»Haubergsknipp« dreimal verliehen

FDP zeichnete Nienhagen, Dr. Mahrenholz und die Freilichtbühne Freudenberg aus

sib Junkernhees. Bereits im zehnten Jahr wurde am Freitag das »Siegerländer Haubergsknipp« an verdiente Persönlichkeiten der Region vom FDP-Kreisverband Siegerland-Wittgenstein verliehen. Man traf sich dazu im Schloss Junkernhees. Helga Daub als Kreisverbandsvorsitzende und ihre beiden Stellvertreter Dr. Henrich Schleifenbaum und Wolf Braun gratulierten dazu den diesjährigen Preisträgern Walter Nienhagen, der Freilichtbühne Freudenberg sowie Dr. Hans-Christhard Mahrenholz. Wie Helga Daub ausführte, soll die jährliche Preisvergabe zum Ziel haben, das ehrenamtliche Engagement von Bürgern zu würdigen. Das Haubergsknipp wurde als typisches Werkzeug der Region mit Symbolwert gewählt.

Stellvertretend für ihren Mann Walter nahm Ursula Nienhagen das Knipp entgegen. Nienhagen, so Helga Daub, sei ein Mann, der sich schon sehr früh politisch und sozial engagiert habe. Der 1927 in Leipzig geborene Mann musste schon mit 15 Jahren als Luftwaffenhelfer Kriegsdienst leisten und kehrte 1947 mit nur 20 Jahren aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Er wurde zunächst Mitglied der Liberal-Demokratische Partei in Leipzig und wurde Mitbegründer des Antikommunistischen Komitees. Dafür wurde er 1948 von den Sowjets verhaftetet und nach 14-monatiger U-Haft zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt, von denen er acht Jahre in Bautzen verbringen musste.

Nach seiner Entlassung 1956 wurde er SPD-Mitglied in Westdeutschland. 1962 kam er ins Siegerland zu den Stahlwerken Südwestfalen, wo er 23 Jahre lang Unterbezirksvorsitzender der SPD, aber auch Vorsitzender einer gemeinsamen SPD-FDP-Fraktion war. Sein politisches Engagement als Ratsmitglied und Kreistagsmitglied gipfelte in seinem 25-jährigen Wirken als Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein. Ehrenamtlich arbeitete Nienhagen auch in der Gewerkschaft, in der AWo, im Roten Kreuz, im Verband der Heimkehrer sowie im Verein allein erziehender Mütter und Kindern in Not.

Als Stellvertreter der Freilichtbühne waren Wilfried Kray und Ulrich Tiede vertreten. Die 1954 anlässlich der 500-Jahr-Feier Freudenbergs ins Leben gerufenen Freilichtspiele entwickelten sich zu einem bedeutsamen Kulturträger der Region mit inzwischen gut 50000 Besuchern pro Spielzeit. Die Spielauswahl liegt schon seit 30 Jahren bei Regisseur Ulrich Tiede. Sein Inszenierungsstil habe das heutige Niveau der Bühne wesentlich geprägt, meinte Helga Daub. Als Verantwortlicher fürs Kindertheater spielt auch Wilfried Kray eine wesentliche Rolle. Er erarbeitet nicht nur kindergerechte Stücke, sondern bildet auch den Bühnennachwuchs aus. Kray ist inzwischen Ehrengeschäftsführer. Das gemeinsame Agieren in einer Gruppe lehre neben dem Erkennen und der Ausbildung eigener Fähigkeiten auch Teamarbeit, Hilfsbereitschaft und vermittele das gute Gefühl, gemeinsam etwas geschaffen zu haben, so Daub.

Dritter Empfänger des Haubergsknipps ist der geborene Göttinger Dr. Hans-Christhard Mahrenholz. Der in Hannover aufgewachsene Mann studierte Theologie und Jura nebst niedersächsischer Landesgeschichte. 1962 kam er nach Hilchenbach und wurde dort zum Stadtdirektor gewählt. Dieses Amt übte er 24 Jahre lang bis 1986 aus. Schon in dieser Zeit nahm er viele ehrenamtliche Aufgaben wahr. Seit seinem Rückzug als Stadtdirektor arbeitet Dr. Mahrenholz als Rechtsanwalt und hat sein ehrenamtliches Engagement beibehalten. So sitzt er dem Gebrüder-Busch-Kreis vor und ist in der Gebrüder-Busch-Gesellschaft stellv. Geschäftsführer. Erst in diesem Jahr gab er den Vorsitz im Kulturring Siegerland-Wittgenstein auf.

Die FDP-Kreistagsfraktion berief ihn als sachkundigen Bürger in den Kulturausschuss des Kreises und in die Fraktion. Auch war Mahrenholz Mitbegründer und Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Hilchenbach, wo er heute Ehrenvorsitzender ist. In der MS-Aktivgruppe Hilchenbach macht sich Dr. Mahrenholz ebenfalls stark. 2000 gründete er einen Förderverein für integratives Leben und Lernen mit. Auch war er u.a. vier Jahre lang Vorsitzender des Tierschutzvereins Hilchenbach.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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