüßige wie Tristan Stadel und Michael Feldmann vorgezogen. Sie sollen das gegnerische Aufbauspiel stören. Das funktioniert als Voraussetzung für das Konterspiel bereits ganz gut. Aber auch mit einem 5:1- und dem bewährten 6:0-Abwehrsystem waren die Ferndorfer recht erfolgreich.

Im Angriff macht sich das Fehlen eines Linkshänders auf der rechten Rückraumposition bislang nicht bemerkbar. Dirk Pfaffenbach versteht sich mit Libor Hrabal, seinem alten Kumpel aus gemeisamen Jahren in Schalksmühlke, bestens und sprüht vor Spielfreude. Aber auch Thomas Krawitz auf Rechtsaußen und der lange verletzt gewesene Jens Münker auf Linksaußen empfahlen sich nachhaltig.

Mit zum Kader gehört derzeit auch Christian Thöne, ein Linkshänder, der auf der rechten Rückraumposition seine Chance suchen soll. Komplettiert wird das Team demnächst von Rückkehrer Torsten Schierbaum, der nach seiner Schulteroperation in Kürze wieder ins Spielgeschehen einsteigen wird, und der zum wiederholten Mal am Knie operierte »Torwart-Oldie« Roger Becker. Vorerst zuschauen muss Steven Schäfer, der sich im Spiel gegen Hagen eine schmerzhafte Beckenprellung zuzog.

Abschließend etwas Statistik: Beim 29:29 gegen VfL Eintracht Hagen trafen Michael Feldmann (6/1), Alex Orlov (5), Libor Hrabal (3/1), Marc Stenske (3), Steven Schäfer (3/2), Jens Münker (3), Christian Thöne (3), Dirk Pfaffenbach (2) und Tristan Stadel. Beim anschließenden 27:20-Erfolg über Tilburg steuerten Hrabal (5), Stenske (5), Pfaffenbach (4), Feldmann (4/1), Orlov, Krawitz, Stadel, Thöne (alle 2) sowie Schäfer die Tore bei. Beim 32:22 (17:9) über HSG Schwerte/Westhofen, bei denen sich der bisherige Ferndorfer Nils Hambloch mit vier Treffern in Szene setzte, brauchten die müden Ferndorfer zehn Minuten, um wach zu werden. Als ab dem 0:3 die Wurfschwäche abgelegt worden war, zeigten sie bis zur Pause sehenswertes Tempospiel. Fast jede andere Mannschaft wäre nach den Strapazen des Wochenendes spätestens in den letzten zehn Minuten auf dem Zahnfleisch gekrochen. Die Ferndorfer boten dagegen noch ihren wenigen Fans auf der Tribüne handballerische Leckerbissen. Am Ende hatten sich Orlov (7), Pfaffenbach (6), Stenske (4), Hrabal (4), Krawitz (4), Münker (4) und Feldmann (3) die Treffer geteilt.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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