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Schlechte Zeiten für Fassbier
Heute ist der "Internationale Tag des Bieres"

Vor Corona war die Welt für Brauereien und Feiernde noch in Ordnung, die Stimmung war gut. Wegen des Einbruchs vor allem im Fassbiergeschäft gibt es am Tag des Bieres aber vielerorts nur wenig zu feiern.
  • Vor Corona war die Welt für Brauereien und Feiernde noch in Ordnung, die Stimmung war gut. Wegen des Einbruchs vor allem im Fassbiergeschäft gibt es am Tag des Bieres aber vielerorts nur wenig zu feiern.
  • Foto: Brauerbund
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

kalle/vö Niederschelderhütte/Krombach/Bad Laasphe. Seit vielen Jahrzehnten wird in Deutschland am 23. April der Tag des Bieres gefeiert. Brauereien machen sich für ihre Besucher fesch, spezielle Biere werden für diesen Tag gebraut. Das hat Tradition. Der Anlass der Feierlichkeiten ist die Einführung des deutschen Reinheitsgebots aus dem Jahr 1516. Damals eingeführt von Wilhelm IV., Herzog in Bayern. Dieses Fest lassen sich die wenigsten Bierbrauer entgehen.
Doch damit nicht genug. Am heutigen Freitag steht der „Internationale Tag des Bieres“ auf dem Festprogramm. Ein weiterer Tag, um dem Bier eine besondere Stellung einzuräumen und das Genussthema ins Bewusstsein zu rufen.

kalle/vö Niederschelderhütte/Krombach/Bad Laasphe. Seit vielen Jahrzehnten wird in Deutschland am 23. April der Tag des Bieres gefeiert. Brauereien machen sich für ihre Besucher fesch, spezielle Biere werden für diesen Tag gebraut. Das hat Tradition. Der Anlass der Feierlichkeiten ist die Einführung des deutschen Reinheitsgebots aus dem Jahr 1516. Damals eingeführt von Wilhelm IV., Herzog in Bayern. Dieses Fest lassen sich die wenigsten Bierbrauer entgehen.
Doch damit nicht genug. Am heutigen Freitag steht der „Internationale Tag des Bieres“ auf dem Festprogramm. Ein weiterer Tag, um dem Bier eine besondere Stellung einzuräumen und das Genussthema ins Bewusstsein zu rufen.

Eigentlicher Feiertag ist im April

Die heimische Krombacher-Brauerei etwa nimmt den Tag zwar wahr und ist in den sozialen Medien thematisch am Start. Der eigentliche Feiertag, so Peter Lemm, Sprecher einer der größten deutschen Brauereien, ist und bleibt aber auch für den bekannten Mittelständler der 23. April.

Keine Feierlaune bei Krombacher

Aktuell scheint man auch in Krombach nicht in großer Feierlaune zu sein. Zu viel Einbrüche im Fassbiergeschäft sind zu vermelden. Peter Lemm: „Ob die Fußball-Bundesliga, die nicht mit Zuschauern stattfindet, bei der wir auch in einigen Stadien unser Produkt ausschenken, oder der gesamte Eventbereich, die Pandemie hat im Fassbiergeschäft deutliche Umsatzeinbrüche hinterlassen. Diese Einbrüche kann selbst das Plus im Flaschenbiergeschäft nicht auffangen.“

Erzquell plant verschiedene Aktivitäten im Kerngebiet

Auch die Erzquell-Brauerei an der Grenze zu NRW hat keine besonderen Aktivitäten für Freitag geplant. In Niederschelderhütte sieht man den eigentlichen Feiertag der Brauer ebenfalls im Frühjahr. Christina Rothe, Leiterin Kommunikation: „Als regionale Brauerei haben wir ja wenig mit dem internationalen Tag des Bieres zu tun. Wir bereiten uns auf verschiedene Aktivitäten im Kerngebiet vor."

Alkoholfreies Bier läuft Alkoholfreies Bier hat sich für die deutschen Brauereien in den vergangenen zehn Jahren zum Renner entwickelt. 75 Unternehmen produzierten im vergangenen Jahr mit 4,2 Millionen Hektolitern fast doppelt so viel (plus 97 Prozent) wie noch im Jahr 2009, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete. Der Produktionswert betrug 361 Millionen Euro, und damit 164 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Die Entwicklung setzt sich fort: Auch im ersten Quartal 2020 lag die abgefüllte Menge 8 Prozent über dem Vorjahreswert.

Bier als "wunderbares Kulturgut"

Der Blick gen Wittgenstein: Bei der Privatbrauerei Bosch spürt man zwar, dass der „Internationale Tag des Bieres“ zunehmend eine Wahrnehmung gewinne und an Bedeutung zulege, um Bier als wunderbares Kulturgut in den Fokus zu rücken, wie es Geschäftsführer Hans-Christian Bosch formuliert: „Dennoch sehen wir jetzt nicht unbedingt den Anlass, um in der Produktion alles liegen und stehen zu lassen, um auf den Tag anzustoßen.“ Dass man abends dennoch ein Bier trinken dürfe, sei vollkommen in Ordnung.

Bosch: Gastronomen stärken

Der Unternehmer aus der Lahnstadt erinnert daran, dass es weiterhin die Gastronomen seien, die man in der momentanen Krise stärken müsse und die ums Überleben kämpften. Und es sei natürlich sehr genau zu beobachten, wie sich die Situation im Eventbereich entwickele: „Ich sehe uns da auch für das kommende Jahr noch nicht unbedingt über den Berg.“ Veranstaltungen fehlten, so Hans-Christian Bosch, nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht, sondern auch jedem irgendwo persönlich: „Es wäre schön, Menschen mal wieder einfach so und spontan zu treffen – ohne Verabredung.“

Schlechte Zeiten für Fassbier

Deutschlandweit haben die Brauereien mit der Corona-Krise zu kämpfen und haben in den ersten sechs Monaten des Jahres auch deutlich weniger Bier verkauft. 6,6 Prozent, also rund 3 Millionen Hektoliter fehlen im Vergleichszeitraum zum Jahr 2019. Die weiteren Aussichten sind auch nicht gerade prickelnd. Kommt der Herbst und fällt die Außengastronomie weg bzw. ins Wasser, sind keine sonnigen Zeiten für das Fassbiergeschäft zu erwarten.

Autor:

SZ Redaktion aus Siegen

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